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Neuausrichtung beim Hamburger Abendblatt: Redaktion soll kurzfristig über Maßnahmen informiert werden

Abendblatt-Chefredakteur Lars Haider: Unruhe in der Redaktion vor der Mitarbeiter-Information am Mittwoch
Abendblatt-Chefredakteur Lars Haider: Unruhe in der Redaktion vor der Mitarbeiter-Information am Mittwoch

Unruhe beim Hamburger Abendblatt: Die Redaktion der zur Funke Mediengruppe gehörenden Regionalzeitung soll neu ausgerichtet werden. Darüber will die Chefredaktion die Belegschaft am morgigen Mittwoch informieren. Zudem drohen bei der Bergedorfer Zeitung und beim Wochenblattverlag tiefe Einschnitte. Der anstehende Umbau ist möglicherweise auch Folge einer neuen Digitalstrategie der Zeitungsgruppe.

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Es deutete sich bereits an. Seit Wochen testet das Hamburger Abendblatt eine neue Online-Strategie. Dafür soll sich die Arbeitsweise der Redaktion radikal umstellen. Sie soll weniger auf Reichweite und mehr auf inhaltliche Tiefe in der Berichterstattung getrimmt werden, um zu echten Abo-Abschlüssen zu kommen. Daher soll nach MEEDIA-Informationen das bisherige Allrounder-Denken in der Redaktion der Vergangenheit angehören. Geplant ist angeblich, die Produktion und die reine journalistische Arbeit zu trennen. Ob es auch zu Personalmaßnahmen kommt, ist nicht bekannt.

Über die Neuausrichtung will angeblich die Chefredaktion unter Führung von Lars Haider die Belegschaft am morgigen Mittwoch informieren. Dies erfuhr MEEDIA aus Kreisen des Betriebsrats. Einzelheiten hierzu sollen im Laufe des Tages bekannt gegeben werden. Die Maßnahmen sind im Grundsatz nachvollziehbar: Das Hamburger Abendblatt leidet wie viele andere Regionalzeitungen unter rückläufigen Auflagen. Unterdessen drohen bei der Bergedorfer Zeitung (BGZ) und den Wochenblattverlag (WBV) massive Einschnitte.

Wie aus einer BR-Info hervorgeht, will die Funke Mediengruppe in Bergedorf rund 1,1 Millionen Euro einsparen, davon 600.000 Euro in der Redaktion und 500.000 Euro im Verlag. Das könne aber nicht mehr durch auslaufende Zeitverträge, Fluktuation, Verschiebung in andere Verlagsbereiche, Altersteilzeit und Auflösungsverträge aufgefangen werden, heißt es in der BR-Info, die MEEDIA vorliegt. Auch nach dem Verzicht auf einen neuen Volontär würden die Sparvorgaben der Geschäftsleitung nicht erreicht, „so dass in der Redaktion betriebsbedingte Kündigungen nach Sozialauswahl drohen“, heißt es.

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Begründet werden die betriebsbedingten Kündigungen angeblich mit roten Zahlen, die der Hamburger Zeitungsverbund erstmals erwirtschaftet habe. Weiter heißt es in der BR-Info: „900.000 Euro Einsparungen sollen zum Jahreswechsel im Etat 2019 wirksam werden. 200.000 Euro sind der Redaktion sozusagen gestundet worden und müssen erst zum Etat 2020 eingebracht werden. Neben den ausscheidenden Bergedorfer Geschäftsführern Pirch und Claussen trifft es etwa zehn Kolleginnen und Kollegen“, schreiben die Arbeitnehmer. Endgültige Klarheit bestünde aber noch nicht.

Beim Wochenblatt solle zudem die Herstellung aufgelöst werden. Hiervon seien fünf Mitarbeiter betroffen. Sie sollen gehen. Ihre Arbeit würde nach Braunschweig verlagert. Derzeit laufen Gespräche zwischen Betriebsrat und der Geschäftsführung, um die sozialen Härten abzufedern. Dabei stehen die Arbeitnehmervertreter vor unterschiedlichen Herausforderungen. „In Bergedorf gilt noch ein Rationalisierungsschutzabkommen, beim Wochenblatt nicht“, so der Betriebsrat.

Von der Funke Mediengruppe war bis zum frühen Abend auf MEEDIA-Anfrage keine Stellungnahme zu erhalten.

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Alle Kommentare

  1. Ich würde einen radikalen Strategiewechsel empfehlen: Merkel-Propaganda einstellen und stattdessen die Wahrheit berichten. Dann klappts auch wieder mit den Abozahlen.

    1. Vielleicht hat die Funke-Mediengruppe das jetzt wirklich kapiert. 550 € für ein Jahres-Abo ist ja ziemlich viel Geld, besonders wenn man bedenkt, daß man dafür nur Regierungspropaganda zu lesen bekommt.

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