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Der kritische Abschlussbericht zu Belästigungsvorwürfen beim WDR: Nun ist der Intendant gefragt

WDR-Intendant Tom Buhrow, Prüferin Monika Wulf-Mathies: “größerer Ermittlungseifer nötig gewesen”
WDR-Intendant Tom Buhrow, Prüferin Monika Wulf-Mathies: "größerer Ermittlungseifer nötig gewesen"

Das hatte sich WDR-Intendant Tom Buhrow vermutlich anders vorgestellt, bzw. erhofft. Die von ihm eingesetzte frühere Gewerkschaftsvorsitzende Monika Wulf-Mathies hatte untersucht, wie der Sender mit Hinweisen zu sexueller Belästigung umgegangen ist. Das Zeugnis, das sie dem WDR in ihrem Abschlussbericht ausstellt, ist alles andere als gut.

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“Es hat sich sehr schnell gezeigt, dass das Thema sexuelle Belästigung nur die Spitze des Eisbergs ist, hinter dem sich Machtmissbrauch, vielfältige Diskriminierungserfahrungen und eine Unzufriedenheit mit dem Betriebsklima verbergen”, so Wulf-Mathies. Der WDR hatte im Mai einem Mitarbeiter wegen Belästigungsvorwürfen fristlos gekündigt, mit dem ehemaligen Fernsehfilmchef Gebhard Henke einigte sich der Sender außergerichtlich auf eine Trennung.

Wulf-Mathies: “Trotz aller Gleichstellungsbemühungen besteht noch immer ein strukturelles Machtgefälle zwischen in der Regel männlichen Chefs und weiblichen Untergebenen, das Raum für Grenzüberschreitungen lässt.” Sie bezeichnete es als mutig, dass sich der WDR darauf einließ, von ihr extern geprüft zu werden. Intendant Tom Buhrow sagte, er habe bei der Lektüre des Abschlussberichts “ein paar Mal schlucken müssen”. Ihm sei aber klar gewesen, dass sich unter der Oberfläche wesentlich mehr aufgestaut habe. “Dem müssen wir ins Auge sehen, und wir müssen uns das ungeschminkt sagen lassen.” Man habe in den vergangenen Monaten manches verbessert und werde jetzt noch mehr tun. “Wir sind dabei, Strukturen aufzubrechen. Ich werde all das, was Sie gesagt haben, ernst nehmen”, versicherte der Intendant. Was soll er auch sonst sagen?

In dem Prüfbericht attestiert Wulf-Mathies dem Sender zudem, dass in den bekannt gewordenen Fällen “größerer Ermittlungseifer” nötig gewesen wäre. Die meisten Fälle stammen freilich aus den 90er Jahren. Damals seien keine Maßnahmen zum Schutz von Frauen ergriffen worden, es habe keine festen Regeln gegeben, wie mit Vorwürfen sexueller Belästigung umzugehen ist. Frauen hätten demnach auch aufgrund des Betriebsklimas kein Vertrauen gehabt, sich an den Arbeitgeber zu wenden. Fairerweise muss man aber auch festhalten, dass dies gewiss nicht nur auf den WDR zu jener Zeit zutraf, sondern die Kultur in zahlreichen anderen Unternehmen auch beschreibt.

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Mit Bezug auf den WDR sprach Wulf-Mathies von “Silo-Strukturen”. Bei Führungskräften werde zwar auf die journalistischen Fähigkeiten geachtet, nicht aber auf soziale Kompetenz und Managementqualitäten. Um Abhilfe zu schaffen, schlägt Monika Wulf-Mathies u.a. eine dauerhafte externe Anlaufstelle für Betroffene, eine neue, umfassendere Dienstvereinbarung mit der Einrichtung einer Clearingstelle, die Beschwerden prüfen und Kommunikationsmängel beseitigen soll, und ein eindeutig definiertes Verfahren mit klaren Berichtswegen und Zuständigkeiten vor.

Auch wenn der Prüfbericht dem WDR zunächst kein gutes Zeugnis ausstellt, so war es dennoch ein kluger Schachzug von Buhrow, die bekannt gewordenen Fälle extern aufarbeiten zu lassen. Damit zeigt er echten Willen zur Aufklärung und zur viel beschworenen Veränderung der Arbeitskultur. Die eigentlich interessante Phase beginnt aber nun erst. Es muss sich zeigen, ob der allseits geforderte Kulturwandel tatsächlich stattfindet. Wie man so etwas misst und bewertet, darüber gibt es keine einheitlichen Regeln.

(Mit Material von dpa)

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Alle Kommentare

  1. Klar dass der fleischfarbene marxistische Gewerkschafts-Blob die Diskriminierung gaanz schlimm findet und ein “strukturelles Machtgefälle” feststellt. Das sind ja die Grundbausteine der modernen linken Opfer-Ideologie.

    Aber was konkret soll bei 30 Jahre alten Fällen so eifrig ermittelt werden? Die sind längst verjährt und waren wahrscheinlich eh nur #metoo-Banalitäten.

  2. Solch eine externe Aufklärung mit genügend Ermittlungseifer kann also jede und jeder machen oder gibt es dafür eine klare Posten-/Kompetenzbeschreibung?

    Und von welchem Schutz von Frauen ist da die Rede, den es gerade in den 90ern angeblich nicht gegeben hätte? Strukturell? Wie, was?

    Ob sich jemand belästigt fühlt oder jemand tatsächlich belästigt (sexuell genötigt, vergewaltigt usw)wird oder im Einvernehmen was abläuft u später bereut wird, das alles sei also nur auf “Silostrukturen”(?) zurückzuführen und darauf, dass Führungskräfte keine soziale Kompetenz gehabt hätten und keine Managementqualitäten.

    AHA!

    Und nun findet man das alles raus, um eine tolle Ami/EU-Agenda durchzudrücken.
    Genial!

      1. @ Walli Geier

        Ihr post erinnert mich an den Spruch:

        “Das dümmste was i kenn
        is a madl u a henn.” (pfui!!!)

        Daher kommt vermutlich die Silostrukturenthese. (nochmals pfui!!!!)

        Und nein, ganz klar nein, nichts mit Legebatterien und dergleichen am Hut, unsereins hat selbst sehr lange in Strukturen verbracht, wo die Frauen die, oder zumindest auch Hosen an hatten, sich abrackerten, ihren Job machten und nicht rumjammerten und sich alles zutragen lassen wollten, wie es heute zusehends derfall ist.

  3. Das läuft wohl auf eine allgemeine Verschleierung-Pflicht für Frauen hinaus.

    Man sollte das dann nicht so schwarz sehen.

    1. Entschuldigen sie, aber das versteht sich für jede anständige Frau von selbst sich zu verschleiern, um respektiert zu werden. Da braucht man nicht an eine Pflicht denken.

      1. Nette und aufschlussreiche „Diskussion“ hier, wobei eher von Selbstbestätigung oder gar von „intellektueller“ Onanie zu sprechen wäre! Wie viele Sockenpuppen betreibt RTE2018 denn inzwischen? Willi Wahnsinn, Frau Geierwalli, …? Kommen noch weitere hier zu Wort?

      2. @Ronald

        Ohje, Sie sind wohl auch ein unmittelbares Opfer der grauenvollen und gewaltimmanenten Silostrukturen?

        Mein Beileid!

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