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“Vertical Review”: Wie man eine Story über einen Event für Instagram und Snapchat vorbereitet

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Immer häufiger schicken Redaktionen ihre Reporter mit dem Auftrag los, bei Events die sozialen Medien nicht zu vergessen und gleich noch eine "kleine Story" für Instagram oder Snapchat zu machen. Im zweiten Teil der Nutzwert-Serie "Vertical Review" erklärt der Journalist Florian Prokop, wie man sich am besten auf eine Event-Story vorbereitet und was dabei zu beachten ist.

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Von Florian Prokop

Eins vorweg: Im besten Fall ist die Herstellung einer Instagram-Story auf einem Event die einzige Aufgabe eines Reporters. Denn was für den Außenstehenden nach kurzweiliger und mal eben erledigter Arbeit aussieht, kann unter Umständen wertvolle Stunden und vor allem Nerven gekostet haben – vor allem, wenn man es richtig machen will.

Was vor dem Event zu tun ist

Damit die Story knackig und abwechslungsreich bleibt, empfiehlt es sich, vorher ein kleines Treatment zu verfassen, die alle Moderationen, Einstellungen, Untertitel und Anmerkungen umfasst. Es empfiehlt sich, das Treatment in Tabellenform anzulegen und ausgedruckt (!) mitzunehmen. So ist es griffbereit und man muss nicht zwischen Apps switchen und kann Akku sparen. Ein Beispiel-Treatment könnte so aufgebaut sein:

In den Anmerkungen könnten außerdem hintergründige Fakten über das Event stehen:  Welche nennenswerten Ereignisse gab es beispielsweise im Vorjahr, welche weiteren Informationen sind für den Kontext relevant, wer organisiert das Event und warum? Natürlich können solche Infos auch moderiert werden, oft passen sie auch als reiner Text in atmosphärische Shots oder auf Fotos, die in die Story eingefügt werden, um ihr ein bisschen Abwechslung zu geben. Zu viel recherchierte Fakten kann es gar nicht geben, weglassen vor Ort geht immer noch. Durch das Treatment wird sichergestellt, dass alles, was unbedingt in der Story vorkommen soll, auch stattfinden wird.

Während des Events

Das Treatment kann nun während des Events abgearbeitet werden. Wie bei jeder Live-Reportage ist es dennoch wichtig, offen für den Moment zu bleiben und die Begebenheiten vor Ort wahrzunehmen. Reporter sollten flexibel auf Neues und Unerwartetes reagieren.

In einer ungeplanten Situation ist es vorteilhaft, erst einmal Material zu sammeln und auf dem Smartphone zu speichern – und später in einem ruhigeren Moment den wirklich passenden Slide an der richtigen Stelle mit entsprechenden Untertiteln in die Story zu packen.

Meistens ist das, was in den ungeplanten Momenten geschieht, für die Story der größere Gewinn als vorbereitete Fakten – so entsteht der größere Live-Moment. Für die vorrecherchierten Fakten gilt deshalb: Kill your Darlings! Die Story sollte unbedingt dennoch relativ kurz bleiben und nicht mit Infos überfrachtet werden.

Für Vox Pops mit jungen Menschen empfiehlt es sich, das Handy aus der Hand zu geben. Viele Menschen sind lockerer, wenn sie im Selfiemodus Antworten geben können. Jugendliche unter 18 Jahren können sich aus Datenschutzgründen mit den Beautyfiltern ein wenig anonymisieren. Oft führt die Kombination Selfie-Aufnahme + selbstausgesuchter Filter zu den authentischsten, Antworten. Jugendliche sind außerdem oft geübt darin, die Frage in die Antwort mit aufzunehmen und die 15’ Sekunden Länge eines Slides perfekt auszunutzen.

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Gay Pride Krakow (PL) from Florian P on Vimeo.

Im Gegenzug fühlen sich Menschen ab einem gewissen Alter möglicherweise wohler, wenn sie nicht auch noch das Handy halten müssen, während sie antworten. Um wertvolle Zeit zu sparen kann die Frage im Antwort-Slide als Untertitel ins Bild geschrieben werden.

Nach dem Event

Wenn die komplette Story online ist, lohnt es sich, ein Foto im Feed zu posten und auf die Story zu verweisen. Die Story ist 24h online – ein zweites Teasingfoto kann nach einigen Stunden also auch noch gepostet werden. Zur Archivierung den Clip auf dem Smartphone speichern, sowie nach 24 Stunden die Views checken. War die Story besonders erfolgreich und/oder inhaltlich herausragend, kann sie als “Highlight” über die 24 Stunden hinaus auf dem Instagram verfügbar gemacht werden.

 

Florian Prokop ist freier Journalist. Er war unter anderem für den Snapchat- und Instagram Kanal “hochkant” von funk (ARD/ZDF) Reporter. Er moderiert bei Radio Fritz die Netz-Sendung “Trackback”. Gemeinsam mit Regina Lechner, Mark Heywinkel und Bianca Myr gibt er in der MEEDIA-Nutzwert-Serie “Vertical Review” Tipps rund um mobile Hochkantformate wie Instagram und Snapchat.

 

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Alle Kommentare

  1. Ein ausgedrucktes Stück Papier, damit die Instagram-Story auch richtig klappt. Warum tröstet mich das eigentlich so?

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