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Ende einer Ära: Condé Nast-Chef Moritz von Laffert verlässt Münchener Magazinhaus

Die Wege trennen sich: Deutschland-Chef Moritz von Laffert verlässt das Unternehmen

Paukenschlag beim Magazinhaus Condé Nast: der langjährige Geschäftsführer Moritz von Laffert kehrt dem Zeitschriftenunternehmen den Rücken. Er werde im Laufe des nächsten Jahres das Verlagshaus verlassen. Einen Nachfolger nennt Condé Nast nicht. Von Laffert stand in den vergangenen Jahren zunehmend in der Kritik, auch das einst so schillernde Zeitschriftenhaus rutschte weltweit in die Krise.

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Moritz von Laffert gibt nach zehn Jahren die Spitze beim Münchener Magazinhaus Condé Nast ab. Er werde im Laufe des nächsten Jahres das Unternehmen verlassen, teilt der Verlag am heutigen Montag mit. Auch seine Rolle als Vice President von Condé Nast International (CNI) gibt er auf. Laut Condé Nast geht der Geschäftsführer „im freundschaftlichen gegenseitigen Einvernehmen“. Bis zu seinem Ausscheiden werde er die Geschäfte in der Übergangsphase weiterhin führen.
Ein Nachfolger wurde bislang nicht genannt. Doch es deutet sich an, wohin die Gesellschaft unternehmerisch unterwegs ist. Sie wird stärker von London aus gesteuert. „Condé Nast International tritt jetzt in eine neue unternehmerische Phase ein und wird ein zunehmend global verknüpfter Medienkonzern, in dem sich die Ländergesellschaften stärker am CNI-Headquarter in London ausrichten“, erklärt von Laffert. Diese Entwicklung habe er aktiv mitgestaltet und halte sie für den richtigen Weg. „Da jetzt auf nationaler Ebene andere Manager-Aufgaben gefordert sind, ist es für mich persönlich und aus Unternehmenssicht der richtige Zeitpunkt für einen Wechsel“, so von Laffert.
Der gebürtige Hamburger hatte in den vergangene Jahren einen Sanierungskurs gefahren, um die Ertragslage des Verlags zu verbessern. Hohe Auflagenverluste bei den Flaggschiffen Vogue, AD, Glamour, GQ hatten bereits 2017 das Geschäft massiv belastet. Der Deutschland-Chef verkaufte die Frauenzeitschrift myself, zentralisierte die Vermarktung und stellte die Printausgabe des Tech-Magazins Wired ein. Auch die Schlussredaktionen fielen dem Rotstift zum Opfer. Zuletzt gab es in der Belegschaft Unruhe. Teile forderten einen Betriebsrat, um ihre Interessen zu wahren. Doch das lehnte er ab.

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