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Angriff auf Apotheken Umschau: Burda will mit Gesundheitsmagazin MyLife Platzhirschen Paroli bieten

BurdaLife-Geschäftsführer Kay Labinsky: Angriff auf die Apotheken Umschau mit MyLife
BurdaLife-Geschäftsführer Kay Labinsky: Angriff auf die Apotheken Umschau mit MyLife

Hubert Burda greift den Quasi-Monopolisten Apotheken Umschau auf dem Markt der kostenlosen Gesundheitsmagazine frontal an. Das Münchener Medienunternehmen startet die Zeitschrift MyLife im Frühjahr 2019, die bundesweit mehr als 9.000 Apotheken kostenlos an ihre Kunden verteilen können. Damit hofft der Verlag auf zusätzliche Erlöse aus dem Anzeigengeschäft mit der milliardenschweren Pharmaindustrie. Denn der Werbemarkt für OTC-Arzneimittel ist in den vergangenen Jahren deutlich gewachsen.

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Die Botschaft von Burda Vorstand Philipp Welte klingt unmissverständlich. „Mit dem neuen Apothekenmagazin MyLife bieten wir eine innovative Alternative in einem attraktiven Markt, in dem bislang eine Monopolstruktur besteht“. Gemeint ist die Zeitschrift Apotheken Umschau aus dem Wort & Bild Verlag, die in mehr als 20.000 Apotheken kostenlos ausliegt. Sie dominiert seit Jahren den Gesundheitsmarkt der frei erhältlichen Kundenmagazine in Deutschland.

Jetzt fährt Burda dem Quasi-Monopolisten in die Parade. Das Münchner Verlagshaus will Anfang 2019 den Gesundheitstitel MyLife bundesweit in 9.000 Apotheken auslegen – und dies alle 14 Tage. Dazu ist Hubert Burda mit dem Essener Pharma-Großhändler Noweda ein Joint Venture eingegangen. Hinter dem Unternehmen stehen mehr als 9.200 Apotheken. „Das Magazin, das Apotheken kostenlos ihren Kunden geben können, behandelt die Themenfelder Wiederherstellung der Gesundheit, Prävention und Gesunderhaltung sowie Wohlbefinden ganzheitlich“, umreißt BurdaLife-Geschäftsführer Kay Labinsky das Konzept. Geplant ist zudem, Inhalte des Magazins mit dem Burda-Gesundheitsportal mylife.de zu verquicken. Damit will der Verlag die Zeitschrift schneller bekannter machen.

Verknüpft werden auch Inhalte des Web-Portals mylife mit einem neuen Online-Bestellplattform IhreApotheken.de. Hierüber sollen Kunden künftig bundesweit Arzneimittel bestellen, die von den an Noweda angeschlossenen Vor-Ort-Apotheken ausgeliefert werden. Damit will die Genossenschaft die Zukunft ihrer stationären Apotheken absichern. Sie wird durch die wachsende Konkurrenz von Online-Versandapotheken wie DocMorris, Apo-Discounter, Apotal, Medpex oder Medikamente-per-Klick bedroht.

Der name MyLife is dabei keine neue Erfindung. Einst war My Life eine Schwester-Zeitschrift des Milchstrassen-Magazins Fit for Fun. Im Zuge der Übernahme der Verlagsgruppe Milchstrasse durch Burda, wurde das Heft 206 vom Markt genommen, um “die Perspektiven zu überdenken”. Nun erfährt zumindest der Name eine Wiederauferstehung.

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Der Wettbewerb in der Apothekenbranche könnte sich weiter verschärfen, wenn der US-Riese Amazon hierzulande in das Versandgeschäft mit Arzneimitteln drängt. In den USA hatte der Online-Riese erst jüngst die Web-Apotheke Pillpack geschluckt, um in den milliardenschweren Handel mit Medikamenten einzusteigen. Sollte Amazon in Deutschland in diesem Segment Tritt fassen, könnte hierzulande der Rückgang an stationären Apotheken deutlich an Dynamik gewinnen: „In Deutschland ist die Zahl der Vor-Ort-Apotheken auf dem tiefsten Stand seit fast 30 Jahren – Tendenz weiter fallend. Wird diese Entwicklung nicht gestoppt, ist es nur eine Frage der Zeit, bis die heute noch sehr gut funktionierende flächendeckende Versorgung der Bevölkerung mit Arzneimitteln über die Vor-Ort-Apotheken ernsthaft in Gefahr gerät“, erklärt Noweda-Vorstandschef Michael Kuck.

Für Burda bietet das neue Magazin die Chance, im lukrativen Anzeigenmarkt mit Pharma-Unternehmen noch stärker Fuß zu fassen, denn der Werbemarkt wächst. Nach Angaben des Zentralverbands der deutschen Werbewirtschaft (ZAW) stiegen die Werbeausgaben für OTC-Arzneimittel in 2017 brutto auf mehr als 1,1 Milliarden Euro. Zwei Jahre zuvor waren es lediglich rund 880 Mill. Euro. Besonders stark wird für Heilsäfte gegen Erkältungen geworben.

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Alle Kommentare

  1. Das wurde aber auch Zeit – der Monopolist Apotheken Umschau, der nur für die Kunden, nicht aber für die Apotheker kostenlos ist und längst alle Konkurrenz vernichtet hat (wer kann schon gegen Werbung zu den allerbesten TV-Zeiten anstinken?) hätte schon längst in seine Schranken gewiesen werden sollen. Die Frage, wo bleibt da die ABDA, die ja selbst den Untergang der eigenen Kundenzeitschrift der Apotheken Umschau geopfert hat? Becker Senior war ein genialer Lobbyist (das häßliche Kunstungetüm vor dem Kanzleramt hat er meines Wissens einst Herrn Dr. Kohl gestiftet ), der jedwede Konkurrenz schnell aus dem Weg zu räumen verstand.
    Ob es mit Burda so viel anders ist, sei mal dahingestellt, aber immerhin steht nun einer der Großen als Konkurrenz in der Apotheke. Fragen Sie also künftig Ihre Apotheker nach dem anderen Blatt:-). Leider wird es auch in dieser Zeitschrift nicht sehr viel mehr als gut getarnte Werbung geben. Aber man darf ja hoffen.

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