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Stummer Verkäufer: Wie der Fernsehklassiker “Pan Tau” den Absatz der Super Illu aufs Jahreshoch pushte

Deutliche Ausschläge im Einzelverkauf durch aufgeklebte DVDs mit Film- und Musikhits: Burdas vor allem im Osten erfolgreiches Wochenmagazin Super Illu
Deutliche Ausschläge im Einzelverkauf durch aufgeklebte DVDs mit Film- und Musikhits: Burdas vor allem im Osten erfolgreiches Wochenmagazin Super Illu

Wie so viele andere Publikumszeitschriften verlor auch die Super Illu in den vergangenen Jahren massiv an Auflage. Insbesondere im Einzelhandel stürzte das Burda-Magazin ab: von über 500.000 verkauften Exemplaren im Jahr 2003 auf nur noch 121.000 im aktuellen Quartal II/2018. Doch mit einigen Ausgaben springt die Super Illu regelmäßig weit über die Zahl hinaus. Der Grund: DVDs mit Film-Klassikern.

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Von den 33 Super-Illu-Ausgaben, deren Heftauflagen im Jahr 2018 bisher von der IVW veröffentlicht wurden, fanden 23 im Einzelhandel, also in Supermärkten, Kiosken, Tankstellen & Co. zwischen 109.449 und 122.039 Abnehmer. Zehn Hefte landeten zum Teil klar darüber. Der Grund: Beilagen. Auf der zehntplatzierten Ausgabe des bisherigen Jahres klebte die CD “Liebe Mama” mit Schlagern von Stefanie Hertel, Hansi Hinterseer, Heintje & Co. – auf den neun, die die besten Einzelverkäufe 2018 erreichten, waren es DVDs.

Das Beilegen von Filmen oder Serien-Folgen auf Print-Magazinen ist keine Idee, die die Super Illu erfunden hat. Doch das Magazin, das vor allem im Osten gelesen wird, setzt die Idee besser um als andere. Die DVDs, die der Zeitschrift beiliegen sind nämlich vor allem Klassiker, passend zur Zielgruppe. Und wie sich zeigt, locken sie auch Zehntausende zum Kiosk, die das Magazin eigentlich nicht mehr oder womöglich noch nie gekauft haben.

Die stärkste Nummer war die 15/2018 mit einigen Folgen der Serie “Pan Tau” als DVD-Beilage. Auf sagenhafte 182.656 Einzelverkäufe brachte sie es – über 60.000 mehr als die erfolgreichste Super Illu des Jahres ohne Beilage. Mit 179.845 Exemplaren nur knapp dahinter folgt Heft 32/2018 mit “Go Trabi Go”. Über 160.000 mal gingen die Hefte mit den DVDs von “Pippi Langstumpf”, “Feuer unter Deck” und “Die Helden von Kummerow und ihre lustigen Streiche” über die Ladentresen.

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Für den Verlag haben die Verkaufs-Erfolge neben den Vertriebserlösen auch noch einen anderen positiven Effekt: Die negative Auflagen-Entwicklung wird etwas abgefedert, sieht durch die monatlichen Ausreißer nach oben im Durchschnitt nicht ganz so schlecht aus wie ohne Beilagen.

So schön die Verkaufserfolge für Burda auch sind, so zwiespältig sind sie auf der anderen Seite. Denn im Umkehrschluss bedeutet der große Unterschied zwischen Heften mit DVD und Heften ohne DVD auch, dass vielen Käufern das eigentliche Magazin offenbar völlig egal ist, man hat sich einfach einen günstigen Film gekauft. 3,49 Euro sind für eine Super Illu mit DVD fällig. Burda wird hoffen, dass der eine oder andere Käufer, der eine Ausgabe mit DVD gekauft hat, auch das Magazin toll fand und dann auch Hefte ohne Beilage kauft. Doch darauf deutet die Auflagen-Entwicklung bislang nicht wirklich hin.

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Alle Kommentare

  1. “Denn im Umkehrschluss bedeutet der große Unterschied zwischen Heften mit DVD und Heften ohne DVD auch, dass vielen Käufern das eigentliche Magazin offenbar völlig egal ist, man hat sich einfach einen günstigen Film gekauft.”

    Das ist doch anderswo genauso, z.B. bei Computerzeitschriften. Ich habe einige zu Hause, in die ich nicht ein Mal geschaut habe. Aber die beigelegte DVD mit Spielen oder Software war günstig. Das sollten sich auch die Werbekunden mal überlegen, ob es wirklich sinnvoll ist, in solchen Heften Werbung zu schalten.

  2. Na die Superillu @Karl Auer, ann man nicht mit normalen Wochenzeitungen ala Bams vergleichen. Denn die Illu ist theoretisch für den Osten gemacht. Und genau hier beißt sich die Katze in den Schwanz. Ich kann NICHT bei 30% AfD + 30% CDU ständig die Moralkeule rausholen und Belehrungsmaschinerie anwerfen und meinen, der Osten muß was lernen. Das Blatt hat sich gewandelt und genau das schmeckt vielen nicht mehr, Belehrungslektüre gibts auch bei Bams. Das ist ganz klar, ich lese das ja auch im Schnelldurchgang. Lückenfüller-Hausfrauentips aus anderen belanglosen Blättern über ellenlange Seitenzahlen will auch keiner mehr sehen, schon gar nicht Autotests in 5 Sätzen. Will die Superillu systempolitisch sein, dann bitte. Aber sicher ohne die Leser.

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