Anzeige

Hitler-Debatte: Autor Michael Seemann erhebt Plagiatsvorwürfe gegen den AfD-Chef Gauland

Michael Seemann erhebt Plagiatsvorwürfe gegen AfD-Chef Alexander Gauland (l.)

In der Diskussion um den FAZ-Gastbeitrag von Alexander Gauland meldet sich nun auch der Autor und Kulturwissenschafter Michael Seemann zu Wort. Gaulands Gastbeitrag ähnelt in Inhalt und Wortwahl einem Text Seemanns, den dieser 2016 im Tagesspiegel veröffentlichte. Seemann erhebt nun Plagiatsvorwürfe gegen den AfD-Chef.

Anzeige

Gegenüber t-Online.de sagte Seemann, Gauland habe in seinem Gastbeitrag für die Frankfurter Allgemeine Zeitung Sätze aus seinem Artikel „eins zu eins“ übernommen und in einen falschen Kontext gestellt. „Das sind eindeutige Plagiate. Wie ein Fingerabdruck“, sagte Seemann. Gauland habe die Sätze nicht als Zitat gekennzeichnet oder Referenzen genannt.
In Seemanns Text für den Tagesspiegel hatte er laut eigener Aussage das Feindbild der AfD beschrieben – das im Grunde auch jenes der Nationalsozialisten gewesen sei. Parallelen des Gauland-Textes zu einer Hitler-Rede seien aus seiner Sicht deswegen nicht überraschend. Es gebe keine eindeutigen Hinweise auf Paraphrasierungen der Rede, aber Struktur-Ähnlichkeiten.
„Gaulands Vorstellung von der globalen Klasse beinhaltet eine klassische Idee von Elite mit ökonomischer und politischer Macht“, so Seemann gegenüber t-online.de. In der globalen Klasse, wie er selbst sie entwerfe, gebe es hingegen einen großen Anteil von prekär lebenden Menschen. „Herr Gauland reißt meine Beschreibung einer Sozialstruktur aus dem Kontext und vereinfacht sie. Das ist typisch für Verschwörungstheorien.“
Zuvor hatte der Tagesspiegel darüber berichtet, dass Historiker Ähnlichkeiten zwischen Gaulands FAZ-Text und einer Rede Adolf Hitlers erkannt haben. Das Internationale Auschwitz Komittee übte auch scharfe Kritik an Gaulands Text und erkannte ebenfalls Parallelen zu Hitler: “Die Überlebenden des Holocausts überrascht die Tatsache nicht, dass Herr Gauland sich in seinen politisch-gedanklichen Windungen immer deutlicher auf Hitlers Spuren bewegt und bei seiner Weltsicht tief in die Hitlersche Propagandakiste hineinlangt.”
 

Anzeige