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“Anführer wirst du so nie, im besten Fall ein Diktator”: Kann man mit Kollegahs “Boss-Geboten” Karriere machen?

Erfolg im Beruf? Kollegah gibt den Fans in seinem Buch einige Tipps
Erfolg im Beruf? Kollegah gibt den Fans in seinem Buch einige Tipps

Nun hat Felix Blume auch ein Buch auf den Markt gebracht. Der unter dem Künstlernamen Kollegah bekannte Rapper erzählt in "Das ist Alpha! Die 10 Boss-Gebote", wie aus einem Nichtsnutz ein Alpha-Tier werden kann. Kann Mann auf den 256 Seiten wirklich etwas für Job und Karriere lernen? Überraschende Antwort: Ja, denn Kollegahs Erfolgs-Ratschläge für angehende Chefs sind durchaus differenziert.

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256 Seiten Selbsthilfe, Ratgeber und Gangster-Rap: Kollegahs Buch “Das ist Alpha! Die 10 Boss-Gebote” ist seit voriger Woche auf dem Markt und die Kritiken dazu sind teils vernichtend (auch bei MEEDIA). Zahlreiche Redaktionen wie Zeit Online, Süddeutsche Online und der Musikexpress haben über die oberflächlichen und sexistischen Aussagen berichtet, die die Öffentlichkeit bereits seit Jahren aus zahlreichen seiner Songs kennt. Fernab dieser fragwürdigen Inhalte ist das Produkt aus wirtschaftlicher Sicht für den Münchener Verlag Riva ein voller Erfolg: Die Boss-Fibel hat Thilo Sarrazins “Feindliche Übernahme” von Platz 1 verdrängt und sich an die Spitze der Sachbuch-Bestseller-Listen von Amazon, Media.Control und der GfK gesetzt.

Darüber hinaus hat sich Kollegah seit seinen künstlerischen Anfängen vor mehr als 14 Jahren ein lukratives Geschäftsmodell aufgebaut, mit Alpha Music Empire ein eigenes Musik-Label geschaffen und zahlreiche Alben mit hunderttausenden Verkäufen auf den Markt gebracht. Ein Händchen für Marketing und Business ist dem 34-Jährigen bei aller Kritik nicht abzusprechen. Dieses Wissen muss sich doch auch in seinen zehn Geboten wiederfinden lassen. Also, was lässt sich aus diesem “Macho-Machwerk” für den Berufsalltag mitnehmen? Helfen die Ratschläge des Hip-Hoppers dabei, vom einfachen Angestellten zum Chef bzw. Boss aufzusteigen? Und wie können Herausforderungen im Job nach der Lektüre der “10 Boss-Gebote” gemeistert werden?

1.) Auf die richtigen Fragen kommt es an

Jeder Journalist kennt diesen Grundsatz: “Stelle keine geschlossenen Fragen, auf die dein Gesprächspartner mit Ja oder Nein antworten kann.” Kollegah gibt diesen Rat ebenfalls und erläutert dazu: “Diese Fragen führen nur selten zum Erfolg.” Deshalb seien sie in wichtigen Angelegenheiten wie Gehaltsverhandlungen ein No-Go. Die Frage “Kriege ich eine Gehaltserhöhung?” könne der Chef ohne Probleme mit einem Nein beantworten. Erfolgsversprechender sei eine charmante Einleitung, gefolgt von der Betonung des zuletzt Geleisteten für die Firma und dem Fingerzeig, welchen Vorteil beispielsweise mehr Gehalt oder ein Firmenwagen auf die Motivation hätte. Das Ja werde dadurch dem Vorgesetzten schmackhaft gemacht, erklärt Kollegah, eine Ablehnung der Forderung somit weniger wahrscheinlich.

2.) Du musst Mitmenschen führen können

Eine Fähigkeit, die Führungskräfte unbedingt mitbringen sollten, ist, dass sie ihre Angestellten motivieren und inspirieren können. “Ein Vorbild zu sein, ist für einen Boss nicht nur wichtig, sondern sogar Pflicht”, betont Kollegah im siebten Gebot. Ein “echter Boss” erlaube einem Mitmenschen nicht nur, sich gewisse Dinge bei ihm abzuschauen, heißt es weiter. “Er ermuntert sie sogar dazu, und er ist immer auch selbst aktiv.” Ein Anführer zeichnet sich aus Sicht des 34-Jährigen durch folgende Fähigkeiten aus: eine Vision, die gleichbedeutend ist mit einem großen Ziel und der Fähigkeit einzuschätzen, was getan werden muss, um dieses zu erreichen; Disziplin und Beharrlichkeit, also der Wille, sich nicht von Nebensächlichkeiten ablenken zu lassen und auch Empathie. Dazu heißt es zielgruppengerecht: “Wenn du diese Fähigkeit als zu weiblich abtust und lieber den knallharten Einzelkämpfer gibst, dann ist das okay. Aber ein Anführer wirst du so nie, im besten Fall ein Diktator.” Unterm Strich betont der Musiker, müsse sich jeder in Geschäftspartner und Kollegen hineinversetzen können, um deren Motivation zu begreifen.

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3.) Als Chef musst du lernbereit sein

“Du hast niemals automatisch recht, bloß weil du der Chef bist”, schreibt Felix Blume aka Kollegah. An die Spitze bist du deshalb gekommen, weil du die “besten Köpfe und klügsten Ideen ins Boot holst und von ihnen lernst”. Fehlende Lernbereitschaft führe zu Misserfolg. Stattdessen soll sich ein Vorgesetzter die Ideen der “vermeintlich Untergebenen” anhören und mit ihnen diskutieren. Dies sei keinesfalls als Führungsschwäche zu verstehen. Ein weitere Eigenschaft eines wahren Chefs: Integrität. Darunter lasse sich Charakter verstehen, oder wie Kollegah es ausdrückt: “Du musst ein Ehrenmann sein.”

4.) Nimm nicht alles so ernst

Ein Rat, der sich für viele Lebenslagen übernehmen lässt, aber den ebenfalls Personen in leitenden Positionen befolgen sollten: Sei nicht so bierernst. “Der grimmige Anführer, der alles und jeden unendlich ernst nimmt, gehört leider zu den Mythen, die in den Medien sehr gern kolportiert werden”, klärt der Rapper auf. Dieser Typ Mensch sei schnell beschrieben: Er nimmt alles wichtig, ist übermäßig grüblerisch und sucht ständig nach Wegen, die Welt zu verbessern. “Nichts ist unwichtig, er selbst schon mal gar nicht.” Unsinn sei das, so Herr Blume, denn jeder gestandene Boss könne über alles und jeden lachen – “auch über sich selbst.” Sein Tipp: Sei humorvoll, denn das Umfeld wird es dir danken.

tb

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