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“Beispiellos schlecht”: Die Wall Street verzweifelt an Snap – Aktie auf Allzeittiefs unter 8 Dollar

Ratlos: Snapchat-CEO Evan Spiegel auf der Recode Code Conference
Ratlos: Snapchat-CEO Evan Spiegel auf der Recode Code Conference

Schlecht, schlechter, Snap: Die Snapchat-Mutter ist heute an der Wall Street auf neue Allzeittiefs gestürzt und hat dabei erstmals die Marke von 8 Dollar nach unten durchbrochen. Auslöser ist eine neue Analysteneinstufung von Evercore, die den App-Anbieter mit dem Geisterlogo unumkehrbar chancenlos gegen Instagram sieht. Auch Marketing-Guru Scott Galloway sieht inzwischen nur noch eine Hoffnung für CEO Evan Spiegel, um gesichtswahrend aus der endlosen Krise herauszukommen: den Verkauf an Amazon.

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James Cramer war wieder einmal in Hochform. “Ich weiß gar nicht, was ich über Snap noch sagen soll – so schlecht ist es”, watschte der Marktkommentator bei CNBC die Snapchat-Mutter gestern zum wiederholten Male ab.

Wenige Monate zuvor hatte der frühere Hedgefondsmanager den Auftritt von CEO Evan Spiegel vor Analysten mit einer Comedy-Einlage bei Saturday Night Live verglichen.

Der Sarkasmus kommt nicht von ungefähr. Snap ist rund eineinhalb Jahre nach dem Börsengang zum beliebtesten Punching Ball der Wall Street verkommen, weil der 2011 von Evan Spiegel und Bobby Murphy gegründete Social Media-Dienst bis heute nicht annähernd nachgewiesen hat, dass er profitabel arbeiten kann – die Verluste waren bis zuletzt höher als die Umsätze.

Evercore und Citigroup senken Kursziele

Entsprechend ist die Wall Street immer noch nicht damit fertig, die großen Herausforderungen für den strauchelnden Social Media-Dienst einzupreisen – nach unten. Analysehaus Evercore reduzierte heute wie die Citigroup das Kursziel auf nur noch 7 Dollar – und war damit maßgeblich für den neuerlichen Sturz auf Allzeittiefs verantwortlich.

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Erstmals in der kurzen und unglücklichen Börsenkarriere von Snap notiert die Snapchat-Mutter beim Kurssturz von weiteren 6 Prozent nun schon unter 8 Dollar. Zum Vergleich: Im März 2017 hatte Snap seine Aktien noch zu Kursen von 17 Dollar ausgegeben und war in der Folge seit dem IPO in der Spitze bis auf über 29 Dollar emporgeschossen. Anleger müssen entsprechend bis heute dramatische Verluste von 55 Prozent gegenüber dem Ausgabekurs und gar von 74 Prozent gegenüber den Höchstkursen verkraften.

Letzte Rettung Übernahme von Amazon?

Analyst Anthony DiClemente streicht in seiner Kurzstudie, die dem Finanzsender CNBC vorliegt, vor allem die übermächtige Konkurrenz von Instagram heraus, die zu einer unumkehrbar schwächeren Langfristentwicklung führen dürfte. So rechnet der Evercore-Analyst damit, dass Snap auch im abgelaufenen dritten Quartal einen Nutzerrückgang verkraften müsse.

Für den viel zitierten Marketing-Professor Scott Galloway, der seit Jahren auf die chancenlose Marktstellung Snapchats gegenüber Facebooks Produktpalette hinweist, gibt es für CEO Evan Spiegel nur noch eine Option, glimpflich das Geschäft abzuwickeln – nämlich durch Verkauf an einen Internetgiganten.

Weil Facebook durch die persönliche Rivalität zwischen Spiegel und Zuckerberg als möglicher Kaufkandidat nicht in Frage, hält Galloway eine Akquisition durch Amazon oder Disney im kommenden Jahr für wahrscheinlich, wobei der E-Commerce-Riese in der Pole Position sitzt. Im Podcast mit re/code-Chefin Klara Swisher erklärte Galloway:  “Ich denke, Jeff Bezos sagt sich: Wir lieben Teenager, die dumm genug sind, all ihr Geld auszugeben” – Teenager, die sich immer noch ideal mit Snapchat erreichen ließen…

 

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