Partner von:
buzzer-das-letzte-aus-dem-netz
Anzeige

“Welcome to the PC World”: Die Herald Sun verteidigt als rassistisch kritisierte Karikatur zu Serena Williams

Die Herald Sun veröffentlicht eine Karikatur über Serena Williams und wird dafür heftig kritisiert
Die Herald Sun veröffentlicht eine Karikatur über Serena Williams und wird dafür heftig kritisiert

Die australische Herald Sun hat eine Karikatur der Tennisspielerin Serena Williams veröffentlicht und ist dafür heftig kritisiert worden. Darauf ist Williams als wutentbrannte, schnaufende Schwarze mit dicken Lippen zu sehen, die auf ihrem Tennisschläger trampelt. Nun verteidigt das Blatt den Zeichner – und veröffentlicht die Karikatur erneut auf der Titelseite.

Anzeige

Hintergrund war Williams’ Wutausbruch im Finale der US Open. Im Endspiel gegen die Japanerin Naomi Osaka hatte sich die Tennisspielerin über die Entscheidung des Schiedsrichters aufgeregt, sie wegen Coachings zu verwarnen. Dafür musste sie eine Geldbuße in Höhe von 17.000 Dollar zahlen. Die Herald Sun, die größte Zeitung Australiens, druckte am Montag die Karikatur des Zeichners Mark Knight, was ihr viel Kritik einbrachte.

Nutzer in den Sozialen Netzwerken warfen dem Zeichner unter anderem Rassismus vor. Die Karikatur, in der Williams als wutschnaubende Schwarze mit großem Hinterteil dargestellt wird, bediene jegliche Klischees. Unter anderem meldete sich die Bestseller-Autorin J.K. Rowling zu Wort. Auf Twitter kritisiert sie, dass es die Karikatur geschafft hätte, eine der größten Sportsfrauen unserer Zeit auf sexistische und rassistische Weise zu diffamieren.

Auch der US-amerikanische Bürgerrechtler Jesse Jackson und Bernice King, die Tochter von Martin Luther King, kritisierten die Darstellung scharf:

Der Zeichner der Karikatur verteidigte seine Zeichnung in einem Video. Es gehe ihm nur darum, den Wutausbruch Williams darzustellen. Dahinter würden keinerlei rassistische Motive liegen. “Ich habe sie so gezeichnet, wie sie ist: als afroamerikanische Frau”, sagt Knight. Inzwischen hat er sein Twitter-Konto gelöscht, um seine Familie zu schützen.

Auch die Herald Sun, die im Besitz von Rupert Murdoch ist, nimmt den Zeichner in Schutz. Auf Twitter schreibt die Zeitung: “Es hat nichts mit Geschlecht oder Rasse zu tun”.

Am Mittwoch druckte das Blatt die Karikatur erneut – diesmal auf der Titelseite und zusammen mit Karikaturen bekannter Persönlichkeiten wie Donald Trump oder Kim-Jong Un. Auf dem Titel steht: “Welcome to PC World”, Willkommen in einer Welt, in der alles politisch korrekt verläuft. Ginge es nach den Zensoren, die die Zeichnung kritisierten, würde alle diese Karikaturen fehlen. “Das politisch korrekte Leben ist tatsächlich sehr langweilig”, heißt es im Begleittext.

Keine Neuigkeiten aus der Medien-Branche mehr verpassen: Abonnieren Sie kostenlos die MEEDIA-Newsletter und bleiben Sie über alle aktuellen Entwicklungen auf dem Laufenden.

Anzeige

Mehr zum Thema

Anzeige
Anzeige

Alle Kommentare

  1. Schon dreist wenn jemand mehrfach in einem Spiel gegen die Regeln verstößt, zu Recht bestraft wird, dann auch noch den Schiedsrichter beleidigt und sich zur Krönung als angebliches Opfer von Sexismus und Rassismus aufspielt.

    Damit erfüllt Williams jedes negative Klischee, das es über Schwarze in den USA gibt.

  2. Schon dreist Serena Williams als Schwarze zu zeichnen.
    Ach die ist tatsächlich Schwarze!?
    Wie kann man nur so rassistisch sein. Unverschämtheit, dass die schwarz ist.
    Ach ne Frau ist sie auch?!
    Na wenn das so ist: Rassistin!
    Meine Güte: es gibt eben schwarze Tennusspielerinnen.
    Welcher Idiot redet da von Rassismus und Sexismus?
    Hätte man sie Weiss karikatieren sollen und dazu noch mit männlichem Geschlechtsorgan?

  3. Die australische Presse hat noch Eier, liebe deutsche Presse, das sind diese Dinger, die Mut und Stolz auf das Berufsethos erzeugen, das hatte früher [tm] jeder Journalist, bevor die Redaktionen Dependancen mächtiger gesellschaftlicher Interessengruppen wurden und Journalisten zu miserabel bezahlten Copycats und „freien“ Zeilenhonorarnut^H^Hschreibern.

  4. Also, früher war definitiv mehr “Je suis Charlie”.

    Und dabei spielt im aktuellen Karikaturen-Streit die Problemreligion gar keine Rolle.

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Werben auf MEEDIA
 
Meedia

Meedia