Live-Aufsager bei Hurrikan als Fake News: Weather Channel-Reporter stemmt sich verzweifelt gegen Sturm, während Passanten vorbeischlendern

Im Kampf gegen Hurrikan "Florence": Wetterreporter Mike Seidel

Liveberichte von Naturkatastrophen sind für Reporter vor Ort eine große Herausforderung. Mike Seidel, Meteorologe und Reporter für The Weather Channel, hat bei seinem Einsatz zum Hurrikan „Florence“ wohl etwas zu stark geschauspielert und erntete dafür Spott in den sozialen Netzwerken. Sein Arbeitgeber hat für Seidels Verhalten jedoch eine Erklärung.

Mike Seidel ist schon seit Stunden im Einsatz, als er erneut für den Weather Channel vor die Kamera treten muss. Der Meteorologe berichtet über den Hurrikan „Florence“, der in den USA bis zum Montag 17 Menschen das Leben kostete. Während einer Live-Schalte aus Wilmington im US-Bundesstaat North Carolina kämpft er scheinbar gegen die Sturmböen, stemmt sich verzweifelt dagegen und versucht währenddessen auf dem Rasen den Stand zu halten. Seine Bemühungen im Kampf gegen den Hurrikan wirken dramatisch. Dann wird die Szenerie absurd: Denn plötzlich laufen im Hintergrund zwei Männer entlang, spazieren über die Straße, erkennbar ohne Mühe schlendern sie durch die Sturmböen, gegen die Seidel im Vordergrund so vehement ankämpft.
https://twitter.com/gourdnibler/status/1040678572262916096
Für das Netz sind die Aufnahmen ein gefundenes Fressen: Bei Twitter wurde der Clip allein auf einem Profil mehrere hunderttausend Mal geteilt und hatte bis zum Montagmorgen über 27,4 Millionen Abrufe. Beim Kurznachrichtendienst machten sich viele Nutzer über Seidel lustig und stellten seine Bemühungen in eigenen Clips nach. Manche Nutzer sprachen ob der überzogen wirkenden Aktion des Reporters gar davon, dass selbst das Wetter mittlerweile „Fake News“ sei. Zudem berichteten zahlreiche US-amerikanische und internationale Medien seitdem über den Wettermann.
https://twitter.com/chrissussdorf/status/1041131517127401472?ref_src=twsrc%5Etfw%7Ctwcamp%5Etweetembed%7Ctwterm%5E1041131517127401472&ref_url=http%3A%2F%2Fwww.spiegel.de%2Fpanorama%2Fflorence-wetter-reporter-dramatisiert-sturm-bericht-a-1228346.html
https://twitter.com/JeremyRKemp/status/1041284652395311105
The Weather Channel hat sich auf Anfrage der Washington Post mittlerweile zu dem Fall geäußert. Sie verteidigen ihren Reporter und betonen, dass er nach einem langen Einsatz „ohne Zweifel erschöpft“ gewesen sei. Außerdem müsse man bedenken, dass die beiden Männer im Hintergrund auf Beton gehen, während Seidel sich auf feuchtem Rasen befinde, was einen sicheren Stand erschweren würde.
Die Zahl der Toten nach Hurrikan „Florence“ ist mittlerweile auf mindestens 17 gestiegen. Städte wie Wilmington, aus der auch Seidel berichtet hat, sind von der Außenwelt abgeschnitten. Der Hurrikan ist übers Wochenende abgeschwächt und ist landeinwärts gezogen.
tb