"Es war ein großer Fehler": Grünen-Politikerin entschuldigt sich für Kohle-Nazi-Tweet "Braun ist immer Scheiße"

Die Grünen-Fraktionschefin in NRW teilte ein Foto einer Protestaktion mit Nazi-Vergleich im Hambacher Forst

Die Grünen-Politikerin Monika Düker hat am Samstag das Bild eines Protest-Plakates zum Hambacher Forst getwittert, auf dem der Slogan „Ob Nazis oder Kohle – Braun ist immer Scheiße!“ stand. Für diesen Vergleich erntete sie im Netz zum Teil heftige Kritik. Nun hat sich die Landtagsabgeordnete für den Tweet entschuldigt.

Die Aussagen des Plakates seien geeignet, „Mitarbeiter in der Braunkohleförderung zu diffamieren und sie in ihren Gefühlen zu verletzen“, schreibt die Fraktionsvorsitzende der Grünen in NRW gestern auf ihrer persönlichen Webseite. „Dass das so wahrgenommen werden konnte, habe ich in diesem Moment nicht erkannt. Dafür entschuldige ich mich, insbesondere bei allen Beschäftigten im Rheinischen Revier und in der Lausitz.“ Und weiter: „Es war ein großer Fehler, diesen Tweet so abzusetzen.“


Der Eintrag, um den es geht, stammt vom Samstag, als tausende Menschen im Hambacher Forst gegen dessen Rodung demonstrierten. Darauf zu sehen ist ein Bild des Transparents mit der Aufschrift „Ob Nazis oder Kohle – Braun ist immer Scheiße!“ sowie der Kommentar „Bunt und kreativ wird es heute“.


Wegen des Nazi-Vergleichs auf dem Protest-Plakat wurde Düker stark kritisiert. Unter anderem schrieb der FDP-Vorsitzende Christian Lindner: „Wenn die @gruenenrw #Braunkohle und die dort beschäftigten Menschen mit #Nazis gleichsetzen, dann ist das nicht ,bunt und kreativ’. Es ist einfach nur dumm.“


Gegenüber der Bild ärgerte sich auch der Chef der Bergbau-Gewerkschaft IG BCE, Michael Vassiliadis: „Die Aussage ist in ihrer Maßlosigkeit so weit außerhalb jedes politischen Anstandes, dass es sich verbietet diese zu wiederholen“. Bayerns grüne Spitzenkandidatin Katharina Schulze sagt in dem Bericht: „Ich hätte diesen Tweet so nicht gemacht“.
Düker ruderte daraufhin zunächst auf Twitter zurück: „Wer mir unterstellt, Braunkohle-Mitarbeiter mit Nazis zu vergleichen oder gar Nationalsozialismus zu verharmlosen, der kennt mich nicht oder will mich missverstehen. Nichts liegt mir ferner. Wenn das so verstanden wird, tut es mir leid“. Später dann die Entschuldigung auf der Webseite. In der Zwischenzeit hatte die CDU laut Bild eine Aktuelle Stunde zur „Meinungsäußerung von Monika Düker“ beantragt.
Die braucht es nun nicht mehr. Für die Entschuldigung gab es unter anderem Lob von Christian Lindner (FDP):


(rt)