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“Das sollten Sie jetzt einfach mal auf sich ruhen lassen”: Der Phrasen-Eiertanz von Olaf Scholz im Interview mit Marietta Slomka

Vizekanzler Olaf Scholz im Interview mit Marietta Slomka
Vizekanzler Olaf Scholz im Interview mit Marietta Slomka

Nachdem am Sonntag bekannt wurde, dass Hans-Georg Maaßen den Posten als Sonderbeauftragter im Bundesinnenministerium übernehmen soll, erklärte Horst Seehofer, diese Lösung habe bereits vor Tagen im Raum gestanden und sei nur nicht aufgegriffen worden. Während des "heute journals" spricht Marietta Slomka SPD-Vizekanzler Olaf Scholz darauf an – und bekommt nur ausweichende Phrasen zur Antwort.

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Marietta Slomka ließ nicht locker am Sonntagabend. Denn sie wollte wissen, ob der Lösungsvorschlag im Koalitionsstreit um Hans-Georg Maaßen tatsächlich bereits in der ersten Verhandlungsrunde bestanden habe. Dies hatte der CSU-Vorsitzende Horst Seehofer zumindest unmittelbar nach der Entscheidung behauptet, dass Maaßen Sonderbeauftragter im Bundesinnenministerium werden soll. Zuvor hieß es noch, der Verfassungsschutzpräsident werde zum Staatssekretär im Innenministerium befördert.

Während eines Interviews mit Olaf Scholz im “heute journal” (Beitrag in der ZDF Mediathek) wollte die Journalistin wissen, was an dieser Äußerung Seehofers dran sei und fragte den SPD-Politiker: “Es war sehr interessant, dass Herr Seehofer sagte, diese Lösung, die hätte er in der ersten Verhandlungsrunde auf den Tisch gelegt. Da scheint Frau Nahles ja nicht zugegriffen zu haben, oder wie war das?” Daraufhin antwortete Scholz lapidar, er sei nicht dabei gewesen und es handele sich bei dieser Äußerung um einen “typischen Seehofer”.

Dies wollte Marietta Slomka offensichtlich nicht auf sich sitzen lassen und bohrte weiter nach: “Was meinen Sie damit? Dass Herr Seehofer in diesem Fall die Unwahrheit sagt?” Und wieder bekommt sie keine konkrete Antwort von Scholz: “Ich glaube, dass richtig ist, dass jetzt diese Lösung gefunden wurde.”

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Was daraufhin folgte, war ein regelrechter Eiertanz des Vizekanzlers, der nur ein weiteres Beispiel dafür ist, wie schwer sich viele Politiker damit tun, in Interviews klare Ansagen zu machen:

Marietta Slomka: Das wäre ja schon ein Ding, wenn er diese Lösung schon angeboten hätte (…) und Frau Nahles hätte nicht erkannt, dass das viel besser ist als Herrn Maaßen zum Staatssekretär zu befördern. Das wäre dann glaub ich schwer vermittelbar, wenn das so gelaufen wäre, oder?
Olaf Scholz: Wäre, wäre, wäre. Ist ja ganz anders. Deshalb glaube ich, ist es schon richtig, dass die SPD-Parteiführung und die Parteivorsitzende den Mut und die Kraft aufgebracht haben, zu sagen, die Lösung, die da gefunden wurde, hat nicht gereicht. Wir müssen eine besser finden. Das ist jetzt gelungen.

Marietta Slomka: Ich muss da nochmal nachhaken. Wäre, wäre, wäre…d as wird Herr Seehofer nicht gerne hören, dass Sie unterstellen, er habe da irgendetwas behauptet.
Olaf Scholz: Ich glaube, Herr Seehofer freut sich, dass diese Sache jetzt einer gute Lösung zugeführt ist. Das ist auch eine, die auf breite Unterstützung bei den Bürgerinnen und Bürgern stößt. Das, was uns ein Anliegen war, nämlich, dass eine Veränderung beim Bundesamt für Verfassungsschutz stattfindet, das ist ja ein Anliegen, das nicht die SPD hatte, sondern die meisten in unserem Land.”

Marietta Slomka: Sie merken aber schon, dass wir damit wieder mittendrin in einem neuen Koalitionsstreit sind? Nämlich die Frage, was ist da wie wann gelaufen und besprochen worden?
Olaf Scholz: Nein, auch wenn Sie sich sehr bemühen, und das ist sicherlich auch sehr interessant. Aber ich glaube, Sie sollten das jetzt auch einfach mal auf sich beruhen lassen. Es ist mit sehr großen Anstrengungen eine vernünftige Lösung gefunden worden. Das war jetzt möglich und vorher nicht. Das ist ganz besonders der Parteivorsitzenden der SPD zuzurechnen, die gesagt hat: “Das was die drei Vorsitzenden ursprünglich vereinbart hatte, ist so wenig akzeptiert in der Bevölkerung, das muss man schnell ändern.” Es ist schnell geändert worden. Gut so.

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Alle Kommentare

  1. Analysen wie diese zeichnen MEEDIA aus. Danke auch dafür, dass Sie Original-Zitate gebracht haben.

    Warum sind solche tiefergreifenden Analysen wichtig?

    Die Medien gelten als sogenannte vierte Gewalt – und agieren neben Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft.

    Wie sich diese Medien positionieren/verhalten/im Tagesgeschäft agieren, gehört zum Analysebereich eines Dienstes für Medienmacher.

    Die Redaktion von MEEDIA hat das verstanden und hat einen viel breiteren Blick als andere Dienste für Medien- und Markenmacher.

    Ohne MEEDIA würde in der Medien- und Markenbranche etwas fehlen.

    Andere Dienste bleiben sehr kurz und begnügen sich mit Häppchen (t2) oder vernachlässigen die Dokumentation solcher tagesaktueller Kontroversen zwischen Medien/Politik/Wirtschaft/Gesellschaft (kress).

  2. Diese Regierung ist inzwischen die größte Gefahr für unsere demokratisches System. Anstand, Ehrlichkeit und Kompetenz sind für die Merkel Truppe Fremdwörter. Die Bevölkerung wird dauerhaft belogen, massiv manipuliert, gespalten und dem Land die Zukunft genommen. Wann ist dieser gesellschaftliche Alptraum endlich vorbei?

  3. So hat Scholz auch nach dem G-20-Gipfel in Hamburg herumgequatscht. Anschließend wurde er befördert. Er weiß, wie es geht!

    1. Wie sich die Bilder gleichen: Vor etwas längerer Zeit gab es schon mal einen ähnlichen Disput zwischen der “Staatsrundfunk-bis-ins-Mark-Repräsentantin” Slomka und dem “Bürger-als-Pack-Titulierer”, der so gerne Außenminister geblieben wäre. Fazit: Beide Sozis spielten da keine gute Rolle!
      Heute ist der rote Scholzomat sogar Bundes-Finanzminister (als SPD´ler) und brachte in diesem Zusammenhang sogar noch seine Gefährtin in einem Landesparlament als Ministerin unter: Und solche “Persönlichkeiten” regen sich über einen wie Maaßen auf, der mit seiner Chemnitz-Aussage vollkommen richtig lag und keinesfalls selbst daran gewerkelt hatte, sich plötzlich in einer Staatssekretärs-Funktion wieder zu finden!

  4. Frau Nahles hat sich verzockt, Herr Kühnert ist unglücklich, die Journalisten ebenfalls, da die Hetzjagd nicht in ihrem Sinne ausgefallen ist. Ich wette, die Bevölkerung ist längst wieder zur Tagesordnung übergegangen und nur noch genervt von diesem unwürdigen Theater. Danke Herr Seehofer, dass sie standhaft geblieben sind. Sowohl Merkel als auch Frau Nahles haben keine gute Figur gemacht – ich hoffe, die Wähler behalten das in Erinnerung.

  5. Nie sollte man vergessen, welchen “Eiertanz” Herr Scholz hinter sich hat mit seinem Gipfel in Hamburg… Niemand hat ihn – wie aktuell Herrn Maaßen – “hingerichtet” und politisch aus dem Verkehr gezogen.. Wohl gemerkt: Niemand! Er ist zum Vizekanzler und stellvertretenden Parteivorsitzenden ernannt worden… hochgestuft in welche Gehalts- oder Steuergelder-Klassen – im Vergleich zu Maaßen? Komisch, dass die “Saubermänner- und -Frauen” der SPD nur großkalibrig auf den Maaßen und den Seehofer schießen und nicht auf ihren eigenen fehlerbehafteten Ex-BEAMTEN = 1. Oberbürgermeister… Welcher Fehler war wohl größer… der von Maaßen in der Beurteilung eines Videos oder der von Scholz? (irgendwie sah das damals doch wie eine “Hetzjagd” aus oder? Ist das völlig vergessen?)

  6. Frau Slomka sollte noch einmal in die Journalistenschule gehen, um Interviewtechnik zu lernen. Immer wieder an derselben Stelle nachsetzen, obwohl man nicht die erwünschte Antwort bekommt, bringt dem Zuschauer nichts. Was soll denn jemand wie Olaf Scholz sagen, wenn er gar nicht dabei war? Vielleicht mal ein wenig inhaltlicher fragen, auch wenn es mehr Vorbereitung verlangt.

    1. sorry, kann ihre Einstellung leider nicht verstehen.man sollte doch davon Ausgehen, daß ein SPD Vizekanzler über so wichtige Gespräche informiert ist. Oder? Aber es ist ja viel Einfacher den Wähler weiterhin mit blöden Antworten zu kommen.Hat ja immer gut geklappt, und das ziehen wir durch bis der letzte begreift warum so eine Partei wie die AFD immer mehr Stimmen gewinnt.

    2. Toll, da gibt ein Amateur der vorbildlich nachfragenden Frau Slomka durchschaubare Ratschläge im Hofberichterstattungs-Stil, nach dem Motto: Klappe halten. Alles glauben. Lassen Sie sich nicht beirren Frau Slomka. Sie waren für manche Genossen einfach zu gut!

  7. “Zuvor hieß es noch, der Verteidigungsminister werde zum Innenstaatssekretär befördert.”

    Lest Ihr auch manchmal gegen?

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