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Vertical Review: Mit diesen Apps lassen sich Videos und Bilder für Storys bei Instagram und Snapchat bearbeiten

Nutzwert-Serie “Vertical Review”: Mark Heywinkel über nützliche Apps für Storys bei Instagram und Snapchat
Nutzwert-Serie "Vertical Review": Mark Heywinkel über nützliche Apps für Storys bei Instagram und Snapchat

Für qualitativ hochwertige Instagram-Storys muss man sich nicht zwingend Videoschnitt-Programme wie After Effects und Premiere leisten. Mit mobilen Apps lassen sich direkt auf dem Smartphone hochwertige Inhalte im Hochkant-Format produzieren und bearbeiten. In der Nutzwert-Serie "Vertical Review" stellt Mark Heywinkel drei nützliche Apps für schicke Storys bei Instagram und Snapchat vor.

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Von Mark Heywinkel

Wer Instagram-Storys produzieren will, muss sich von dem Gedanken lösen, dass sie qualitativ mit aufwendig produzierten Netflix-Dokus mithalten müssen. Instagram hat das Snapchat-Prinzip genau aus dem gegenteiligen Grund kopiert: “Das größte Problem, dass die Leute mit Instagram hatten, war, dass sie den Druck gespürt haben, richtig großartige Fotos teilen zu müssen”, erklärte Kevin Systrom, CEO von Instagram, nach der Story-Einführung. “Die Leute wollen viel mehr teilen, aber sie wollen die Bilder nicht an die Wand ihrer Galerie hängen.”

Die Instagram-Nutzer schätzen den rauen, spontanen und dadurch nahbaren Stil der Storys. Auch als Medium sollte man sich deshalb den Druck nehmen, vertikale Videos von einem Team mit massig Zeit und toller Technik zusammenfrickeln zu lassen. Sicher kann man das so machen: Das Team von Spiegel Online leistet sich beispielsweise den Aufwand, die Perseiden in Animationen zu erklären oder Infografiken zu bewegen, die über den maroden Zustand deutscher Brücken informieren. Das Social-Media-Team der Bild stellt jeden Freitag zwei Moderatoren vor einen Greenscreen, um im Umfrageformat “Bild fragt euch” aktuelle Themen zu besprechen. Produktions-Level: Ohne Motion-Grafiker und After Effects läuft hier nix.

Eine Story lässt sich aber auch mit geringerer Kraftanstrengung basteln. Bei der Süddeutschen Zeitung etwa gibt‘s kaum Bewegtbild. Die Münchner vertrauen meist auf starkes Fotomaterial. Für eine sechs Slides umfassende Story mit Empfehlungen für Badeseen reiht die Redaktion Bilder idyllischer Badeszenen aneinander. Direkt über die Instagram-App fügte das Team Sätze wie “Beste Wasserqualität bekommt man im Olchinger See”. Die Neon-Redaktion wiederum haut, scheinbar ohne fein ausgearbeitetes Konzept, Storys raus. Kurze Videofetzen von Künstlerinterviews, Selfies aus dem Redaktionsalltag, Berichte von der Recherche, wackelige Vor-Ort-Reportagen von der Berlinale. Produktions-Level: gemacht in fünf Minuten.

Ob Storys in hoher Qualität oder unprätentiös zusammengebaut sind, das spielt keine Rolle. Hauptsache es passt zur Marke. Wer erste Schritte auf Instagram und Co. gehen will und nach günstigeren Tools als Premiere, Final Cut und After Effects sucht, der wird in den App-Stores fündig. Diese drei Apps helfen, Storys direkt am Handy aufzuwerten:

Für Einsteiger: Unfold

In der kostenlosen Basisversion von Unfold (verfügbar für iOS und Android) stehen 25 Vorlagen zur Verfügung, mit denen mehrere Bilder oder Videos auf einem Slide positioniert werden können. Headlines und Texte lassen sich in sechs verschiedenen Schrifttypen ergänzen. Die Slides lassen sich in Unfold vorproduzieren, später können sie einzeln oder als komplette Story zu Instagram exportiert werden.

Seit neuestem muss die App nicht mal mehr mit eigenen Fotos bestückt werden: Unfold bietet die Möglichkeit, direkt auf das Fotoarchiv von Unsplash zuzugreifen und zahlreiche Stock-Fotos unter CC0-Lizenz zu integrieren. Wem die kostenlosen Templates nicht reichen, der kann für je 1,09 Euro Sets mit 15 weiteren Vorlagen dazu kaufen.

Für Langfilmer: Continual
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Snapchat hat vor Monaten die Möglichkeit eingeführt, dass Storys ohne Unterbrechung filmen zu können, und die App die Aufnahme automatisch in einzelne Snaps zerlegt. Bei Instagram müssen die maximal 15 Sekunden langen Slides erst zwischengespeichert oder veröffentlicht werden, bevor sich der Nutzer der nächsten Aufnahme widmen kann.

Für die Produktion von Vlogs oder Vor-Ort-Reportagen, ist das eine nervige Einschränkung, weil Moderationen so auf die Sekunde genau passen müssen. Mit Continual (verfügbar für iOS, 8,99 Euro) können lange Aufnahmen ganz einfach in einzelne Segmente zerlegt werden. Die App ermöglicht es auch, in 16:9 gefilmte Videos ins Hochkant-Format zu bringen.

Für Fortgeschrittene: Splice

Die von GoPro entwickelte App (verfügbar für iOS) soll Besitzern der Action-Kamera ermöglichen, die Aufnahmen mobil aufzuhübschen. Es lässt sich aber jedes mit dem Handy aufgenommene Video importieren und ins Hochkant-Format überführen.

Nutzer können mit der kostenlosen App sehr simpel auf mehreren Ebenen arbeiten: Sie können ihre Videos schneiden, die Farben mit vorgefertigten Filtern anpassen und Übergänge hinzufügen. Die Audiospur einzelner Sequenzen lässt sich ein- und ausfaden sowie herunter- oder heraufpegeln. Sie können Titeltexte, Bauchbinden und Credittafeln einfügen. Über die App erhalten sie sogar Zugriff auf eine große Sound- und Musikdatenbank, in der von Ambient bis Punk passende Songs für jede Story zu finden sind.

Mark Heywinkel arbeitet als Head of Development und stellv. Redaktionsleiter bei ze.tt, dem jungen Online-Magazin des Zeit Verlags. Zuvor hat er als Head of Hochkant die Instagram- und Snapchat-Strategien bei Bild verantwortet. Gemeinsam mit Florian Prokop, Regina Lechner und Bianca Myr gibt er in der MEEDIA-Nutzwert-Serie “Vertical Review” Tipps rund um mobile Hochkantformate wie Instagram und Snapchat.

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