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Zufrieden trotz hoher Arbeitsbelastung und bürokratischer Hürden: So geht es Freiberuflern in Deutschland

Freiberufler genießen ihre Selbstbestimmung und wissen um finanzielle Engpässe in der Anfangszeit
Freiberufler genießen ihre Selbstbestimmung und wissen um finanzielle Engpässe in der Anfangszeit

Nahezu jeder zehnte Erwerbstätige arbeitet hierzulande auf eigene Rechnung und gilt damit als selbstständig. Eine Umfrage vom Verband der Gründer und Selbstständigen Deutschland (VGSD) und der Firma invoiz hat über 3.000 Freiberufler befragt, warum sie sich für diesen Schritt entschieden haben. Ein bemerkenswertes Ergebnis: Die große Mehrheit würde es immer wieder tun.

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Was sind die zentralen Ergebnisse?

Vier Millionen Freiberufler und Kleinunternehmer gibt es etwa in Deutschland. Der VGSD und die Firma invoiz haben in einer Umfrage (hier in voller Länge) rausfinden wollen, wie diese ihre eigene wirtschaftliche Lage einschätzen und ob sie damit zufrieden sind. Die mehr als 3.058 Befragten gaben an, dass vor allem Selbstbestimmung, zeitliche Flexibilität und höhere Verdienstmöglichkeiten (MEEDIA berichtete) die Hauptmotive sind, um den Schritt in die Selbstständigkeit zu wagen. “Alternativlose Notgründungen, wie sie in Zeiten der ‘Ich-AGs’ zu beobachten waren, sind heutzutage eher die Ausnahme”, heißt es in der Studie. So gaben lediglich zwölf Prozent der Umfrageteilnehmer an wegen fehlender Erwerbsalternativen ein Unternehmen gegründet zu haben. Auch die Zufriedenheit mit der Entscheidung, selbstständig zu werden, ist mehrheitlich vorhanden. Lediglich 405 der Befragten würden kein weiteres Mal diese Entscheidung treffen. Die große Mehrheit würde sich auch wieder selbstständig machen.

Moritz Buhl, Leiter von invoiz sagt zu den Ergebnissen: “Als mein eigener Chef bin ganz allein ich selbst für mein berufliches Wohlergehen und Fortkommen verantwortlich. Geld scheint dagegen zweitrangig zu sein: Den meisten Selbstständigen ist bewusst, dass während der Startphase mit finanziellen Engpässen zu rechnen ist. Andererseits: Ein möglichst hohes Einkommen mag vielleicht nicht das vorrangige Ziel sein. Es wird aber als ein Indikator wahrgenommen, ob ich’s ‚geschafft‘ habe.”

Einer der Faktoren für den mittelfristigen Geschäftserfolg macht die Studie im überdurchschnittlichen Qualifikationsniveau der Selbstständigen aus: Laut Erhebung verfügen zwei von drei Selbstständigen über einen Hochschulabschluss, was weit über dem Durchschnitt der deutschen Gesamtbevölkerung liegt.

Was stört die Selbstständigen besonders stark?
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Bürokratie! 59 Prozent der Befragten geben an, dass bürokratische Hürden das Haupthindernis in ihrem Berufsleben ausmachen. Dort wird vor allem die Problematik der Scheinselbstständigkeit als enorm belastend empfunden, was bei den befragten Selbstständigen ein Gefühl der Unsicherheit und Fremdbestimmung auslöst. Hinzu kommt das schlecht zu planende Einkommen und die hohe Arbeitsbelastung. Die Verantwortung für Mitarbeiter, Lieferanten oder Partner wird lediglich von einem geringen Teil als Nachteil betrachtet.

Außerdem fühlen sich die Selbstständigen in Deutschland laut Umfrage von Politikern und staatlichen Einrichtungen nicht gebührend respektiert, vermissen gar die faire Behandlung. 80 Prozent der Teilnehmer fühlen von der Politik wenig oder gar nicht respektiert. Sogar 82,4 Prozent der Selbstständigen sehen hinsichtlich der fairen, sozialen Absicherung  die mit Blick auf eine faire soziale Absicherung “Verbesserungsbedarf oder gar erheblichen Verbesserungsbedarf “.

Wer hat die Studie durchgeführt?

Beim “Selbstständigen-Report 2018” haben von Mai bis Juli 2018 3.058 Teilnehmer in einer Online-Umfrage mitgemacht. Der VGSD und der Software-Anbieter invoiz wollten dabei von Selbstständigen, Freelancern und kleinen Unternehmen wissen, aus welchen Gründen sie in der Selbstständigkeit sind. Weitere Themen der Befragung behandeln Bereiche wie Automatisierung, politische Präferenzen und Frauen in der Selbstständigkeit sowie die regionale Verteilung.

tb

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