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Noch-Spiegel-Chef Brinkbäumer zu seiner Abberufung: “Kenne keine Gründe für die Entscheidung und kann sie nicht nachvollziehen”

Spiegel-Chefredakteur Klaus Brinkbäumer
Spiegel-Chefredakteur Klaus Brinkbäumer

Im Gespräch mit dem Internet-Radio Detektor.fm hat Noch-Spiegel-Chefredakteur über sein Buch "Nachruf auf Amerika" und seine Demission als Spiegel-Chef gesprochen. Gründe für seine Abberufung seien ihm nicht bekannt, so Brinkbäumer und er könne auch keine Gründe nachvollziehen.

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In der Pressemitteilung des Spiegel-Verlags zum Wechsel in der Chefredaktion hatte es geheißen, es gebe unterschiedliche Auffassungen mit Brinkbäumer bezüglich der geplanten Zusammenlegung der Print- und Online-Redaktion beim Spiegel. Das wies Brinkbäumer im Gespräch mit Detektor.fm von sich: “Ich habe Anfang Juni zusammen mit der Spiegel-Online-Chefredakteurin ein Konzept abgegeben über genau diese Zusammenlegung. Wir waren uns einig, das ist sehr detailliert. Ich kenne keine unterschiedlichen Auffassungen dazu.”

Er habe keine Gründe für die Entscheidung der Gesellschafter, ihn zu ersetzen, gehört und könne diese Entscheidung auch nicht nachvollziehen, so Brinkbäumer weiter. Kritik an der Redaktion des Spiegel und deren Führung habe es keine gegeben. Stattdessen stellt er sich selbst ein gutes Zeugnis aus: “In den letzten Jahren waren wir tatsächlich wirklich gut. Die Auflage des Spiegel ist zuletzt dank Spiegel+ gestiegen. Wir haben in den letzten Jahren sämtliche große Journalistenpreise gewonnen für Texte wie ‘Die Schulz-Story’ oder ‘Das Auto-Kartell’, die Titelbilder haben Preise gewonnen.”

Mit dem Verweis auf eine steigende Auflage bezieht sich Brinkbäumer auf das digitale Bezahlkonzept Spiegel+, denn die Print-Auflage des Spiegel ist – wie bei anderen Medien auch – rückläufig. “Reine Printauflagen steigen in diesen Zeiten des Strukturwandels nicht”, so Brinkbäumer, “wenn es gelingt, dass sie digitale Auflagen aufbauen, während die Print-Auflage absackt, dann machen sie es erfolgreich. Wir haben bei Spiegel+ enorme Verkäufe, einen enormen Erfolg.”

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Derzeit befinde er sich in Gesprächen über seine künftige Rolle beim Spiegel. Mehr könne er dazu nicht detailliert sagen. Zum Verhältnis der Medien zu US-Präsident Donald Trump sagte er: “Wir müssen ihn ernst nehmen. Man darf ihn nicht ständig karikieren.” Allerdings hat Brinkbäumer selbst dafür gesorgt, dass es zahlreiche Trump-Karikaturen auf das Cover des Magazins schafften. Hier sei die Funktion gewesen, zuzuspitzen und auch “Humor zu transportieren”, erläutert er.

Das Problem in vielen deutschen Redaktionen sei, dass Journalismus “schlicht heruntergespart” werde. Darunter leide der Investigativ-Journalismus. Das eigene Haus meint er damit natürlich nicht. Trotz aller strukturellen Probleme sei der Spiegel noch immer “selbstverständlich die stärkste deutsche Medienmarke”, so der scheidende Spiegel-Chefredakteur.

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Alle Kommentare

  1. Irre ich mich oder hat nicht Stefan Plöchinger mit Spiegel plus Ordnung in das Digitalchaos beim Spiegel gebracht? Auf Brinkbäumers Konto geht doch eher der “Erfolg” von Spiegel Daily.

  2. Mein Gott, der Brinkbäumer ist ja wirklich eine Pfeife und als Führungskraft absolut ungeeignet. Null Selbsteinsicht, zu gehirngewaschen um die Widersprüche zwischen seinen Positionen und seinem Verhalten zu erkennen (“Wir müssen Trump ernst nehmen. Man darf ihn nicht ständig karikieren”) und dass er ausgerechnet zum G20-Wochenende in Hamburg in den Urlaub gefahren ist hält er wahrscheinlich auch noch für sein gutes Recht als Chef.

    Wie zum Geier ist der Typ SPIEGEL-Chef geworden? Wurde er nur nach seiner 100% linientreuen Transatlantiker-Interventionisten-Haltung mit extra Merkel-Stiefelleckerei-Vorliebe ausgewählt und der Verlag dachte, der Rest regelt sich dann schon von allein?

  3. Also ich kenne die Gründe, Unfähigkeit bei der Personalauswahl und Unfähigkeit bei der Themensetzung!

    Das ganze Ausmass des Totalversagens Brinkbäumer wird erst mittelfristig deutlich werden. Der Spiegel ist heute ein 70+ Produkt für Hirntote.

  4. Ja, füher hat man am Spiegel eine ganze Woche gelesen, heute blättert man ihn in einer ganzen Viertelstunde durch. Fundierten Qualitätsjournalismus finden die klügeren Zeitgenossen zum Glück bei Achgut, Tichy, Publico und der JF.

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