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Apple will “Netflix des Journalismus” werden: New York Times, Wall Street Journal und Washington Post im Visier

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Für 10 Dollar im Monat können Apple-Nutzer in den USA bei Texture bereits 200 Magazine unbegrenzt lesen © Apple

Techpionier Apple scheint seine Bemühungen, "ein Netflix des Journalismus" auf die Beine zu stellen, zu intensivieren. Der neue Premiumdienst soll in das bisherige Nachrichtenangebot Apple News integriert werden und Apples Servicesparte stärken. Nach Informationen des Techportals re/code würde Apple das Contentangebot dabei gerne um die drei wahrscheinlich renommiertesten US-Zeitungen ergänzen.

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Nach Angaben des Techportals re/code befindet sich Apples Content-Chef Eddy Cue seit dem Sommer in Gesprächen mit der New York Times, der Washington Post und dem Wall Street Journal wegen einer Einbindung in das neue Premium-News-Angebot, das nach der Übernahme der Magazin-App Texture entstehen soll.

Wie Bloomberg im April berichtete, will Apple im kommenden Jahr einen Abonnement-Dienst für Magazine einführen. Bislang bietet Texture ein Sortiment aus rund 200 Digitalmagazinen zu einer monatlichen Flatrate von 9,99 Dollar an – darunter etwa Time, Esquire, Vanity Fair, GQ, The New Yorker, Rolling Stone, Wired, People oder Elle und Vogue.

Lohnt sich für die NYT, WaPo und das WSJ der Schulterschluss mit Apple?

Wie re/code berichtet, würde Apple seinen Premium-News-Dienst unterdessen gerne auch um die Tagespresse aufwerten – und das mit den mutmaßlich drei renommiertesten Zeitungen der USA. Völlig offen ist bislang, zu welchen Konditionen: Sollen die Tageszeitungen in das neue kostenpflichtige Angebot integriert werden – und stuft Apple dabei das Content-Angebot mit Tageszeitungen in einer Premium-Preisstufe ab?

Und wichtiger noch für Verlage: Lohnt sich der Schulterschluss mit Apple überhaupt? Bislang bieten die US-Qualitätszeitungen Digital-Abos zwischen 10 und 37 Dollar im Monat an. Im Falle einer pauschalen Integration in Apples neues Premium-News-Angebot erscheint eine Kannibalisierung gegenüber dem eigenständigem Digitalgeschäft nur allzu offenkundig. Auf der anderen Seite lockt Apple mit der immensen Reichweite von 1,3 Milliarden aktiven Kunden.

Übernahme von Texture im März
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Begonnen hatte Apples überraschendes, neues Interesse am Journalismus im März mit der Übernahme des Digital-Magazin-Dienstes Texture, hinter dem die Verlage Condé Nast, Hearst, Meredith, Rogers Media und der Private Equity-Finanzierer KKR standen, für eine nicht genannte Summe. Texture, das im deutschen App Store nicht verfügbar ist, bietet wie hierzulande Readly ein Sortiment aus rund 200 Digitalmagazinen zu einer Flatrate von 10 Dollar im Monat an und gilt daher als “Netflix für Magazine”.

“Wir setzen uns für Qualitätsjournalismus aus vertrauenswürdigen Quellen ein und werden unterstützen, dass weiterhin Magazine mit schön gestalteten und ansprechenden Geschichten für die Nutzer produziert werden”, erklärte Apples Content-Chef Eddy Cue seinerzeit die Übernahme von Texture, das zunächst in der bisherigen Form für iOS erhalten bleiben soll.

Integration in Apple News

Im kommenden Jahr dürfte das Magazin-Angebot allerdings in die auf iPhone und iPad vorinstallierte App “Apple News” integriert werden. Die Nachrichten-App ist bislang nur in wenigen englischsprachigen Märkten verfügbar. Es ist nicht Apples erster Abstecher in den Journalismus: Der Techkonzern hatte bereits vor einigen Jahren den digitalen Zeitungskiosk “Newsstand” eingeführt, der sich aber nicht durchsetzte.

Verantwortet werden Apples News-Aktivitäten unterdessen von der früheren Condé Nast-China-Chefin Liz Schimel, wie das Premium-Tech-Portal The Information berichtet. Schimel hat die neue Rolle laut ihres LinkedIn-Profils bereits im Juli angetreten.

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