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FAZ-Chef Thomas Lindner kündigt neue, günstigere Online-Flatrate und stärkere Paywall an

Will die FAZ neu aufstellen: Geschäftsführer Thomas Lindner
Will die FAZ neu aufstellen: Geschäftsführer Thomas Lindner

Wer die FAZ und die Sonntagszeitung FAS digital lesen will, muss dafür tief in die Tasche greifen: 46,90 Euro kostet das E-Paper. Zwar liegt das Abo für die Printausgaben mit 71,90 Euro noch deutlich darüber, für viele Nutzer ist der Preis aber zu hoch. Thomas Lindner, der Geschäftsführer der FAZ, hat deshalb vor Verlegern ein neues Preismodell präsentiert, das auch junge Nutzer ansprechen soll. Eine Online-Flatrate wird sowohl digitale als auch Print-Inhalte vereinen.

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“Es ist unsere Verpflichtung, Maß zu halten”, appellierte Lindner am Dienstag auf dem Distribution Summit des VDZ in Hamburg. “Um unsere Umsätze zu halten, erhöhen wir die Preise und bauen damit immer größere Markteintrittsbarrieren für Kunden auf.” Diese Strategie funktioniere auf Dauer nicht. “Wir müssen uns dem Thema mit Innovationskraft und auch Brüchen zuwenden”, so der FAZ-Chef.

Die FAZ habe daher ein neues Pricing-Modell erarbeitet, das Lindner in seiner Rede kurz anriss. Es soll vor allem jungen Nutzern den Zugang zum Journalismus erleichtern. In einem ersten Schritt, so Lindner, wolle die Frankfurter Zeitung die Anzahl der Artikel hinter der Paywall signifikant erhöhen. Derzeit lassen sich noch ein Großteil der Artikel auf der Webseite frei lesen.

Zeitgleich wird die FAZ eine wöchentliche Online-Flatrate einführen, die die “Paywall wieder neutralisiert”. Dabei soll es sich um ein Pauschalangebot handeln, das zu je 25 Prozent aus Inhalten der gedruckten Zeitung, der FAS, der FAZ Woche und dem Magazin Quarterly gefüttert wird. Bei Quarterly handelt es sich um ein quartalsweise erscheinendes Hochglanzmagazin, das ursprünglich als Gegenpart der Digitalisierung lanciert wurde. Gleichzeitig sollen Leser mit dem Abo das komplette “Angebot der FAZ-Online-Redaktion als Stream” erhalten. Mit dem neuen Online-Gesamtpaket erhofft sich Lindner, preissensible Leser zu erreichen. Zu dem Preis an sich sagte er aber nichts.

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Zugleich appellierte der Geschäftsführer an die anwesenden Verleger, Inhalte nicht einfach so an Plattformen großer Unternehmen zu verkaufen. “Wir sind einflussreicher, als wir glauben”, so Lindner. “Zumindest wenn wir uns nicht gegeneinander ausspielen lassen”. Lindner bezieht sich dabei etwa auf den baldigen Start der News-App von Apple in Deutschland. In den USA sorgt das Programm für einen großen Teil der Leserschaft der Nachrichten-Seiten. Für die Verlage sei das eine Chance, wenn “wir den Journalismus nicht für kleines Geld an die Plattformen verkaufen”.

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Alle Kommentare

  1. Her Lindner FAZ und die Herausgeber verstehen offenbar nicht den Grund für die Auflagenrückgänge (auch) bei den sog. Qualitätszeitungen. Sie sind mehr und mehr mutiert zu Regierungsblättchen unter Leitung des unsäglichen “Regierungssprechers” Seibert (ex ZDF). Es ist ein Trauerspiel–diese Uneinsichtigkeit in den Redaktionen. Ob nach MERKEL wieder kritische Berichterstattung eintreten wird? Dann kann ich vielleicht nach 40 Jahren Abo der FAZ- und Rheinzeitung (KO) wieder Abonnent werden. Komme mir keiner mit dem anhaltenden Erfolg der ZEIT. Lehrer und sonstige Beamte sind eine eigene Klientel…Für die ist die ZEIT gut genug.

    1. Ja, die Zeit gilt ja schon seit geraumer Zeit als Zentralorgan der deutschen Müßiggänger, eben Lehrer und sonstige Beamte.

  2. Ja, die FAZ gehört eindeutig mit zur Merkel-Jubelpresse und ist somit für den kritischen Zeitgenossen so gut wie unlesbar geworden – 70 € pro Monat; ein Witz. Den gleichen Käse lese ich bei Welt online für 5 € im Monat und da kann man sich hin und wieder an Artikeln von Broder erfreuen. Ansonsten zahle ich für Publico, Tichy und Achgut.

  3. Die FAZ war mal eine recht ordentliche Zeitung. Jetzt, wo sie zu 95 Prozent auf Merkel-Regierungskurs eingenordet wurde, auf dem sich bereits gefühlte 100 andere Blätter befinden, wären mir für dieses unkritische Erzeugnis bereits 10 Euro im Monat zu viel. Ich kann mir wirklich nicht vorstellen, dass es Menschen gibt, die dafür über 70 Euro hinlegen.

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