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Mit Le Floid, Phil Laude und David Hasselhoff: YouTube startet deutsche Eigenproduktionen für Abonnenten

Bei der Vorstellung seines neuen YouTube-Formates: Florian “Le Floid” Diedrich
Bei der Vorstellung seines neuen YouTube-Formates: Florian "Le Floid" Diedrich

In den USA hat sich YouTube bereits als nennenswerte Größe im Premium-Streaming-Markt etabliert und nun nimmt sich die Google-Tochter auch Europa vor: Dazu präsentierte die Videoplattform am Mittwoch drei deutsche Original-Produktionen, die ab sofort im Abo-Modell verfügbar sind. Dabei setzt YouTube konsequent auf Protagonisten aus der eigenen Community.

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Der Webvideo-Markt in Deutschland bekommt mit dem heutigen Tag einen weiteren, großen Konkurrenten im Umfeld des Abonnement-Segments – einen, der in der begehrten jungen Zielgruppe bereits sehr erfolgreich unterwegs ist: YouTube.

Zwar ist das Premium-Angebot, das 2015 unter dem Namen “Red” seinen US-Launch feierte, seit drei Monaten auch in Europa verfügbar; ab diesem Mittwoch aber will YouTube die Einstiegsschwelle speziell für das deutsche Publikum senken und sie so zu zahlenden Nutzern machen.

Dazu folgt die Videoplattform dem Trend und der offenkundigen Nachfrage nach Eigenproduktionen, von denen YouTube am Mittwoch in Berlin die ersten drei vorgestellt hat. Und an ihnen wird deutlich: YouTube setzt auf Vielseitigkeit. Dazu bedient sich die Plattform selbstverständlich an der eigenen Community, die der jungen Zielgruppe alles bieten will – von Spaß über Fiction bis hin zu ernsthaftem Journalismus.

So wird es mit “Neuland” unter Moderation des ehemaligen Y-Titti-Mitglieds Phil Laude eine eigene Talkshow geben, die – dem Host entsprechend – auf Ironie und Parodie setzt. Dabei verdeutlicht sie den Generationenwechsel. Als Sidekick des 28-Jährigen tritt jemand auf, der in der jungen Zielgruppe nicht mehr die allzugrößte Bekanntheit genießen dürfte: David Hasselhoff (66) spielt Laudes Konkurrenten, der sich ebenfalls als Host beworben hatte und den Moderator über die zwölf Episoden (à 28 Minuten) hinweg “stalkt”.

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Auch im Fiction-Segment finden sich Köpfe der YouTube-Community wieder: In der Comedy-Serie “Bullsprit” (8 Folgen à 25 Minuten) spielen Chriss Manazidis, Sebastian ‘C-Bas’ Meichsner und Philipp Meichsner ein Trio, das eine Tankstelle wirtschaftlich wieder auf Vordermann bringen muss . Bei der Installation von Überwachungskameras verstehen sie lange Zeit nicht, dass die Aufnahmen direkt ins Web gestreamt werden. Zunächst ohne es zu wissen, werden die ‘drei von der Tanke’ zu Web-Stars.

Seine ernste Seite will YouTube Premium mit einem YouTuber unter Beweis stellen, der in der Community bereits für seriöse Informationen steht und auch schon die Kanzlerin zum Interview getroffen hat. Mit “Le Floid vs. The World” (8 Folgen à 25 Minuten) wollen die Macher zudem auch ein internationales Publikum erreichen, weshalb der im Ausland bislang unbekannte YouTuber in englischer Sprache produziert. Konzept der Reportage-Reihe: Thematisieren, was junge Menschen bewegt. “Er trifft auf seinen Reisen berühmte und weniger berühmte Menschen, die unsere Existenz beeinflussen, über sie nachdenken und uns zum Nachdenken anregen”, heißt es in der Beschreibung. Themen sind Geld, Politik, Bildung, Mobbing, Ruhm.

Alle drei Beispiele machen deutlich, dass YouTube weniger auf inhaltliche Innovationen setzt als auf die eigene Community. Absicht des Portals ist es, den YouTubern Produktionen zu ermöglichen, die sie selbst nicht hätten stemmen können, erklärte Originals-Chef Luke Hyams bei der Vorstellung in Berlin. Für die Umsetzung der Projekte griff YouTube auf neue wie auch erfahrene Mitspieler im Markt zurück. So verantworteten Netzwerke wie Studio71 oder Pantaleon genauso Produktionen wie Brainpool.

Mit YouTube dürfte der Wettbewerb im Mediatheken-Markt spürbar angekurbelt werden. Mit einem Abo-Preis von 11,99 Euro pro Monat liegt YouTube mit aktuell mehr als 70 Eigenproduktionen (weltweit) im Preiskampf mit Anbietern wie Netflix oder auch Amazon, inhaltlich vor allem aber auch zu klassischen Fernsehanbietern. Bereits mehrfach versuchten Fernsehsender erfolgreiche YouTube-Gesichter im eigenen Programm zu etablieren – mal mehr mal weniger erfolgreich.

Vom Wettbewerb abheben will sich YouTube aber auch durch die Umsetzung von Social Video. Ähnlich wie Facebook, das mit seinem neuen Angebot Watch (das zunächst ohne hochwertig produzierte Originals) an den Start geht, setzt die Google-Tochter auf den Community-Gedanken. Nicht nur durch Kommentarfunktionen verschmelzen die Angebote den First- und Second-screen. Der Streaming-Gedanke wird damit mindestens erweitert, wenn nicht sogar zumindest für die junge Generation neu definiert.

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