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“Endstation Grabbeltisch”: Verbraucherzentrale warnt vor Produkten aus der Vox-Hit-Show “Die Höhle der Löwen”

Vor allem bei jungen Zuschauern beliebt: Die Vox-Gründershow “Höhle der Löwen”
Vor allem bei jungen Zuschauern beliebt: Die Vox-Gründershow "Höhle der Löwen"

Die Vox-Show "Die Höhle der Löwen", in der Gründer und Erfinder um die Gunst von Investoren buhlen, ist ein Riesenhit für den Sender Vox, Woche für Woche holt die neuste "Löwen"-Folge Top-Einschaltquoten und oft sind schon tagsdarauf die in der Sendung vorgestellten Produkte zu kaufen. Die Verbraucherzentrale NRW warnt nun allerdings vor hohen Preisen und Enttäuschungen.

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“Das Fernseh-Spiel findet seine Fortsetzung im richtigen Verbraucherleben. Und die sei “gespickt mit  Tricks und Merkwürdigkeiten”, so die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen in einer Pressemitteilung. Schon am Morgen nach dem Ausstrahlen der Sendung würden sich “wie von Zauberhand” die gerade erst vorgestellten Produkte “fix und fertig produziert” in den Regalen von Supermärkten finden, ausgezeichnet mit dem Löwen-Logo und dem Vermerk: “Bekannt aus der Vox Gründer-Show“. Das ist aber zunächst einmal nichts Ungewöhnliches und hat auch nichts mit Zauberei zu tun. Immerhin wird jede Staffel “Die Höhle der Löwen” vorab produziert und aufgezeichnet. Zwischen Drehtermin und Ausstrahlung bleibt also genug Zeit, die entsprechenden Produkte zu produzieren und sich um Marketing und Vertrieb zu kümmern. Dass die vorgestellten Produkte zeitnah zu kaufen sind, macht sogar einen Teil des Reizes der Show aus. Zuschauer können so selbst “testen”, wie gut oder schlecht die Produkte sind.

Werbung auch für durchgefallene Produkte

Die Verbraucherzentrale moniert allerdings, dass das Logo auch auf Produkten klebe, die in der Gründershow durchgefallen sind. Ein Beispiel dafür sei „DasKaugummi“, ein zuckerfreies Produkt, das auf ungewöhnliche Geschmacksrichtungen wie Orange/Ingwer setzt und das mittlerweile heftige Kritiker habe: „Viel zu teuer!“ oder gar „widerlich“ lauteten Kommentare, so die Verbraucherzentrale. Kritik gebe es auch an Artikeln, bei denen ein „Deal“ zustande kam. Die Verbraucherzentrale fand auf Anhieb zehn Löwen-Produkte beim Online-Warenhaus Amazon mit miesen Bewertungen und insgesamt hunderten böser Kommentare. Darunter der Reparaturstift „Blufixx“ („Müll“) oder die „Abflussfee“, ein Verschlusstopfen mit Duftstein („Reinfall“).

Auch „Protect Pax“ sei so ein Fall. Der flüssige Displayschutz für Handys warb vollmundig mit „100 Prozent Bruch-und Kratzsicherheit“ selbst bei „Hammerschlägen“. „SternTV“ nahm das beim Wort – und zerdepperte vor laufender Kamera das Display eines mit “Protect” Pax behandelten Smartphones. Ironischerweise läuft “SternTV” bei RTL, zu dessen Sendergruppe auch der Löwen-Sender Vox gehört. Der Hersteller von “Protect Pax” habe schließlich die Werbung ändern müssen, so die Verbraucherschützer. Der Discounter Aldi und andere Händler hätten den Display-Schutz aus ihren Filialen verbannt.

Preise wie im freien Fall
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Die Verbraucherzentrale erkannte zudem einen enormen Preisverfall bei einigen Produkten aus der Sendung. So würden im „hoehle-der-loewen-shop“ auf eBay auch Produkte aus den vergangenen Staffeln zu Schleuderpreisen angeboten werden. Ein Dreier-Set der Einbruchsicherung „Fensterschnapper“ aus der vierten Staffel koste nur noch 19,99 Euro gegenüber der UVP von 119,99 Euro. Die Betreiberin des eBay-Shops, eine in-trading Handelsgesellschaft, ist laut eigener Website offizieller Vermarktungspartner für „Höhle-der-Löwen“-Artikel. Bei einer Sichtung der Verbraucherzentrale hatte der eBay-Shop alle vorhandenen UVP-Preise durchgestrichen. Es lockten satte Reduzierungen von bis zu 50 Prozent und mehr. Einige Preise schienen wie im freien Fall. Für „Tukluk“ beispielsweise, ein Spielmattenset für Kinder, wurden statt 599,99 Euro nur noch 149 Euro aufgerufen.

Neben eBay verkauft der offizielle Löwen-Shop sein Sortiment laut Verbraucherzentrale auch auf dem Marketplace von Amazon. Bei einem Vergleich der Preise stellten die Tester unterschiedliche Preise für  identische Artikel fest. Beim „Blinkerhandschuh“ beispielsweise waren das immerhin zehn Euro.

Fazit der Verbraucher-Schützer: So manche “Höhle-der-Löwen-Fabel” ende als “Horrorstory” auf Wühltischen und in Grabbelecken.

Bei aller Kritik hat die Show allerdings auch schon nachhaltige Produkterfolge hervorgebracht, wie etwa das Gewürz-Startup Ankerkraut oder die Sportmode-Marke Morotai.

(swi)

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Alle Kommentare

  1. “Das Fernseh-Spiel findet seine Fortsetzung im richtigen Verbraucherleben. Und die sei “gespickt mit Tricks und Merkwürdigkeiten”, so die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen in einer Pressemitteilung.

    Begleitendes und betreutes Käuferverhalten- wir danken der VZ.
    Aber dann für die Feststellung der Sinnlosigkeit einer Riesterrente Jahre brauchen.
    Der Populismus und die erschreckende Nichtseriösität dieses mit Steuergeldern am Leben gehaltenen Vereins wird immer eklatanter.
    Muss wohl an der politischen Nähe der Betroffenen liegen.
    Und morgen dann der Warnhinweis, dass “Adam sucht Eva” nicht wirklich etwas mit Adam, Eva und dem Paradies zu tun hat und die Butter bei Penny unverschämterweise teurer ist als bei Edeka.

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