Partner von:
Anzeige

Blamables Aus für Geisterstadt-Social-Network: Google stoppt gefloppte Plattform Google+ nach Datenleck

Die Tage von Google+ sind gezählt
Die Tage von Google+ sind gezählt

Datenfiasko in Mountain View: Der zweitwertvollste Internetkonzern der Welt musste gestern nach einem Bericht des Wall Street Journals eingestehen, dass sein 2011 gestartetes soziales Netzwerk Google+ über Jahre eine Sicherheitslücke aufwies, durch die App-Entwickler Zugriff auf Nutzerinformationen wie die Emails-Adresse, das Geschlecht, Alter, den Wohnort oder den Job erhielten. Als Konsequenz zieht Google bei seinem ohnehin schwer gefloppten Social Network den Stecker – im nächsten Jahr soll es Google+ nur noch als Intranet-Lösung für Unternehmen geben.

Anzeige

Google erlebt sein Cambridge Analytica im Miniaturformat: Eine halbe Million Nutzerkonten bei Google waren zwischen 2015 und 2018 von einer Sicherheitslücke betroffen, wie das Wall Street Journal gestern in einem explosiven Bericht enthüllte.

Entwickler von mindestens 438 Apps erhielten demnach bei 497.000 Nutzern Zugriff auf Informationen wie die Email-Adresse, das Geschlecht, das Alter, den Wohnort und den Job. Wie das WSJ berichtet, hat Google das Datenleck im März diesen Jahres entdeckt, die betroffenen Nutzer aber nicht  informiert. Mehr noch: Der Suchgigant hat versucht, den Vorfall unbedingt unter Verschluss zu halten, um nicht in den Sog von Facebooks Datenskandal um Cambridge Analytica zu geraten.

Google+ hatte nie eine Chance gegen Facebook und verkam schnell zur virtuellen Geisterstadt

Die Konsequenzen aus dem Fauxpas, der durch den WSJ-Bericht nun doch publik geworden ist, zieht Google jetzt: Google+ wird Ende August nächsten Jahres für Privatanwender geschlossen, wie Google in einem Blogpost mitteilte. Lediglich Unternehmen können die Funktionen von Google+ noch für Intranet-Lösungen verwenden.

Das Aus von Google+ ist indes keine Überraschung. Im Juli 2011 hatte Google als Konkurrenz zu Facebook sein eigenes soziales Netzwerk gelauncht, das minimalistischer und gleichzeitig offener daherkam: Nutzer konnten sich folgen, ohne auf eine Freundschaftsbestätigung warten zu müssen.

Schnell jedoch wurde klar: Google+ hatte keine Chance gegen Facebook – und verkam schnell zur virtuellen Geisterstadt. Dass Googles soziales Neztzwerk dennoch seine Fans hatte, wurde in der kollektiven Trauerbewältigung nach dem verkündeten Aus in zahlreichen Tweets deutlich.

Anzeige

Keine Neuigkeiten aus der Medien-Branche mehr verpassen: Abonnieren Sie kostenlos die MEEDIA-Newsletter und bleiben Sie über alle aktuellen Entwicklungen auf dem Laufenden.

Anzeige

Mehr zum Thema

Anzeige
Anzeige
Werben auf MEEDIA
 
Meedia

Meedia