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Nach Streit um "Nullrunde" trotz Tariferhöhung: Springer-Konzern will Erfolgsprämie für Mitarbeiter anheben

Axel-Springer-CEO Mathias Döpfner

Springer-Chef Mathias Döpfner plant, die erfolgsabhängige Vergütung seiner rund 16.000 Mitarbeiter aufzustocken. Sie sollen künftig mehr als 1000 Euro als Erfolgsprämie erhalten, wenn die Arbeitnehmer ihre Ziele voll erreichen. In den letzten fünf Jahren hatte das Medienhaus im Schnitt 720 Euro gezahlt. Erst vor zwei Wochen gab es Zoff, weil Döpfner für einen Teil der Belegschaft vereinbarte Tariferhöhungen mit außertariflichen Zulagen verrechnen will.

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Es war keine gute Nachricht für nach Tarif angestellte Journalisten des Verlagshauses Axel Springer. Das Berliner Medienunternehmen plant, die 1,9 Prozent Gehaltssteigerung (rückwirkend zum Mai 2018) mit außertariflichen Zulagen zu verrechnen (MEEDIA berichtete). Das bedeutet für die Mitarbeiter eine neuerliche Nullrunde.
Der Betriebsrat reagierte entsprechend sauer. „Hart trifft es die vielen Redakteurinnen und Redakteure im Haus, die seit Jahren keine Gehaltserhöhung mehr bekommen haben und sich mit ihrem Netto immer weniger leisten können”, rügten die Arbeitnehmervertreter in einem offenen Brief. Sie forderten Vorstandschef Mathias Döpfner auf, die Maßnahme noch einmal zu überdenken.
Doch die Maßnahme trifft nur einen kleinen Kreis von etwas mehr als 300 Mitarbeitern, die noch in der Bild GmbH & Co. KG angestellt sind. Sie bekommen noch übertarifliche Zulagen gezahlt. Im Konzern ist das allerdings nicht mehr Usus. Seit 2014 stellt das Medienunternehmen neuer Mitarbeiter überwiegend in außertariflichen Gesellschaften wie beispielsweise der Bild KG an. Pikant: Döpfner hatte als Präsident des Bundesverbandes Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) mit den Gewerkschaften seinerzeit den Gehaltszuwachs ausgehandelt.
Jetzt scheint Döpfner den internen Groll etwas zu befriedigen. Er will offenbar die erfolgsabhängige Vergütung für alle rund 16.000 Beschäftigten im Konzern aufstocken. Konkret geht es dabei um den so genannten Corporate Sucess Bonus, basierend auf den Erfolgsdaten des Gesamtkonzerns. So will Döpfner die Prämie angeblich auf einen Betrag auf mehr als 1000 Euro erhöhen. „Wir wollen bei Axel Springer die variablen erfolgsabhängigen Vergütungskomponenten weiterentwickeln und erweitern, dass heißt modernisieren, vereinfachen und damit motivierender und gerechter machen“, erklärt eine Verlagssprecherin gegenüber MEEDIA.
Der Vorstand ist offenbar dafür bereit, tiefer in die Tasche zu greifen. „Axel Springer wird insgesamt die Kosten für das Programm deutlich erhöhen. Sollte sich das Unternehmen weiterhin so erfolgreich entwickeln, werden auch die Mitarbeiter unmittelbar davon profitieren“, betont die Verlagssprecherin und ergänzt. „In den letzten fünf Jahren wurden durchschnittlich 720 Euro gezahlt. Bei entsprechender Zielerreichung wäre künftig auch ein Betrag von mehr als 1.000 Euro möglich“, so die Unternehmenssprecherin. Es werde also nichts gekürzt oder eingespart, das Gegenteil sei der Fall, heißt es. Auch der Teilnehmerkreis solle vergrößert werden. Derzeit spricht die Springer-Führung über das Konzept und dessen Einzelheiten mit dem Betriebsrat.

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