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Ab 2020 nur noch vierteljährlich: ADAC stoppt monatliche Mitgliederzeitschrift Motorwelt

ADAC-Chefredakteur Martin Kunz mit dem Cover der 2016 neu gestalteten Motorwelt: Die Mitgliederzeitschrift wird nun komplett neu positioniert
ADAC-Chefredakteur Martin Kunz mit dem Cover der 2016 neu gestalteten Motorwelt: Die Mitgliederzeitschrift wird nun komplett neu positioniert

Der Strukturwandel in den Medien erreicht nun auch die größte Zeitschrift Europas: Ab 2020 soll die ADAC Motorwelt nicht mehr monatlich erscheinen und auch nicht mehr an die Mitglieder verschickt werden. Das meldet die WirtschaftsWoche exklusiv und beruft sich dabei auf Insider-Informationen. Künftig solle es das gedruckte Heft nur noch viermal pro Jahr geben, so das Wirtschaftsblatt weiter.

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Mit mehr als 13 Millionen Exemplaren ist die ADAC Motorwelt die auflagenstärkste Zeitschrift Europas. Doch nun greift der Verkehrsclub nach Darstellung der Wirtschaftswoche (Paid Content) zu drastischen Maßnahmen, die vom Verkehrsclub jüngst angeschoben worden seien. Auf Anfrage teilte der ADAC mit, sich zu Spekulationen grundsätzlich nicht zu äußern. Es stimme jedoch, so Geschäftsführer Alexander Möller, „dass wir im Rahmen unseres ambitionierten Zukunftsprogramms Pole Position auch die Kommunikationsaktivitäten und -kanäle des ADAC neu aufstellen und positionieren.“ Im Fokus stehe eine digitale Kommunikationsoffensive.

Was zumindest zwischen den Zeilen alles andere als ein Dementi ist, scheint den größten Umbruch in der Geschichte der monatlichen Mitgliederzeitschrift einzuläuten. Hintergrund der zurückhaltenden Reaktion des ADAC-Managers dürfte sein, dass ein endgültiger Beschluss erst Ende des Jahres fallen soll. Dass die Motorwelt, die bislang fast 15 Millionen Leser pro Monat erreicht, in ihrer bisherigen Form eingestellt wird, liegt unter anderem an den hohen Kosten der gedruckten Auflage. Trotz üppiger Werbeeinnahmen war die Zeitschrift zuletzt ein teures Zuschussgeschäft. Diese Entwicklung verstärkte sich über die Jahre, weil sich immer mehr Leser online informieren. „Wir mussten auf diese Entwicklung früher oder später reagieren“, sagt ein Insider laut WiWo.

Die ADAC Motorwelt verfügt derzeit laut IVW über eine Abonnentenzahl von 13,45 Mio. Die Leserzahl beträgt laut MA 13,87 Mio. Viele Exemplare dürften also ungelesen im Altpapier landen, denn vergleichbare Titel wie Auto Bild oder auto motor und sport erreichen beim MA-IVW-Vergleich weit mehr als nur einen Leser pro verkauftem Exemplar. Gegenüber dem Vorjahr (ma 2018 II vs. ma 2017 II) schrumpfte die Zahl zudem deutlich um 1,30 Mio. Leser pro Ausgabe.

Relevant für die Refinanzierung des Magazins ist die Werbevermarktung. Hier gehörte die ADAC Motorwelt mit einem Brutto-Umsatz von 49,1 Mio. Euro im Jahr 2017 laut Nielsen zu den 15 umsatzstärksten Magazinen Deutschlands und ist die Nummer 1 der monatlichen Titel. Allerdings: 2013 erreichte man noch 66,9 Mio. Euro. In nur vier Jahren ging also ein Brutto-Werbeumsatz von 26,6% verloren.

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Alle Kommentare

  1. Die Zahl der Leser könnte sicherlich erhöht werden, wenn das Heft von Vollblut-Petrolheads und nicht von Verbraucherschützern gemacht würde! Etwas mehr Begeisterung statt erhobenem Zeigefinger wäre äußerst wünschenswert und würde die Lesefreude steigern.

    Ich denke nur mit Schrecken an das Interview mit Hannes Jaenicke in der vorletzten Ausgabe, als sich Porschefahrer auf übelste Weise, unterhalb der Gürtellinie beschimpfen lassen mussten.

    1. Vielleicht wird nicht aus dem Namen nicht nur Begriff “deutsch”, sondern bald auch noch “Automobil” gestrichen. Dann hört es sich nicht mehr so nach Nationalismus und Umweltverschmutzung an. “ALLGEMEINER CLUB” hört sich doch gar nicht so schlecht an und man eckt mit diesem Begriff auch politisch-korrekt nirgendwo an.

      1. Ja, gefällt mir auch gut.

        Besser noch “Allgemeiner Club für bunte Menschen und Offenheit”
        ACbMO

        Und statt Autos dann Berichte über vegane Feministinnen und Termine für Gegendemos gegen Deutsche, Nazis und AfD (wobei die drei letzten ja irgendwie dasselbe sind).

        Wird sicher reißenden Absatz finden, denn so was haben wir noch nicht, brauchen es aber dringend.

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