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Zur Landtagswahl: Bayerischer Rundfunk übernimmt Web-Monitoring der Rheinischen Post

300 Millionen Quellen in Echtzeit analysieren: Das Social-Media-Searchtool “Listening Center” wird bei der Bayernwahl vom BR zum Einsatz kommen
300 Millionen Quellen in Echtzeit analysieren: Das Social-Media-Searchtool "Listening Center" wird bei der Bayernwahl vom BR zum Einsatz kommen

Vor vier Jahren begann die Rheinische Post mit dem Aufbau eines "Listening Centers", das das Web nach für Regionen und Themen relevante Inhalte filtert. Pünktlich zur Landtagswahl in Bayern startet die RP nun den Vertrieb des zeitweise von Googles DNI geförderten Projekts und führt das System beim Bayerischen Rundfunk ein. Daraus soll für den Regional-Verlag auch ein Geschäftsmodell entstehen.

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Für die Rheinische Post ist die öffentlich-rechtliche Anstalt der erste große Kunde eines Systems, das die Redaktion vor etwa vier Jahren für ihre eigenen Zwecke entwickelt hatte. Dazu wandelte die Redaktion eine bislang bestehende Software, mit der Unternehmen vor allem scannten, wie im Social Web über ihre Marken gesprochen wird, ab und entwickelte es für journalistische Belange weiter. Das Center durchsucht in Echtzeit nicht nur soziale Medien, sondern Newsportale, Bewertungs- und Diskussionsforen nach relevanten Inhalten und erkennt, wenn Themen größer werden.

“Wir definieren die Suchkriterien für das Center, das 300 Millionen Quellen im Social Web in Echtzeit analysieren kann. Wir gewichten den Düsseldorfer Oberbürgermeister oder den Blogger in Mönchengladbach, der Tausende Follower hat, oder den Landtagsabgeordneten, der sich bei Facebook unflätig äußert, höher als eine Initiative des US-Kongresses oder die neuen Umweltschutzstandards in Australien”, erklärte RP-Chefredakteur Michael Bröcker bereits 2015 in der Entwicklungsphase der Software. “Wir müssen die Themen im Netz aufstöbern, die für unsere Region relevant sind. Wir wollen wissen, welche Multiplikatoren und Influencer aus der Region wie über welche Themen sprechen. Die Kritik an der Stadtpolitik eines Bloggers aus Bilk mit Tausenden Followern ist genauso wichtig wie die Meinung eines Oppositionspolitikers im Stadtrat.” Mittlerweile läuft das System eigenen Angaben zufolge in den 25 Lokalredaktionen der Regionalzeitung und erstellt für die Redakteure je nach Fachgebiet individuelle Reportings.

Zunächst zur Landtagswahl in Bayern wird nun auch der BR das System einsetzen. Für die Regionalzeitung wird so ein Geschäftsmodell daraus. Während der Hersteller das System verkauft, verdient die Zeitung an Provision und Beratungstätigkeit. Darüber wird bei der RP darüber nachgedacht, für kleinere Medien, die kein ganzes Center aufbauen können, individuelle Reportings zu erstellen.

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Der Informationsflut aus dem Netz Herr zu werden und für unterschiedliche Zielgruppen relevante Inhalte herauszufiltern, ist für viele Redaktionen eine Herausforderung, der sie mit eigenem Entwicklergeist nachgehen. Neben etablierten Social-Monitoring-Tools, wie beispielsweise Facebooks Crowdtangle, arbeiten Redaktionen an eigenen Lösungen. So baute unter anderem die Nachrichtenagentur dpa einen “Social Web Radar” auf, mit dem sie über soziale Netzwerke hinaus auf Themensuche für Kunden geht. Bei MEEDIA filtert Datenexperte Jens Schröder Viralthemen aus Sozialen Netzwerken, die er in unterschiedlichen Kategorien in seiner werktäglichen Kolumne #trending präsentiert.

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Alle Kommentare

  1. Warum werden von uns überhaupt Rundfunkgebühren geordert und eingetrieben, wenn die einzelnen Rundfunkanstalten (hier BR) nicht mehr in der Lage oder Willens sind, eigene Einrichtungen unabhängig zu betreiben. Damit wird die Vielfalt der Meinungen nicht gerade gefördert.

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