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Zeitungsmarkt Frankfurt: Bild behauptet Platz 1, Frankfurter Rundschau mit massiven Verlusten

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Die Zeitungsverkäufe in der hessischen Metropole Frankfurt haben sich in den vergangenen acht Jahren um ca. 40% verringert. Nur noch rund 122.000 Zeitungen werden pro Erscheinungstag abgesetzt. Die größten Verluste verzeichnet die Frankfurter Rundschau, die mittlerweile sogar hinter die Welt zurück gefallen ist. Ganz vorn: Bild und FAZ.

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2012, als die Frankfurter Rundschau noch eigenständig ihre verkaufte Auflage an die IVW meldete, setzte sie in Frankfurt laut IVW Verbreitungsanalyse Tageszeitungen noch 44.822 Exemplare ab. Sechs Jahre später wird ihre verkaufte Auflage zwar nur noch unter dem Mantel der Vermarktungsgemeinschaft RheinMainMedia gemeldet, doch innerhalb der IVW-VA werden die FR-Zahlen auch einzeln ausgewiesen. Ergebnis: Im Stadtgebiet von Frankfurt ist sie bei 14.141 Verkäufen angelangt. Ein Minus von über 30.000 Stück bzw. fast 70%!

Allein innerhalb der vergangenen zwei Jahre büßte die Frankfurter Rundschau innerhalb Frankfurts 24,2% ein. Inzwischen ist sie damit in der hessischen Metropole auf Platz 4 zurückgefallen, 2012 lag sie vor Bild (!) und der FAZ noch an der Spitze. Zwar büßte auch Springers Boulevard-Gigant seitdem massiv an Auflage ein, doch 28.640 Verkäufe reichen noch aus, um die Nummer 1 im Frankfurter Zeitungsmarkt zu sein. Die FAZ holte innerhalb der vergangenen zwei Jahre aber auf, gewann 14,6% dazu und liegt nun rund 3.200 Verkäufe hinter Bild. Wie das große Plus zustande gekommen ist, lässt sich nicht sagen, denn im Gegensatz zum Gesamtverkauf weist die IVW in ihrer Verbreitungsanalyse Tageszeitungen keine Daten für Einzelkategorien wie Abos, Einzelverkauf, Bordexemplare & Co. aus. Es kann also durchaus sein, dass die FAZ mehr Zeitungen in Flugzeugen und am Frankfurter Flughafen verteilt und deswegen so gewachsen ist.

Auf Rang 5 gewann auch das Handelsblatt massiv hinzu. Ein Teil davon – aber nicht der komplette Zuwachs – geht auf das Konto der E-Paper-Auflage. Der Zeitung gelang es also offenbar, viele neue Kunden in Frankfurt zu gewinnen, womöglich auch Unternehmen, die gleich mehrere Abos abnehmen. Unter den Regionalzeitungen legten in Frankfurt auch das Duo Stuttgarter Zeitung und Stuttgarter Nachrichten, sowie Der Tagesspiegel und die Berliner Zeitung zu. Massive Verluste verzeichnet vor allem die Süddeutsche Zeitung, die heftige 36,6% ihrer Frankfurter Verkäufe einbüßte. Womöglich sind auch hier die Bordexemplare ein Faktor.

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Die 15 meistverkauften Tageszeitungen in Frankfurt
verkaufte Auflage vs. 2016
Platz Titel 2018 absolut in %
1 Bild 28.640 -2.075 -6,8
2 Frankfurter Allgemeine Zeitung 25.443 3.243 14,6
3 Die Welt / Welt kompakt 15.949 -1.885 -10,6
4 Frankfurter Rundschau 14.141 -4.504 -24,2
5 Handelsblatt 12.698 1.879 17,4
6 Frankfurter Neue Presse 11.598 -1.880 -13,9
7 Süddeutsche Zeitung 6.848 -3.950 -36,6
8 FNP Höchster Kreisblatt 2.910 -568 -16,3
9 Stuttgarter Zeitung / Stuttgarter Nachrichten 2.890 696 31,7
10 Der Tagesspiegel 256 72 39,1
11 Offenbach-Post 124 -23 -15,6
12 Berliner Zeitung 118 18 18,0
13 FNP Taunus Zeitung 109 -47 -30,1
14 Wiesbadener Kurier/Tagblatt 68 -4 -5,6
15 Neues Deutschland 51 -5 -8,9
Quelle: IVW-VA Tageszeitungen 2018 / Tabelle: MEEDIA

Zur Methodik: Die Verbreitungsanalyse Tageszeitungen der IVW erscheint alle zwei Jahre und enthält detaillierte Verkaufszahlen der Tageszeitungen für alle 11.054 deutschen Gemeinden, 107 kreisfreien Städte und 294 Landkreise. Ermittelt werden die Zahlen jeweils in einer Messwoche – im Fall der VA 2018 war das die Woche vom 6. bis 12. November 2017. Die in dieser Woche erhobenen Daten wurden dann auf die verkaufte Auflage des ersten Quartals 2018 umgerechnet. Die Analyse zeigt damit ein sehr spannendes Bild von Zeitungs-Deutschland. Fast alle Tageszeitungen nehmen an der VA teil. Eine Ausnahme ist die taz, deren regionale und lokale Verkaufszahlen in den Ergebnissen daher fehlen.

Alle MEEDIA-Artikel zur Verbreitungsanalyse Tageszeitungen finden Sie jederzeit an dieser Stelle.

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Alle Kommentare

  1. Hallo Herr Schröder,

    mich würde einmal interessieren ob es bei der Auflage von Zeitungen eigentlich eine Schmerzgrenze gibt, also wann es sich nicht mehr lohnt eine Zeitung zu drucken. Die TAZ überlegt ja, die Papierausgabe einzustellen. Oder sind Lokalzeitungen im Vorteil wegen der kurzen Vertriebswege?

  2. Eigentlich dürfte es die FR nach dem Konkurs vor einigen Jahren schon nicht mehr geben. Schlimm, dass diese Blatt immer noch seine einseitige linke Ideologie unters Volk bringen kann. Man kann nur hoffen, dass sich einseitige manipulative Berichterstattung aufgrund des Käuferschwunds über kurz oder lang finanziell nicht mehr tragen kann. Die im Bericht genannten Zahlen geben Grund zur Hoffnung.

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