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Fischers kleine Presseschau, Folge 2: Kriegsberichterstatter in Mittelsachsen und der Schwachsinn des Immer Mehr

MEEDIA-Kolumnist Thomas Fischer, Ausschreitungen in Chemnitz: Medienauflauf in Karl-Marx-City
MEEDIA-Kolumnist Thomas Fischer, Ausschreitungen in Chemnitz: Medienauflauf in Karl-Marx-City

Mit "Fischers kleiner Presseschau" erhält die nicht zu jeder Zeit uneitle Branche ein Begleitmedium, das sich als Spiegel konstruktiver Kritik versteht. In Teil 2 der Kolumne von Thomas Fischer: die allgemeine Verunsicherung um die Ereignisse in Chemnitz, der Wettstreit um die naheliegendste Überschrift der Woche sowie die längst fällige redundante Dekonstruktion einer journalistischen Wort-Kombi.

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Ein sehr kleines Vorwort

Zu Beginn eines neuen Formats müssen vermutlich ein paar Korken heraus, die schon länger hingen. Außerdem sollten ein paar Unter-Ordner ausprobiert werden. Wie stets gilt: Manches mag gelingen, manches nicht. Kritik ist abstrakt willkommen, wird konkret aber wie immer extrem kritisch geprüft.

Chemnitz & Co.

Wer immer „Lügenpresse“ schreit, kann weder Uns meinen noch Recht haben noch überhaupt irgendetwas sagen wollen.  Lügenpresse hat, wie man weiß, vier Großbuchstaben. Keine ernsthafte Journalistin kann da arbeiten außer vielleicht für Geld.

Auf dieser Basis haben sich zahlreiche Journalisten in das Kriegsgebiet Mittelsachsens begeben, wo das Volk zeitweise die Macht übernommen zu haben glaubte, wie das Volk es mag: Ein paar Schaufenster einschmeißen, ein paar Kanaken klatschen oder ein paar Lidl plündern, und die dreizehnmal verfluchten höllischen Stinkefinger gegen die da oben und vor allem die da unten richten und zum Erzengel Erich beten. Damit die der Hölle entstiegenen, wiedergängerischen Carmen N. und Helene F., Margot H. und Angela M. einmal weggeblasen werden vom Sieg des Sozialismus in einem Wohnbereich.

Das kann man nicht verstehen, wenn man aus dem Westland stammt und die größten aller je erlebten Lebenskrisen darin bestanden, dass die letzte Freundin die Wohnung verlassen hat, ein Umzug von Berlin nach Augsburg erforderlich wurde und man auf Befehl des Arbeitgebers das Betriebssystem des Smartphones wechseln musste. Ich weiß, dass auch hier Stereotype ihr Unwesen treiben. Aber das ist ja die Kunst!

Nehmen wir also die „Lügenpresse“: Was meinen die im TV eher beschränkt wirkenden „Chemnitzer Bürger“ damit? Welche Lüge könnte gemeint sein? Klar: Sie fürchten sich halt sehr. Sie sind so winzig, dass man sie von Ameisen gar nicht mehr unterscheiden kann. Dann kommen der frisch gekämmte Herr Höcke und der rasierte Herr Bachmann und schwören, Hüfte an Hüfte, dass der arische Gartenzwerg der größte Zwerg aller Zeiten sei. Was soll man da sagen? Der antifaschistischen Weltpresse aus Frankfurt, Hamburg und Wiesbaden fällt ein, dass Herr Bachmann „vorbestraft“ ist. Wahnsinn! Politische Aufklärung auf Weltniveau!

Will sagen: Vielleicht mal ein bisschen Rest-Fantasie mobilisieren, Kriegsberichterstatter! Nicht gleich an die Headline denken und den Drehschluss für das Skript, das schon vor Reiseantritt fertig war! Und immer dran denken: Der Chemnitzer ist im Durchschnitt genauso blöd wie der durchschnittliche Journalistiker.

Fantasie-Anregung: Die Existenz, die Zukunft, alle Pläne, alle Erfahrungen und die meisten Träume der Jugend unter dem Hintern wegblasen lassen von Frau Birgit Breuel, Herrn Weltenlenker Middelhoff und Herrn Professor Sinn. Und anschließend von Marietta Slomka live gefragt werden: „Wie fühlen Sie sich?“, und von Dunja Hayali fürs Sportstudio: „Wie enttäuscht sind Sie?“

Damit kein Missverständnis entsteht: Ich empfinde Mitleid mit der hilflosen Dummheit und Verachtung für ihre Ausnutzung durch so genannte Volksfreunde. Aber selbstverständlich sind weder Ausländer schuld an einer (behaupteten) Misere noch könnte sich irgendetwas zum Besseren wenden mit wirklich doofen Hütchen-Zombies unter Anführung eines nach der neuen Schönheit gekämmten Höcke, einer erregt vibrierenden Weidel und der furchterregenden Jagger&Richards– Coverband  „Sarrazin+Gauland“. Das greise Gestammel ist ja zum Erbarmen.

Es macht natürlich in der Stimmung keinen Unterschied, ob man die gefühlte  Scheiß-Lage dem Syrer oder dem Tibeter als solchem anhängt, dem FC Aue, Herrn Aldi Nord, oder dem reichsten Menschen von Hütchen-Deutschland, also dem Herrn  Lidl+Kaufland, wo man seine Fertigpizza kaufen tut. Der Sache nach aber schon. Das muss nicht jeder Hartzer verstehen. Aber jeder Journalist, der nach Karl-Marx-City reist, um zu beweisen, dass der soziale Abschaum das ist, was er ist.

Der Freistaat Sachsen ist, das haben wir gelernt, ein fragiles Gebilde. Die Funktionsträger der Parteien, die versuchen, die Beute unter sich aufzuteilen, erweisen sich als eben die Kasperlefiguren, als die sie entsandt wurden. Merkel-muss-Weg ist in Afrika, Schulz-muss-Her ist weg, Unterhosen-Model-Lindner fährt seinen Porsche mal hierhin und mal dorthin; Sigmar G. schreibt jetzt fürs Handelsblatt. Ein Bundesinnenminister fliegt in 30.000 Fuß Höhe von Berlin über Chemnitz hinweg nach Bad Reichenhall und frisst dort Leberkäs mit der bayerischen Grenztruppe zur Feier des Siegs über mongolische Grenzverletzer.

Was sollte dazu der extrem freie, privilegierte, gebildete, informierte Journalismus Deutschlands sagen? Dem doch alle Tage die richtigen Strategien für Argentinien, Bulgarien und Myanmar geläufig sind?

 

Überschrift der Woche

Der Preis für die Überschrift der Woche  war diesmal nicht umstritten. Zwar haben sich die BNN (Badischen Neuesten Nachrichten) mit dem Knaller „McCain auf Militärakademie beigesetzt“ (2. September) reingehängt. Aber die Verwechslung von „auf“, mit „bei“, an“, „in der Nähe von“ und „im Gemüsegarten der“ bleibt letzten Endes provinziell. Selbst in BW ist halt das Latinum inzwischen entkernt, damit möglichst viele Unbegabte einen Master in irgendwas mit Medien erwerben.

Ein klarer Sieg also für die Feuilleton-Redaktion der Süddeutschen Zeitung. Sie veröffentliche am 1. September (S. 17) einen ganzseitigen Artikel über die Berliner „Theaterhochschule Ernst Busch“. Es ging da 330 Zeilen – 12.000 Zeichen – lang um Kulturpolitik, Personalplanung und Kulturförderung, Theaterkonzeptionen, Gebäude, Theaterkollektive, Dramaturgen, Schauspieler und das bürgerliche Stadttheater an sich, und natürlich um die Kunst überhaupt. Am Ende des ersten Drittels des Textes wurde in einem Nebensatz zu dem kürzlich verstorbenen englischen Autor W. Shakespeare angemerkt, seine Stücke enthielten gelegentlich Erwähnungen von Gewalt oder sexueller Betätigung.

Was mag sich die SZ-Redaktion als Überschrift in Größe 36 Punkt haben einfallen lassen? Abschweifung: Als ich einst Schwurgerichts-Vorsitzender in Leipzig war, besuchte die Verhandlungen der Kammer gern eine Reporterin von BILD. Sie hatte die Intelligenz, Nase und Abgebrühtheit, ohne die man bei BILD nichts wird, und schaffte es daher durchaus, in Texten, welche dem vorgeschriebenen sprachlichen Nirvana entgegentaumelten, Richtiges unterzubringen. Am Ende aber war alles vergebens, denn die Weiche zum Schwachsinn wurde stets und unweigerlich „in Hamburg“ gestellt: So blöd, da waren wir uns einig, kann man ja gar nicht sein, dass einem sowas einfallen tun würde. Damit also zurück zur SZ vom 1. September 2018. Die Überschrift lautete: „SEX und GEWALT“.

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Aktion der Woche

Die Aktion der Woche ist der Aufruf „Rettet das Eichhörnchen“, das sich vom Verein „Eichhörnchenhilfe Brandenburg“ über die Berliner BZ bis ins RTL-Reich  ausdehnte. Es geht um die hohlen Nüsse dieses katastrophalen Sommers, die Biorhythmus des Eurasischen Eichhörnchens (Sciurus vulgaris) und die Willkommenskultur für den – wahlweise – putzigen Nager, süßen Gesellen oder zutraulichen kleinen Kerl irritiert haben.

Es besteht die Gefahr, dass das Eichkätzlein im Winter weite Wege zur Wildfütterungs-Anlage zurücklegen muss, „was es zusätzlich schwächt“. Die Population von Westfrankreich bis Ostsibirien ist seit 1000 Jahren stabil, aber wer weiß! Die Eichhörnchenhilfe rät, verstärkt Walnüsse zuzufüttern und im Garten unbedingt Schalen mit Wasser aufzustellen.

Da hat auch die Tigermücken-Larve was davon, die über das Mittelmeer heran zieht und Deutschland mit Krankheiten überziehen wird, die das eurasische Eichhörnchen noch gar nicht kennt. Obwohl Herr Salvini es verboten hat! Es gilt: keinesfalls Schalen mit Wasser aufstellen! Ich muss mich doch sehr wundern, dass Jens Spahn, Kanzlerkandidat, versagt bei der Aufstellung eines Masterplans gegen das  frech zuwandernde Insekt.

Die Ratte wird von der Eichhörnchenhilfe Brandenburg wie folgt bekämpft: „Legen Sie die Nüsse auf einen Tisch, damit nicht Ratten angelockt werden“. Super, sagt da die Ratte, das ist ja eine lustige Strategie! Ratten übertragen, wie man in Chemnitz weiß, die Pest. Eichhörnchen nur Lepra.

 

Zahlwort des Relativen

Zum medialen Zahlwort des Jahrzehnts erwähle ich – ohne Gegenkandidat – die Zahl „immer mehr“, eine der Hölle entsprungene Erfindung unbekannter Redaktions-Herkunft. Der Schwachsinn des Immer Mehr ist im Laufe weniger Jahrzehnte in die Gemüter der Konsumenten so tief eingeätzt worden, dass eine redundante Dekonstruktion erforderlich ist:

„Immer“ ist ein (mindestens) janusköpfiges Wort, das im Ursprung eine sprachlogische, in der heute bevorzugt infantilen Alltagssprache eine kleinkindhaft-klagende Bedeutung hat: „Und im-mer, immer wieder geht die Son-ne auf“ (Udo J., 1967) bezieht sich auf die erste, „Immer muss ich Spinat essen“ (Anonymus) auf die zweite.

„Mehr“ ist, wenn man überlegt, eine komplizierte Abstraktion aus einer ihrerseits  konkret-abstrakten sprachlichen Identität. Diese kann „Nichts“ heißen, „Wenig“, oder „Viel“. Das „Mehr“ macht aus diesen alten eine jeweils neue, komparative (gesteigerte)  Wirklichkeit: Unbestimmt im Jetzt, verankert im Gestern, vage im Sinn. Anders gesagt: Eins ist stets „mehr“ als Nicht-Eins. Geld wird zu mehr Geld, Klicks zu mehr Klicks, freie Mitarbeiter zu mehr freien Mitarbeitern. Dahinter steckt  letzten Endes Mathematik: eine Wissenschaft, die sich entgegen  dem Weltformat „Pörse vor Acht“ nicht mit der Preissteigerung von Apple-Aktien befasst, sondern mit qualitativer Abstraktion.

Einzelheiten können hier dahinstehen. Es geht um „die so genannten MINT-Fächer“. Die Sprachvorschrift des Qualitätsjournalismus lautet: MINT-Fächer müssen als „so genannte“ MINT-Fächer bezeichnet werden, sonst können Leser und Zuschauer unmöglich verstehen, was gemeint ist. Das „so genannte“ auszusprechen dauert nur 1,5 Sekunden; aber so viel Zeit muss sein, um den Zuschauer darüber zu informieren, dass man „so genannte“ sagen kann. Bei der Print- und Online Presse hat man mehr Zeit, und da kommt es – in unserer schnelllebigen Zeit! – selbstverständlich auf Qualität an. Im seriösen Segment lautet die vorgeschriebene Formulierung daher: „Die Naturwissenschaften, ALSO die so genannten MINT-Fächer“. Man kann „Fußball“ sagen, oder „so genannter Fußball“, oder „Fußball, also ein Ballsport“. Herr Béla R. kann das alles zugleich und noch schneller sagen, als ein Herr Jogi einen einzigen Atemzug durch die Mundwinkel einschlürft. Die Kunst steckt also darin, das Kindische mit dem Abstrakten, das Linguistische mit dem Gefühligen in einem Fruchtzwerg zu vereinen. Dieser heißt „Immer mehr“.

Das „Immer“ kennt man aus frühen Tagen: „Der Maximilian ärgert mich immer“, „die Anna-Sophia nimmt mir immer den Ball weg“, und ähnliche Appelle an die Gerechtigkeit, welche die Qual der Seele lindern sollen. Etwas später heißt das „Immer kriegen die anderen Urlaub“, oder „Ich werde immer unterschätzt“. „Immer“ ist ein Schrei aus der Kindheit: IMMER hast Du keine Zeit, Zärtlichkeit, Zuwendung, Liebe! Es trifft sich mit dem „Mehr“ wie der arktische See-Elefant mit dem Biologen: Man muss beides in praktische Konkordanz bringen; dann wandelt sich das „Mehr!“ von Mathematik zur Gier, und das „Immer“ von der Klage zur Statistik.

„Immer mehr“ vermittelt allenfalls dann rationalen Sinn, wenn man erstens das Mehr und zweitens das Immer erklärt. Dazu muss man beides trennen. „Immer mehr Pickel bei Mario L. (15)“ kann bedeuten: Mario hatte gestern drei und hat heute fünf. Die Meldung bezieht sich dann auf den Optimal-Status „Null Pickel“. Wertvoll für die lesende Bevölkerung ist dann das Unausgesprochene: Wir zählen die jeweils sichtbaren Pickel, und keine Sau interessiert, ob Mario letzten Monat einen Pickel hatte, der verschwunden ist. Oder Mario hatte vorgestern drei, gestern vier und heute fünf Pickel. In der Physik nennt man das „Beschleunigung“.  Zu behaupten, dass ein Auto „immer mehr“ Benzin verbraucht hat, weil es von Stuttgart nach München gefahren ist, nähert sich der intellektuellen Null-Linie.

 

Attribute der Tiefe

Eines meiner Lieblings-Attribute ist „radikal-islamisch“. Unklar, ob es mit oder ohne Bindestrich geschrieben wird; ich neige zu ersterem. Was aber ist es im Inneren? Ich weiß, dass Herr Sarrazin, ein Mann mit Migrationshintergrund, radikal-antiislamisch ist. „Die HAMAS“ andererseits gibt es nur „radikal-islamisch“, und „die Taliban“ sind immer mal „radikal-islamisch“, mal „“oppositionell“. Ich denke, es gibt zwei Möglichkeiten: Entweder es existiert neben der „radikal-islamischen“ auch noch eine „mittel-islamische“ und eine „leicht-islamische“ HAMAS. Das fände ich interessant. Kann da nicht mal Judith Rakers mit dem Fallschirm abspringen und nachfragen?

Oder es gibt überhaupt nur eine HAMAS, so wie es nur eine SPD und eine ARD gibt? Muss man dann immer „schrumpfende“ zur einen oder „braunäugige“ zur anderen sagen? Könnte man nicht eine populistische AfD und einen katholischen Vatikan und einen schönen Klaus Kleber Kleber einfach einmal der Beurteilung der 80 Millionen Vollidioten an den Volksempfangsgeräten überlassen?

Ja, ich weiß: es gibt die „Ultra-Konservativen“ und die „Gewaltbereiten“, die „Moderaten“ und die „Populistischen“, und all die anderen Spezies, deren Namen einst der Gott des Journalismus in Steintafeln geritzt hat. Aber die „Radikal-Islamische Hamas“ ist meine Lieblingssorte. Mir fehlt einfach der Bezugsrahmen des „Radikal-Christlichen“ (Polen?) oder  des Radikal-Buddhistischen (Tibet?). Darf man die Regierungspartei Indiens radikal-hinduistisch nennen, oder neigt sie eher dem moderat-hinduistischen zu? Ist Volker Kauder radikal-christlich oder moderat waffen-lobbyistisch? Wir wissen nur, dass im Libanon, wo es so wenig Radikal-Hinduisten wie FKK-Sandstrände gibt, die Hamas Krankenhäuser betreibt, den Straßenverkehr regelt und Waffen aus Iran bezieht. Das enttäuscht das radikalpazifistische Unternehmen Heckler & Koch nachhaltig. Das ist jetzt aber nur ein radikales Beispiel!

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Alle Kommentare

  1. Na ja ich habe das alles gelesen aber eigentlich nichts verstanden .lch bin der Meinung das alles hätte mann mit sehr viel weniger Text und ein bisschen menschennaher schreiben können.😊
    Wenn ich das komplette Lügengebilde der Presse und unserer verlogenen Politik so betrachte kann ich nur sagen armes Deutschland. Aber das allerschlimmste ist wirklich das wir dummen Deutschen anscheinend nicht begreifen was auf uns zu kommt .Bravo ihr ossis schön langsam glaube ich wirklich , dass ihr die einzigen seit die unser Vaterland noch retten können .Ihr habt eine sehr lange Erfahrung wie man mit dieSen Drecksäcken aus der Politik umgehen muss.

    1. Liebe Frau Gabriele Strobl,

      wenn Sie TF nicht auf Anhieb verstehen, dann empfehle ich Ihnen den Text zigmal zu lesen, um nicht nach drei Sekunden alles wieder vergessen zu haben, dann auswendig zu lernen, was natürlich dauert – je nach Merkfähigkeitepotenzial – Sie können auch das altbewährte DauerVorlesenlassen nützen, und warten bis sich alles endlich gesetzt hat. Nach drei Tagen sollte dies bei durchschnittlicher Intelligenz möglich sein. Förderlich sind auch sogenannte e-learningKonzepte. Ebenso kann Achtsamkeit helfen. Das dazu.

      Das inhaltliche, oftmals tiefergehende Verstehen gestaltet sich natürlich schwieriger, hat mit persönlicher Einstellung und konkreter Auseinandersetzung mit der Materie zu tun. Dies bedarf noch weiterer Investition von Zeit. Und Raum natürlich. Aber mehr möchte ich hier nicht schreiben zu dieser Sache.

      Was ossis betrifft, wundert mich nur, wieso gerade diese retten sollten, wo doch längst alles verloren ist, vor allem der gemeine Hausverstand. Aber das war schon immer so, denn ein hoher Prozentsatz ist nur dumm geboren und hat nie was dazugelernt, da schließe ich natürlich diese ossis wohlwollend mit ein.(Das war jetzt aber wirklich lustig gemeint!);-)

      Vermutlich hat unsereins den Text verstanden, wie er gemeint ist und wie er weitergedacht werden kann und fetzt sich schon wieder mit diesen und jenen und ärgert ganz boshaft ihr Umfeld, denn TFs Artikel
      provozieren. Das ist der Sinn und Zweck, den unsereins sehen mag.

  2. So viel öffentliche Selbstkritik wäre doch gar nicht nötig gewesen! Es mag ja sein, dass Sie kein Wort verstehen und noch dazu auch dumm sind. Aber ich finde, dass müssen Sie doch nicht hier vor allen zugeben!

    Ob Ihr menschennaher kleiner Kommentar den “Ossis” gefallen wird, die sie anspornen möchten, weiß ich nicht. Die versichern doch meistens, dass sie mit solchem Gedankengut nichts zu tun haben.

  3. Uff… das war schwer Herr Fischer. Will eigentlich nur 2 Journalisten der NZZ zitieren – weil Sie ja auch den Sarrazin erwähnt haben – und ich diesen frechen Kurz-Stil der Schweizer und Österreicher sehr gut finde (….):

    “Deutschlands Streitkultur liegt im Argen. Dies zeigt derzeit die mediale Empörung über Thilo Sarrazins neues Buch «Feindliche Übernahme. Wie der Islam den Fortschritt behindert und die Gesellschaft bedroht». Der Ökonom und ehemalige Politiker kommt darin zum Schluss, dass der gelebte Islam mit dem westlichen Gesellschaftskonzept «nicht kompatibel» sei und dass die Einwanderung von Muslimen grundsätzlich verboten gehöre. Natürlich muss man diese Meinung des SPD-Mitglieds nicht teilen, aber die selbstgerechte mediale Verunglimpfung eines politisch Andersdenkenden und die damit verbundene Verweigerung der Debatte zum Thema Integration werden die gesellschaftspolitische Mitte weiter erodieren lassen – zugunsten der politischen Ränder, wie NZZ-Feuilleton-Redaktorin Claudia Schwartz in ihrer Analyse schreibt. Die Ereignisse von Chemnitz hätten gezeigt, dass Deutschland mehr als reif sei für diese Debatte. Das Land müsse wieder zu einer Streitkultur zurückfinden, die im Sinne des Wortes bedeute: nicht schreien, sondern zuhören und den anderen ausreden lassen. Sonst werde der soziale Unfriede weiter zunehmen. ”

    Und Benno Mattli als “Tagesleiter” ist eingestiegen mit einer Tour d’Europe. Sie führt nach Deutschland, Schweden, Spanien und in die Schweiz. Die Themen? Integration, Sozialdemokratie, Massentourismus und Geschichte….
    Alsdann Herr Fischer!

    1. @Till Eule: Die Zitate aus der NZZ, die Sie hier anführen, treffen absolut ins Schwarze. Zu einer sinnvollen Debatten- und Streitkultur müssen wir in Deutschland erst mal wieder finden, um uns nicht komplett in unversöhnlichen Parallelwelten zu bewegen. Letztendlich sollte doch jeder Interesse daran haben, bei gesellschaftlich relevanten Themen größtmögliche Schnittmengen zu finden. Gegensätzliche Standpunkte kommen dabei selbstverständlich ebenfalls auf den Tisch – aber bitte mit Anstand und Respekt vor der Meinung anderer, ohne die mittlerweile gängigen Verunglimpfungen. Wer im “hate speech” die Spaltung vorantreiben möchte, darf dabei aber auch gerne mal bloßgestellt werden – im Idealfall nicht nur von der jeweils anderen Seite, sondern auch von Gleichgesinnten, denen noch ein wenig an einer politischen Kultur gelegen ist.

    2. Ja, im Grundsatz mögen Sie schon recht haben. Allerdings würde ich Herrn Sarrazin nun nicht unbedingt irgendeiner “Mitte” zuordnen. Der Ökonom hat vom “gelebten Islam” glaube ich, nur sehr schemenhafte Vorstellungen und befasst sich auf erstaunlich niedrigem Niveau, aber mit höchster Überzeugung von seiner Kompetenz mit Texten, die er ersichtlich nur teilweise versteht. Meineswegen kann er sich ja vor den schrecklichen Fremden fürchten, so viel er will, obwohl es recht irrational ist. Ärgerlich – um es zurückhaltend auszudrücken – ist, dass er offenbar wirklich überzeugt davon ist, “Wissenschaft” zu betreiben. Er macht also ungefähr das, was die europäische “Eugenik”-Wissenschaft in den 20er Jahre vorführte: Politik als Gehirn- und “Biologie”-Forschung; Sozialwissenschaft als Dampfmaschinen-Darwinismus.
      Es ist übrigens recht interessant, sich einmal mit der Geschichte der “Ausländerproblematik” in England seit 1980 zu beschäftigen. Dort fand man nämlich fast exakt dieselben Theorien, “Analysen” und Argumente zu den zahlreich eingewanderten Hindus aus Pakistan und Indien.
      Will sagen: das ist recht austauschbar und hat mit Wissenschaft nichts zu tun. Selbst Giganten wie Sarrazin dürfte es schwerfallen, eine Wissenschaft zu betreiben, die 90 Prozent der Weltbevölkerung für “minderwertig” hält und nach extrem scharfem Nachdenken darauf kommt, dass die optimale Form des menschlichen Geistes sich in Gestalt des Ökonomen Sarrazin unter uns befindet.

      “Streitkultur”: Ja, schön und gut. Es ist natürlich schade, dass immer die anderen keine haben und man selbst hat eine sehr schöne. Und man muss schon auch sagen, dass es Thesen, “Theorien”, Forderungen und Behauptungen gibt, die man nicht einfach als “Meinungen” nebeneinander stellen kann. Die Definition von großen Teilen der Weltbevölkerung als intelligenzgemindert, unterlegen, gefährlich und zivilisatorisch minderwert ist keine These, über welche sich kulturvoll plaudern lässt. Sie ist ja dazu auch nicht gemacht, sondern fordert dazu auf, “Konsequenzen” zu ziehen und aktiv “Verteidigung” zu betreiben. Das unterscheidet sich nur unwesentlich von der “Theorie” des Ku Klux Klan.

      1. ” … und hat mit Wissenschaft nichts zu tun.”
        Ich glaube eher, daß Ihre Aussagen hierzu nichts mit Wissenschaft zu tun haben.

        Sie müssen über Dinge, die sie und ich eklig finden, auch nicht kunstvoll plaudern. Man muß allerdings Tatsachen akzeptieren.

        Sicherlich können Sie erklären, warum im naziverseuchten M-V und Sachsen bessere Schulergebnisse abgeliefert werden als im reichen Baden-W. … oder warum jahrzehntelang von Weltoffenen und Toleranten regierte Bundesländer wie HH, Bremen oder NRW so desaströs abschneiden.

        Kleiner Tipp: Die guten Schultests Finnlands beruhen nicht auf genialen Lehrern und Schulsystemen, sondern darauf, daß das “sowjetische” Finnland nach dem II. Weltkrieg keine (Elends-)Einwanderung aus der Türkei oder Arabien auferlegt bekam. Bis vor wenigen Jahren stammten 80% aller Einwanderer aus nur vier Staaten: Rußland, Estland, Deutschland und Schweden.

        Ich akzeptiere, daß es Ihnen die weitere Entwicklung gleichgültig ist (Schäfchen im Trockenen, Karriere) gehabt. Bezahlen – um nicht zu sagen “bluten” – müssen Andere.

      2. Die aus Pakistan nach England (oder ist Großbritannien gemeint?) Eingewanderten dürften zu 96,4 % Muslime gewesen sein und nicht Hindus. Letztere machen nur 1,4 % der Bevölkerung Pakistans aus.

      3. Herr Fischer: “Wir” sind – angesichts der Berichte über “arabische Clans” und deren Meinung über die deutschen Weicheier – wohl tatsächlich nützliche Idioten. Buschkowsky und Sundermann führten bei LANZ eine knallharte Diskussion über Clans: Dass die mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht mehr in den Griff zu bekommen sind, dass die Grünen/Roten ihren Multikulti-Traum nicht aufgeben wollten, obwohl Buschkowsky immer wieder versucht hat ins Gespräch zu kommen. Dass ein Rechtsstaat durchgreifen muss statt sich ständig von “Kulturen in denen durchgegriffen wird”, auslachen zu lassen. Und dann erklären die beiden Herren, dass die Berliner Polizei ja jetzt versucht das zu ändern… z.B. Luxusautos und Millionen Euros konfizieren… dass aber gar nicht sicher ist, ob das überhaupt vor Gericht standhält. Die Clans sind da ganz entspannt.. hört man und bereiten innerhalb ihrer Strukturen die “Beweislage” vor… und lachen sich ins Fäustchen? Denke, Sie wissen wovon hier gesprochen wird Herr Fischer….
        https://www.zdf.de/gesellschaft/markus-lanz/markus-lanz-vom-4-september-2018-100.html
        Was soll man von Politikern, die derartig naiv sind und die sich einen Dreck um die Konsequenzen scheren, die der Bürger über viele Jahrzehnte tragen muss? Und so erodiert unsere feine, dolle Demokratie vor sich hin…

      4. “Clans” in deutschen Medien.

        “(…) Luxusautos und Millionen Euros konfizieren… dass aber gar nicht sicher ist, ob das überhaupt vor Gericht standhält. Die Clans sind da ganz entspannt.. hört man und bereiten innerhalb ihrer Strukturen die “Beweislage” vor… und lachen sich ins Fäustchen? Denke, Sie wissen wovon hier gesprochen wird Herr Fischer….
        (…)
        Was soll man von Politikern, die derartig naiv sind und die sich einen Dreck um die Konsequenzen scheren, die der Bürger über viele Jahrzehnte tragen muss? Und so erodiert unsere feine, dolle Demokratie vor sich hin…”

        Sie meinen doch eigentlich solche bär(t)igen deutschen Clans wie die “Hells Angels”?
        Oder eher die aalglatten deutschen “Steuersparer”-Clans, die mit “Cum-Ex”-Geschäften unsere deutsche Gesellschaft – SIE und mich – um MILLIARDEN betrogen haben und noch betrügen?
        Oder meinen Sie die deutschen Lobbyisten-Clans der deutschen Pharma- oder deutschen Auto-Wirtschaft, die in Milliardenhöhe zu unseren Ungunsten Preise diktieren und Standards für die deutsche Volksgesundheit unterlaufen und beeinflussen, ganz ohne daß ihre Luxuskarossen und Millionen Euros überhaupt konfisziert werden?
        Die sind da nämlich ganz entspannt…
        Weil besorgte Bürger wie Sie gerade ein wenig abgelenkt werden von Familienstrukturen, nach denen sich doch gerade jeder ach-so-gute biodeutsche Nazi selbst sehnt, aber – ganz sicher – total gesetzeskonform, natürlich, wie der biodeutsche Clan halt so ist.

  4. So ein gut versorgter Bundesrichter a. D. langweilt sich offenbar sehr. Dann macht er halt irgenwas mit Medien. Niveau: Leserbrief des Studienrats a. D. Ein bißchem mehr Anstrengung darf schon sein, Herr Fischer!

  5. Herr Fischer, Sie haben die “verbotene kurdische Arbeiterpartei” PKK vergessen. Unseren Nachrichten folgend müsste sie sich längst in VKAPPKK umbenannt haben. Auch “gemäßigte” Rebellen hätten einen Platz in dieser Sammlung verdient.

    1. Da haben Sie Recht!
      Habe nicht Hamas mit Hisbollah, aber Libanon mit Gaza durcheinandergebracht. Beim Korrekturlesen übersehen!

      1. Bingo!
        Allerdings habe ich nicht behauptet, ich habe alle Texte des Hinduismus studiert, nachdem ich einen Volkshochschulkurs in Yoga absolviert habe. Und ich habe auch nicht zwei Millionen Jünger, die extrem sicher sind, dass ich die Wahrheit über den Inhalt der Thora sage, obwohl sie noch nie auch nur eine Zeile daraus gelesen haben. Und die mich für extrem kompetent halten, weil 1) ich zwei Semester VWL studiert habe und 2) sie Juden auch schon immer aufdringlich fanden.

        Also noch einmal: Ich bin ja untröstlich! Richtig ist: Die Hisbollah kontrolliert und verwaltet Teile des Süd-Libanon. Die Hamas stellt die Regierung des Gaza-Streifens. Und die thüringisch/sächsischen Muslim-Spezialisten kennen sich total gut aus und sind an Differenzierung hochgradig interessiert.
        Es hat ja schon Hans Magnus Enzensberger vor 40 Jahren gefragt: Gibt es überhaupt einen Unterschied zwischen dem Araber und dem Juden, aus Chemnitzer Sicht? Diese Frage stellt sich heutzutage mehr denn je!

  6. Zeitung mit vier Buchstaben. Da dachte ich zunächst, da käme ein bißchen Selbstkritik auf, schließlich hat man jahrelang dort das Feigenblatt gespielt.

    12.08.2018 “Fremdenhaß: “Bei Attacken auf Flüchtlinge sind in diesem Jahr mindestens 120 Menschen verletzt worden. … Ulla Jelpke: “Die alltägliche Hetze gegen Geflüchtete, jetzt auch von der AfD im Bundestag, hat konkrete Auswirkungen.”,
    um im letzten (sic !) Absatz zu schreiben “Wer die Menschen angriff und warum geht aus den Zahlen des Bundesinnenministeriums offenbar nicht hervor.”

    Das ist sicherlich nicht “Lügenpresse”. Volksverhetzungspresse trifft den Sachverhalt genauer.

    Trotzdem muß man Dr. Fischer bewundern. Jahrelang hat er es im vollfiesen Sachsen ausgehalten. … ud sich sogar Steffen Heitmann angedient. :-))

    1. Ich war sogar ausgesprochen gern acht Jahre lang in Sachsen. Es ist ein schönes Bundesland, wenngleich vielleicht nicht ganz so extrem bedeutend und nicht ganz so schrecklich benachteiligt, wie man es dort gern annimmt. Ebensowenig, wie man die ganze Zeit über Neuschwanstein fotografieren und Weißwürste essen kann, kann man aber die ganz Zeit über die Elbterassen fotografieren und Quarkkeulchen essen.
      In meiner Zeit im Schwurgericht in Leipzig habe ich pro Jahr etwa 40 Mörder und Totschläger/innen verurteilt. Ungefähr 98 Prozent waren biodeutsche Sachsen.

      Ihr Argument mit der “Volksverhetzungspresse” habe ich nicht verstanden. Der von Ihnen zitierte Artikel der ZEIT berichtet über eine statistische Auskunft des Bundesinnenministeriums auf eine Kleine Anfrage im Bundestag. Eine redaktionelle Meinung enthält der Beitrag nicht Wollen Sie behaupten, die Zahlen der Polizeien seien gefälscht?

      1. Nein, ich will behaupten, daß die Holtzbrinck-Presse wieder ihre legendäre “Klebetechnik” verwendet hat: Man nimmt eine “Aussage A” und eine “Aussage B” und “klebt” sie untereinander.

        Man hat in dem o.g. Artikel (bis zum letzten Absatz) suggeriert, daß es sich um fremdenfeindliche Täter gehandelt hat. Das nicht zum ersten Mal.
        August 2015: “23 Angriffe auf Moscheen und islamische Einrichtungen … Ulla Jelpke, forderte(n), bei der Registrierung politisch motivierter Kriminalität den Unterpunkt Islamfeindlichkeit aufzunehmen.” Wer waren die Verdächtigen oder gar Täter ?

        Oder die gefälschten Statistiken des BMI: Da wurden Schmierereien, Beleidigungen oder Hetze als “Anschläge” bezeichnet, um möglichst viele “Anschläge auf Asylheime” vortäuschen zu können.

        … oder, daß Ihre ehem. Kollegen von “Zeit” permanent “vergessen” zu erwähnen, daß der Verfassungsschützer Temme sich nicht nur während des Mordes an Yozgat in diesem Internet-Café aufhielt, sondern seit mind. einem halben Jahr dort regelmäßig erschien. Hmmm …. paßt leider nicht so richtig in die NSU-narrative. 🙂

        Wahrscheinlich haben Sie ein bißchen zu früh Sachsen verlassen. Von Dezember 2014 – Dezember 2015 sechs Tote durch Schutzsuchende (2 * Dresden, je 1* Chemnitz, Freiberg, Plauen, Delitzsch). Gehört, gelesen haben Sie wahrscheinlich nur von Khaled B.in Dresden. Dort wurde mit Hakenkreuzschmierereien “Nazi-Terror” vorgetäuscht. Es gab Trauerumzüge und Ausschreitungen in Leipzig mit Brandanschlägen.

        Binnen eines Jahres fünf Tote durch Schutzsuchende in Leipzig, vier davon Frauen. Zwei der Frauenleichen wurden zerstückelt. Davon dürften Sie gar nichts gehört oder gelesen haben. Nur die LVZ und mdr durften (minimal) berichten.

      2. GNoreikat:
        Mir sind Ihre Anmerkungen, ehrlich gesagt, unverständlich.
        Ich bin oder war nicht “Kollege von ZEIT”. Ich bin ein freier Autor und Schriftsteller.

        Statistik: Sie schreiben, dass innerhalb eines Jahres sechs Tötungsdelikte durch “Schutzschende” (was immer das sein mag) verübt wurden. Nachfrage: (1) Waren das Tatverdachts-Fälle oder abgeurteilte Fälle? (2) Wie viele Fälle gab es in Sachsen insgesamt?; (3) In wie vielen Fällen waren “Schutzsuchende” Opfer der Taten?
        Könnten Sie kurz die Fälle der “zerstückelten Frauenleichen” aus der LVZ aufzählen, die Sie meinen? Welche “anderen” Fälle meinen Sie? In welchem Jahr war das? Sind die Fälle schon angeklagt/abgeurtelt?

        Und, vor allem: Was wollen Sie damit sagen, beweisen oder darstellen? Jder Tötungs-Täter ist “einer zuviel”. Das ist ja eine doofe Erkenntnis, die soweieso alle teilen. Und WENN der Täter nicht dagewesen wäre, wäre die Tat nicht so, hierm, heute… passioert. Das ist ja auch nicht so schweirig: Wenn Sie nicht da wären, hätten Sie Ihre Kommentare nicht geschjfrieben. Das gilt aber natürlich für Inländer wie für Ausländer, für gute wie für schlechte Menschen: Wenn sie nicht DA WÄREN, hätten sie auch nicht getan, war sie getan haben.

        Also muss man doch fragen:1) Wer ist schuld, dass die Ausländer da sind, die Verbrechen begehen?, und 2) Wer ist schuld, dass die Inländer da sind, die Verbrechen begehen? Und wenn z.B. in Sachsen die Mehrzahl der Verbrechen von Sachsen begangen wird: Wer ist schuld an deren Existenz? Haben Biedenkopf oder Frau Ingrid versagt? Hätte man dem ungezügelten Zuwachs von Biodeutschen Sachsen nicht viel früher einen Riegel vorschieben müssen? Wer hat hier versagt?

  7. Ich muß zugeben, auch ich bin diesmal etwas angestrengt auf der Suche nach dem Inhalt, ich versuch’s mal so:

    Daß die Journalisten angeblich auf der genannten Basis nach Chemnitz gefahren sind, kann ich nicht sehen.
    Viele haben versucht, mit den “Lügenpresse”-Schreiern zu sprechen, was überwiegend nicht gelang, in den meisten Fällen wurden sie beleidigt, zum Teil sogar körperlich bedroht, bedrängt und angegriffen.
    Die Frage, was die Schreihälse mit “Lügenpresse” meinen, kann doch nicht wirklich ernst gemeint sein.
    Trotzdem haben viele Journalisten versucht, die Situation dort zu analysieren, Fragen zu stellen, Antworten zu geben.
    Insofern verstehe ich schlicht nicht, was Sie sagen möchten.

    Daß Überschriften reißerisch bis hin zu sinnlos und entstellend sind, ist nicht wirklich neu, das Beispiel aber hübsch.

    Eichhörnchen finde ich auch niedlich, selbst wenn sie in jedem Jahr wieder bekloppt genug sind, sich ihre eigene Nahrung dadurch zu zerstören, daß sie in einem Anflug von Wahn viel zu früh über unreife Haselnüsse im Nachbargarten herfallen und diese massenhaft entsprechend angeekelt fallen lassen.
    Dafür dürfen sie sich aber im Winter trotzdem im Wechsel mit den Vögeln an unserem Vogelhäuschen bedienen. (Die Idee, ihnen im Herbst an den Orten auf unserem Rasen, wo sie Nüsse vergraben haben, kleine Fähnchen aufzustellen, habe ich verworfen.)

    Sprache ist immer wieder (vielleicht auch immer mehr) relativ und die Radikalität von Radikalen auch, sofern sie nicht gar extremistisch sind, die islamistische Hamas mehr als die antisemitische Fatah, so sagt man.

    Hab’ ich etwas Wichtiges übersehen?

    1. Ja, was soll man sagen?
      Ich hätte halt gern einmal einen Spezialisten aus einer Chefredaktion, der mir den Unterschied zwischen “radikal-islamisch” und “islamistisch” erklärt, und die Abstufungen unterhalb von “radikal-” und “”-istisch”.
      Das muss doch gehen! Es können doch nicht 4.000 Diplom-Journalisten ein Wort 20 jahre lang benutzen und nicht wissen, was es bedeutet! Das wäre, wenn es zuträfe, die Widerlegung des Ersten Sarazzinschen Gesetzes.
      Ich frage ja nur! Ist “islamistisch” etwas anderes als “islamisch”? Wenn ja: Wie lautet die Kombination für Hindus, Buddhisten und Animisten? Kennen wir radikal-buddhistische Dalai-Lamas?

      Nehmen wir doch einfach mal ein wunderschönes Land aus Afrika, zum Beispiel Nigeria, hergestellt von GB: Dreimal so groß wie Deutschland, schöne Landschaft zwischen Mangroven, Regenwald, Steppe und Gebirge. 37 Millionen Einwohner Im Jahr 1960, 190 Millionen im Jahr 2018, 400 Millionen im Jahr 2050. Altersdurchschnitt 17 Jahre; Fertilität 6 Kinder pro Frau, Lebenserwartung 51 Jahre. Die Hälfte der Bevölkerung hat ein Einkommen von unter 2 Dollar pro Tag: Das nennt man “arm”. 450 verschiedene Sprachen. Unvorstellbare Umweltzerstörungen durch amerikanische und europäische Rohstoff-Konzerne.

      Jetzt der Gag für Sarrazin und die Sachsen: Eine knappe Häfte der Nigerianer ist christlich, eine andere knappe Häfte ist muslimisch, der Rest “animistisch”. Was machen wir jetzt mit den Messerstechern und Drogenhändlern und Internet-Anbietern und Menschenhändlern aus diesem Land, in dem 80 Prozent der Bevölkerung nicht die geringste Ahnung hat, wo ein unbedeutender Landstrich namens “Deutschland” auf dem Globus gesucht werden könnte (und 99,99 Prozent, was “Sachsen” betrifft”).

      Anders gefragt: Wie kriegt Herr S. das empirisch gebacken mit der Intelligenz-Verteilung und der religiösen Rassenkunde? Und für ganz harte Fakten-Checker: Wieviele Straftaten wurden in Deutschland 2015 bis 2017 von Nigerianern begangen? Wie viele von den Verdächtigen/Tätern waren christlich, wie viele muslimisch?
      Kann das die Wahrheits-Presse mal kurz mitteilen? Daten müssten ja vorliegen, wenn ich es recht verstehe.

      1. Fragen über Fragen!
        Ich denke, mit den Nigerianern verhält es sich im Grunde (auch so eine seltsame Floskel) ähnlich wie mit den “besorgten (deutschen) Bürgern”, also der “bürgerlichen Mitte”, die jedenfalls in Chemnitz gemeinsam mit grölenden und abhitlernden Nazis marschierte, das ist alles wieder so immens relativ und zahlenmäßig “immer mehr”.
        Nazis sind in Deutschland ganz sicher mehr als Nigerianer, die vor der -istischen Boko Haram vertrauensvoll zu uns flüchteten, sich hier aber wiederum vor anderen -isten ebenso zu Recht (von Rechts) bedroht fühlen.
        Bei den besorgt-überzeugten “Truthern” weiß man ja auch nicht so genau, welchem Wahrheit-Glauben sie genau anhängen:
        Sozial, radikal-sozial oder -istisch? National, radikal-national oder -istisch?
        Oder beides zusammen und nur ein bißchen?
        Zumindest, was die erste Glaubensfrage betrifft, hört man da ja eher wenig.
        Die Hamas jedenfalls (diese islamdingens…) hängt dem Glauben an, daß das mit dem Holocaust nicht soooo… also, da will man im Grunde gemeinsam mit Herrn Höcke eine 180-Grad-Wende vollziehen und versteht sich in der Sache bestens mit Frau Haverbeck, deren Sache auch Höcke stets öffentlich verteidigt.
        Das ist ein Glaubens-Durcheinander, das erklärt mir bisher auch nicht die Wahrheitspresse.

        Für diese und andere – selbstverständlich wissenschaftliche – Fragen, letztlich die “Intelligenz-Verteilung und religiöse Rassenkunde” betreffend, haben wir hier im Kommentarbereich ja offensichtlich mindestens einen Spezialisten, der uns diese Fragen beantworten kann.

    2. Du hast vor allem übersehen, Dir die LANZ SENDUNG ANZUSCHAUEN und den CLAN-Leuten zuzuHÖREN, wie sie sich beömmeln über uns blöde Deutsche. Dafür hat’s bei Dir nicht gereicht aber wenigstens dumme Kommentare ohne Sinn und Zweck, det kannste. Also Biene!!! einfach gucken!! Bisschen vorspulen, denn kommts schon. Und dann Augen und OHREN auf!!! Dann musste nicht so eine verquirlte Kacke zusammenschreiben.

      1. Till, Sie sind ganz schön verständnislos; vor allem klingt Ihr Befehlston panisch, tut mir weh; sodenn haben Fotobienes Beitrag schlicht nicht kapiert? Dacht ich mir schon bei all dem was Sie sonst so zsammschreiben, aber als tolerante Träumerin find ich auch das erlaubt.

        Vor allem finde ich Frau Fotobienes Beschreibung über das recht hoffärtige Instinktverhalten der deutschen Eichhörnchen lieb und zugleich die Augen öffnend. Unsere internationalen Eichkatzerln begnügen sich ganz natürlich mit Bucheckern und leben im finsteren Mischwald – und nur dort, woanders würden sie zugrunde gehen, weil sie so schüchtern, scheu und lebensfroh sind. Das macht den Unterschied aus.

        Was Nazis und derlei Existenzen, auch Diplomaten und andere betrifft, da denk ich, die leiden an einer Spracherstarrung. Was das real im Leben heißt, sollte man sich nicht ausdenken.

  8. Die Regierungspartei Indiens, die BJP (Bharatiya Janata Party) , darf man hindu-nationalistisch oder auch rechtskonservativ nennen. Solche Attribute dienen der Orientierung und nicht selten der Stigmatisierung. In diesem Fall bezeichnen sie eine Mischung aus ordinärem Wachstumsfetischismus und religiös begründetem Machtwillen.

    Jeder siebte Inder ist Muslim, das sind 170 Millionen Menschen. Auf Deutschland projiziert, entspräche das einem Bevölkerungsanteil von zwölf Millionen. De facto lebten Ende 2015 hier rund 4,5 Millionen Muslime, in Sachsen sind es ca. 20.000.

  9. Man kennt sich ja bereits aus Zeiten, Herr Fischer, als Sie noch in der System-ZEIT gegen den von mir geschätzten Polizeigewerkschafter, Herrn Wendt polemisierten. Zugegeben: Inzwischen habe ich als Ihr Kritiker sogar höchst punktuell Gefallen gefunden an Ihrer sarkastischen Schreibe. Hier möchte ich aktuell auf ein Versäumnis in Ihrem “Pressespiegel” aufmerksam machen. Die skandalösen Fakten im Umfeld der mit Merkel konnotierten Musel-Messerstecher von Chemnitz. In den Hintergrund gedrängt von einer staatlich alimentierten und vom Bundespräsidenten beworbenen Gutmenschen-Veranstaltung “Rock gegen den rechten Hass”
    https://jungefreiheit.de/debatte/kommentar/2018/hirn-statt-hysterie1/

    Oder sind diese in einer “rechten” Zeitung mit ständig steigenden Auflagezahlen publizierten Realitäten nicht kompatibel mit Ihrer altachtundsechziger Mentalität?

    1. Ach ja, Herr Bruns! Die “System-Zeit”! Ist das Ihr Ernst, dass Sie an die Propaganga-Fetische der demokratiefeinlichen monarchistischen “Dolchstoß”-Ideologen der 20er Jahre und die Parolen der NS-“Bewegung” anknüpfen?
      Warum sind Sie so schrecklich aufgeregt? Und was wollen Sie, dass geschehen soll? Wen möchten Sie wegputzen, “in den Hintergrund drängen”, überwältigen, zum Schweigen bringen?

      Ein guter Mensch ist ein guter Mensch. Das ist ja eigentlich nichts Schechtes. Ich weiß aber, was Sie mit “Gutmensch” meinen: Diese aufgesetzte, moral-triefende, unglaubhaft klebrige “Solidarisierung”, die nichts kostet, immer nur die “anderen” ins Zwielicht stellt und die Lebensbedingzungen anderer Menschen gar nicht zur kenntbnis nimmt vor lauter Selbstgerechtigkeit.

      Ich kenne da durchaus einige in verschiedenen (um nicht zu sagen: allen) “Lagern”, deren Gesülze einem die Socken ausziehen kann!
      Allerdings frage ich auch mal: Geht eigentlich noch mehr “Gutmenschentum”, als es der stets kleinmädchenhaft lächelnde Herr Höcke mit weißer Trauerblümchen im Revers zum Trauermarsch für den “Deutsch-Cubaner” aus Chemnitz vorspielte (der ihm vor 4 Wochen vermutlich noch als unreiner Fremdling scheißegal gewesen wäre)? Geht es wirklich noch peinlicher?

      Wenn wir uns doch einig sind im Wunsch nach hartem Zugriff auf Fakten und konsequenter Analyse und Verzicht auf Wortnebel: Warum denn dann so erregt? Warum machen Sie sich so klein?

      1. ” Geht es wirklich noch peinlicher? ”

        Ja, klar.
        Z.B. wenn wg. des in Dresden getöteten Khaled B. betroffen demonstriert wird. Mit Trauer und Tränen, mit Bärchen, Kerzen und Blumen … allerdings nur so lange, bis man feststellt(e), daß der Täter leider, leider kein (rechtsradikaler) Deutscher war. Da verschwanden die Empörten und Trauernden und seine Leiche wurde ohne (mediale) Anteilnahme in Berlin verscharrt.

      2. Es ist lehrreich mit Ihnen zu kommunizieren, Herr Fischer. Da wähnte ich mich als schlichter Elektriker (73) mit Volksschulbildung und in der “Gnade der späten Geburt” als witziger Wortschöpfer um die einschlägige einseitige Zeitung namens ZEIT im aktuellen gesellschaftlichen Kontext adäquat zu bezeichnen – und schon werde ich unerwartet mit einem offenbar belasteten Begriff aus dem historischen Dunkeldeutschland konnotiert. Ich weiß, Herr Fischer, die Nutzung des Wortes “Autobahn” sollte man aus gleichen Gründen lieber vermeiden um nicht in der Nazi-Ecke zu landen. Das hat schon die bekannte frühere Moderatorin Eva Herman in einer öffentlichen Hinrichtung des zwangsfinanzierten System-Lautsprechers Johannes B. Kerner erfahren müssen.

        Mit Verlaub, Herr Fischer, die Anhänger der Frankfurter Schule und ihre taktischen Sprachpanscher, die bewährte Begriffe umdeuten und in ständig neue mediale Narrative verwandeln, haben keine Wirkmacht auf die Wahl meiner angeblich “politisch unkorrekten” Worte im aktuellen politischen Diskurs. Mein Wording bestimme ich autonom.

        Ich hatte Sie mit einem Link oben auf die skandalöse Hass-Sprache der Gutmenschen, ausgerechnet in dem u.a. vom Bundespräsidenten beworbenen “Konzert gegen Hass” aufmerksam machen wollen und war auf Ihre gewohnte wortmächtige Wertung im gesellschaftspolitischen und rechtlichen Kontext gespannt. Doch in ihrer Replik erkenne ich dazu nur ein schreiendes Schweigen!
        Oder war das, was dazu zu sagen bürgerliche Pflicht wäre, mit Ihrem zementierten Weltbild nicht kompatibel?

        Konsens ist allerdings, dass der neueste Messerangriff in Chemnitz von allen Akteuren politisch und medial instrumentalisiert wurde.
        Ob wir uns auch noch einig sind in der Analyse, dass der inzwischen hinreichend verwahrloste Merkel-Rechtsstaat durch einen fatalen Kontrollverlust und durch perpetuierte Rechtsbrüche im Regierungshandeln gekennzeichnet ist: Da habe ich allerdings Zweifel.

        Der inzwischen irreparabel anmutende Vertrauensverlust weiter Teile des sogenannten Souveräns in diese halluzinierte Demokratie tangiert inzwischen – als letzte Kontrollinstanz – auch die Justiz. Da gibt es Urteile selbst in der jüngsten Verwaltungsgerichtsbarkeit, die die Konsensfähigkeit unserer ohnehin schon beschädigten Rechtsordnung gefährden. Dieser Staat wird nur noch als Konstrukt der absoluten Wehrlosigkeit angesehen, der ohne gewollte politische Steuerung und der angeblichen unabänderlichen Asylgesetzgebung der hilflosen Überflutung durch kulturfremde Invasoren überlassen werden muss.

        Es steht leider zu befürchten, dass die politische, soziale und kulturelle Destabilisierung unseres Landes das heimliche Programm des sich elitär dünkenden politisch-medialen Komplizen-Komplexes ist. Aber da werden Sie mich mit dieser begründeten Befürchtung wohl schnell in gewohnter Manier in die Nähe der “Chemtrails”-Gläubigen verorten…

        So, jetzt muss ich sehen, dass mein Weltbild – einmal mehr – durch ein fundiertes Werk von Sarrazin bereichert wird: “Feindliche Übernahme”.
        Es liegen noch einigen Seiten vor mir…

  10. Ja, Herr Fischer: Meinen Sie, dass Sie immer richtig verstanden werden mit dem, was Sie schreiben? Und meinen Sie, dass nur Dummköpfe Sie nicht verstehen können? Auch Ihr Denken ist nicht allen vertraut, insbesondere nicht denen, die nicht Diskurs-gewohnt sind und die Kritik an etwas, das Ventlieren von Fragen, mit Eintreten für das Gegenteil verwechseln. Und das sind keinesfalls nicht denken könnende Dummköpfe, sondern etwa mathematisch und/oder naturwissenschaftlich geschulte Leute, von denen ich einige kenne.
    Sie arbeiten in anderen Denkstrukturen.
    giscaris sagt:
    Ja, die Journalisten bieten immer wieder Stoff wegen ihrer unzureichenden Berichterstattung. Ich gebe Ihnen gern recht. Doch: Medien richten sich nach Leseranalysen. Offensichtlich ergeben diese: keine trockenne Faktenanalysen, da steigt der Leser aus, eingängige simple Geschichten und Überschriften, die den Leser durch “ein Portal” führen, bildhafte Sprache für das Vorstellungsvermögen und bitte schön nicht Fragen aufwerfen, auf die man keine Antworten hat- das mag der Leser nicht: nachdenken.
    So kann man die Tagesauflage am Kiosk vielleicht noch beibehalten
    US-Forscher(JayRosen) attestiert deutschen Medien Realitätsferne.
    So, Herr Fischer, wen möchten Sie erreichen- und meinen Sie, dass Sie das tun?

    1. Nun ja, nicht alles kann gelingen.

      Ich kenne eine Menge Leute, die über dies und jenes ganz anderer Ansicht sind als ich, aber gewiss keine Dummköpfe.
      Mit anderen kann man nur sehr schwer oder gar nicht reden: Wenn Sie die paar Beiträge in diesem Forum durchschauen, wird Ihnen auffallen, dass auch hier welche dabei sind. Menschen, die ein hermetisches Weltbild haben, sind für Argumente nicht zugänglich – Das ist ja der Sinn des Weltbildes. Wenn Sie ganz fest glauben, dass Sachsen von moslemischen Mördern überrannt wird, die von einer verbrecherischen Verschwörung eingeschleust werden, dann ist es halt so, und jedes Gegenargument ist nur eine neue Offenbarung der Verschwörung. Wenn Sie der Ansicht sind, dass Sachsen eine Bande von vernagelten Gewalttätern sind, suchen Sie sich halt vier oder fünf davon und freuen sich darüber. Und wenn Sie an “Chemtrails” glauben, dann ist der Himmel halt voller Giftgas.

      Es gibt aber Grenzen dessen, was in der modernen Gesellschaft “diskutabel” ist; jenseits dessen kann man zwar irgendwas “glauben”, aber nicht beanspruchen, ernst genommen zu werden. Das gilt für einzelne Inhalte, aber auch für die Argumentation als solche.

      Ansonsten: ich bin ja nicht Oberlehrer von “die Medien”. Es gibt in Deutschland ein paarhunderttausend Journalisten, und sehr viele davon arbeiten sehr gut und engagiert – und das für oft ziemlich wenig Geld. Vor allem auch im Durchschnitt wesentlich besser, als es die meisten Verächter könnten. Aber es gibt halt auch manche taube Nuss und Strukturen, die das fördern, und eine schreckliche Empfindlichkeit.

      Man muss sich immer klarmachen: Die Pressemedien haben eine extrem große Bedeutung und Verantwortung. Ihre professionelle Struktur sichert wesentliche Grundlagen der Gesellschaft. Wenn die “Lügenpresse”-Schreier eine Meinungs-Kukltur verwirklichen könnten, die sie wollen, bräche das komplette Chaos aus. Das wird natürlich nicht passieren, sondern im schlimmsten Fall helfen die Parolen halt einer “gleichgeschalteten”, korrupten Funktionärs-“Elite” an die Macht. Dann darf der Chemnitzer wieder jeden Tag lesen und hören, dass Sachsen auf Weltniveau ist und täglich besser wird. Und die Staatsratsvorsitzende Weidel aus der Schweiz erhöht jedes Halbjahr die Rente um 10 Prozent und importiert auf Pump 200.000 Tagelöhner aus Bangladesh, die für zwei Taler pro Tag die alten biodeutschen Chemnitzer durch die Einkaufsparadiese rollen. Dann kommt der Spartacusaufstand oder der Russe oder vielleicht der Nigerianer, und dann geht alles richtig los.

      1. …….Ihre Antwort ist mir etwas zu polemisch, Herr Fischer….. ich wollte zum Ausdruck bringen, dass Leute auf unterschiedlichen Niveaus argumentieren und nicht zwischen Fakten- was immer darunter fallen mag-und Interpretationen sog. gesellschaftlicher Realitäten unterscheiden wollen bzw. können. Zudem sind nicht alle Leute-auch die mit Ausbildung – gewohnt, Begriffe genau zu verwenden, wie es Juristen tun (sollten). Umgangssprache hat das nicht nötig, da kann jeder etwas anderes mit einem Wort verbinden bzw. das Verständnis seiner “peer group” davon haben. Und wie soll sich da journalistische Berichterstattung bewegen, die sich danach ausrichtet, was vermeintliche Leser hierunter verstehen? “Das versteht niemand” heisst oftmals: ich als sachfremder Journalist verstehe es nicht.

      2. Schön, dass wir noch keine korrupten Eliten haben, die Rente schon seit Norbert Blumen sicher ist und die asiatischen Tagelöhner auch noch nicht im Altenheim zu Dupinglöhnen arbeiten. Gut erkannt!

      3. Herr Fischer, ein wuchtiger Antrag auf Befangenheit, den Sie vor den “Dummen” gegen sich selber formuliert haben.

        Bin gespannt, ob dem stattgegeben wird.

        Bei Dummen weiß man ja nie.

      4. “Aber es gibt halt auch manche taube Nuss”
        Ach, jetzt versteh’ ich’s! Danke.

        Also, ja, doch, selbst strunzdumme Eichhörnchen (s. mein Beitrag oben) überlebten 1000-jährige Vergangenheit.
        Jedoch, und das muß man sehen, wir erleben hier gerade einen Klimawandel.
        ABER unsere süßen heimischen Eichhörnchen – das wird von der Berlin-Brandenburger Baumratten-Seite betont! – sind NICHT von einwandernden Grauhörnchen bedroht, das sind Fake-News!!
        http://www.eichhoernchenhilfe-berlin.de/grauhorn

      5. Willi W:
        Mein Gott, die “Befangenheit”! Die hatte ich ganz vergessen. Ich bin erschüttert!
        Insbesondere im Rentner-Ruhestand und freiberuflichen Leben ist Befangenheit das Schlimmste, was passieren kann!
        Hoffentlich merkt es keiner der in diesem Forum schreibenden TOTAL unbefangenen Kommentatoren! Verraten Sie mich nicht!

    2. Ich habe schon verstanden, was Sie zum Ausdruckl bringen wollten, und will gar nicht polemisch gegen Sie sein.
      Ich denke nur: Dass alles “irgendwie” so ist, wie es ist, ist schon klar. Aber was soll’s?
      Menschen sprechen auf unterschiedlichen Niveaus: Das ist wahr. Indem sie über sich sprechen, sprechen sie natürlich implizit auch über das Niveau selbst. Das Letztere ist ein recht abstrakt formulierter Satz, der aber trotzdem nicht nur “vielleicht”, sondern evident richtig ist: Wer ihn bestreitet, beamt sich, nach den geltenden Maßstäben der Moderne, ins Mittelalter oder ins Spinnertum. Man muss und kann ihn in dieser abstrakten Form aber natürlich nicht verstehen, wenn man ungebildet ist, also nicht zu der kleinen Elite der “bildungsbürgerlich” Informierten gehört, die als Fettauge auf der Suppe schwimmt.

      Ich weiß das. Deshalb muss man ja nicht gleich verzweifeln. Sprechen geht mal so, mal so; das wissen schon die Bonobos. Die Überraschung ist eine Form, die Frage, das Wechseln auch. Man kann Mitleid haben, angeekelt sein, verzweifelt und froh sein zugleich über die Kraft der gnadenlosen Dummheit.

      1. Warum kann man “über die Kraft der gnadenlosen Dummheit” auch” froh”sein, Herr Fischer?

      2. thomas fischer sagt: 06.09.2018 um 20:08 Uhr, Willi W:

        “”Mein Gott, die “Befangenheit”! Die hatte ich ganz vergessen. Ich bin erschüttert! Insbesondere im Rentner-Ruhestand und freiberuflichen Leben ist Befangenheit das Schlimmste, was passieren kann! ”

        Oha. Das wußte ich vielleicht garnicht mehr, (Vergessen ? Dummheit ?) daß Sie sich freiberuflich im Rentner-Ruhestand befinden.

        Vielleicht meinte ich aber auch etwas anderes. Denn eigentlich hatte ich ja geschrieben:

        “Herr Fischer, ein wuchtiger Antrag auf Befangenheit, den Sie vor den “Dummen” gegen sich selber formuliert haben.”

        (Dies bezog sich auf Ihren vorangehenden Text, insbesondere Ihre Schilderung unserer Medienlandschaft)

        Ich könnte Ihnen jetzt zu erklären versuchen, worin der Unterschied liegen könnte zwischen dem, was Sie hier beschieden haben und dem, was ich vorzutragen versuchte.

        Aber jetzt, wo wir das ausdiskutieren leuchtet es mir besonders ein, daß Sie gegen sich ja garkeine Befangenheit geltend machen können, da Sie sich, wie Sie natürlich wissen, bereits im “Rentner-Ruhestand und freiberuflichem Leben” befinden.

        Unaufmerksam, ja dumm von mir, dies nicht beachtet zu haben.
        Ihr abschließender Appell soll gelten: ich werde ausnahmsweise niemandem etwas verraten.

  11. ……..und dann noch Meedia Extra vom heutigen Tag: Die Mehrzahl der Deutschen sieht sich nicht in der Lage, in den Medien Fakten von Fakes zu unterscheiden- und liest sie dennoch……..

  12. Uff… »Streitkultur« hin oder her, es gilt auch hier die altbewährte Regel: Andere Länder, andere Sitten. (Oder, wie ich dereinst dichtete:
    Die Schweiz ist klein, das muss so sein./
    Wär’ sie denn größer, müsst’ man fragen/
    Ob all die Schweizer das vertragen.)

    Und im Ernst: Moral muss man sich leisten können.

    Herr Fischer hat eine sehr schöne Kolumne entkorkt, die hilft, den etwas laschen Nachgeschmack des »Piloten« von vor ein paar Tagen vergessen zu machen.
    Dankeschön dafür.

    Bemerkenswert am Unterschied zur Rechts-Kolumne erscheinen die Gravitationskräfte des Gegenstandes, auch vor deren Fischerisierung. Wo wir bisher den Strafrechtsfachmann als zivilisierende Gewalt, und den Kulturmenschen mit bestimmtem Zentrum bewunderten, und von ihm lernten, begegnet uns hier zunächst der sprachbefreundete Bildungsbürger in Verteidigung (oder gar: Einschenkung) demokratischer Gesinnung.

    Doch die Problemlage ist unübersichtlicher – als die Prozeduren der Wahrheitskonstruktion, -stiftung, -verteidigung, flott und doof im tiefen Meer des Journalismus vergluckern. Man kann nicht so viel atmen, wie man brüllen möchte.

    Aber eine Tendenz ist spürbar: Anamnese der Gegenwart, Begründung, Kommentar. Vielleicht nicht als Phantasie der Normsetzung, aber als Kritik der Schluffigkeit all jener, denen für »Wahrheit« heuer nicht mehr das Schafott auf den Marktplatz gebaut wird.
    Meslier et al. verdienten eine solche Haltung und wir wünschen uns: mehr davon.

  13. Sehr geehrter Herr Fischer,
    Ihr Kommentar ist mehr als erfrischend, auch wenn er wohl viele Menschen, die ihn lesen, nicht erreicht. Da fehlt etwas, was man vielleicht Bildung, Kenntnis und auch Empathie nennen darf. Besonders spannend sind die zum Teil verbal gar nicht blöden Kommentare zu Ihren Überlegungen. Offenkundlich wird dabei der Mangel an Objektivität dieser Menschen, die in ihrer Eitelkeit nur suchen, einen etwas mehr begabteren Denkmenschen zu “blamieren”. Die Blamierten sind diese dann selbst.
    Köstlich sind dazu Ihre Antworten zu lesen. Wunderbar formuliert präsentieren Sie solchen Schreibern deren Mängel, einen Text zu verstehen. Der ist ja auch in seiner Art gar nicht leicht. Um wirklich das meiste zu verstehen, musste ich ihn mehrmals lesen. Das ist aber kein Mangel des Textes sondern wichtige Sorgfalt, viel von einem gelungenen, präzisen Text mit höflichen Spitzfindigkeiten zu verstehen. Ich habe von Text und Mailantworten viel gelernt. Florian Adler

  14. Ich kenne keine “Lügenpresse” mit vier Großbuchstaben. Meinten Sie vielleicht “mit vier großen Buchstaben”?

    1. Nein, um Gottes Willen!
      Das wäre etwas vollkommen Ab-Weichendes, aklso nichts Ab-Härtendes. Ein Großbuchstabe ist auf keinen Fall ein großer Buchstabe; das weiß ja jeder Forist, der ja kein Florist ist. Die Blume wiederum ist kein Tannenbaum. Vielen Dank jedenfalls für Ihren Beitrag. TF

      1. Ein Großbuchstabe kann sehr wohl ein großer Buchstabe sein. Und ein Forist auch ein Forist.
        Oder habe ich da was verpasst?

  15. Das ist ein provinzieller Irrtum, den Preis hätte die BNN niemals bekommen dürfen!

    Ganz offensichtlich gehört zur Militärakademie ein Gelände mit einem Friedhof darauf, und dann hieße „bei“, „an“ oder „in der Nähe der Militärakademie“, dass man sein Grab dort nicht haben wollte, sondern ihn ante portas beigesetzt hat. Beerdigungen finden nun mal nicht beim, am oder in der Nähe des Friedhofs statt, sondern auf dem Friedhof.

    Wahrscheinlich war das Germanistikstudium in Frankfurt schon in den Siebzigerjahren entkernt – oder liegt es daran, dass Thomas Fischer nach zwei Jahren mit der Germanistik gebrochen hat, um sich der Juristerei zuzuwenden?

    1. Ich bin erschüttert.
      Denn selbstverständlich liegt all mein Gold oben auf und nicht neben der Bank, und mein hessisches Aitur habe ich auf dem und nicht am Gymnasium erworben. Herr Hahnemann trinkt sein frankfurter Bier selbstverständlich “auf” der Kneipe, und die Germanistik hat ihre Begründung auf den Gebrüdern Grimm auf Kassel und auf Göttingen erfahren. Denn merke: All diese und noch viel mehr nehmen einen Raum ein im Universum, in welchem es bekanntlich mal ein Oben und mal ein Unten, also ein “auf” und mal ein “unter” gibt: Der Friedhof liegt auf der Erde, der Erdkern unter dem Friedhof, und Senator MacCain ganz oben auf der Miltärakademie. Wilhelm II liegt übrigens auf Holland.

      1. Abgesehen davon, daß Fußballfans auf Schalke gehen, gehen die Österreicher noch weiter, da fliegt man am Mond, es wird gegessen, was am Tisch kommt, und man möchte am Turm ’naufssteign!

      2. Auch Sie waren mal auf dem Gymnasium und auf der Uni – haben Sie dort nur auf dem Dach rumgesessen? Übrigens liegen (nicht nur) Rudolf Augstein und Peter Suhrkamp auf dem Keitumer Friedhof auf Sylt – und trotzdem unter der Erde.

  16. Vor Jahren hörte ich Nachts mal WDR und mal DLF. Beide berichteten in den Nachrichten über durch eine Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage einer Fraktion bekanntgewordene Zahlen ärztlicher Behandlungsfehler. Zwei Jahre wurden verglichen. Beim DLF hieß es sinngemäß im Jahr n+1 gab es mehr ärztliche Behandlungsfehler als im Jahr n. Beim WDR hieß es, immer mehr Patienten würden Opfer von Behandlungsfehlern. Keinen Gedanken verschwendete man daran, dass vielleicht auf Monatsbasis die Behandlungsfehler auch mal zurückgegangen sein könnten.

    Was für ein Glück für die “so genannten” MINT-Fächer, dass sie noch keine “selbsternannten” MINT-Fächer sind!

  17. Hallo Herr Prof. Fischer,

    ich möchte Sie auf einen Artikel hinweisen, von einem Professor für Journalistik verfaßt und hier in (bei, auf) Meedia veröffentlicht. Vielleicht eignet sich dieser Aufsatz für eine Befassung in Ihrer „Kleinen Presseschau“, weil es hierbei sowohl um Medien, als auch um Recht gehen dürfte.

    Der Beitrag “Banal, schwammig, missverständlich” – Medien-Professor kontert Jay Rosens “Brief an deutsche Journalisten” steht zur Verfügung unter:

    https://meedia.de/2018/09/07/banal-schwammig-und-missverstaendlich-medien-professor-klaus-meier-kontert-jay-rosens-brief-an-deutsche-journalisten/

    Ich möchte mich mit der angebotenen Sichtweise befassen, wonach Journalisten eine Gesellschaft zu lenken haben, indem sie entsprechende Agenden setzen.

    „Agenden setzen“, das heißt dann allerdings auch, über Dinge nicht zu berichten, Sichtweisen und Sachverhalte demnach aus der öffentlichen Diskussion zu entfernen.

    Souverän kann dann schwerlich noch der Bürger sein, der sich in einer freien Presse umfassend informieren können soll. Dessen Weltbild, dessen Entscheidungen beruhen demnach auf vorab gesetzte Agenden, es sind Journalisten, welche die ihnen geeignet erscheinenden Themen einer Gesellschaft vorab selektiert, ggfs. unter den Tisch haben fallenlassen.

    Prof Meier gibt dazu erfrischende Beispiele und Anregungen und weiß zu berichten, daß diese Lenkung funktioniert. Er schreibt. …. „dass das Agenda Setting eine empirisch gut belegte Theorie der Wirkungsforschung ist.“

    Wie verbindet man diesen Lenkungsanspruch mit unserem Grundgesetz ?

    Den Aufgaben des Parlaments?
    Dem Regelungsanspruch des Staates ?

    Worin besteht eine aus unserem Grundgesetz, oder der EU-Charta womöglich herleitbare, demokratische Legitimation des Journalismus, einer Gesellschaft vorzugeben, was diese zu wissen hat, und was sie nicht wissen sollte.

    Welcher Journalist wird für die Erfüllung dieses Funktionsverständnisses gewählt, und wie könnte dieser ggfs abgewählt werden?

    Welche Bestimmungen halten die Gesetze unserer Gesellschaft dafür bereit, um dergleichen als demokratisch bezeichnen zu können.

    Herr Prof. Fischer, es wird Ihnen sicher ein Leichtes sein, meine Bedenken formal zu zerlegen und vom Tisch zu wischen. Das dahinterstehende Problem bleibt aber womöglich erahnbar.

    1. Haben Sie da etwas missverstanden? Die meisten Journalisten werden von privaten Unternehmen beschäftigt. Da gibt es keine Wahlen oder “demokratische” Legitimation.
      In Deutschland gilt sowohl Meinungs- als auch Pressefreiheit, wie man unschwer am Artikel 5 des Grundgesetzes erkennen kann.

      Für mich ist damit klar, dass jedermann und jedes Unternehmen frei darin sind, innerhalb der vom Grundgesetz definierten Schranken (u.a. der benannten allgemeinen Gesetze) zu berichten, was ihnen gerade so in den Kram passt. Die Schranken der Berichterstattung sind die (im aktuellen) Deutschland von den Volksvertretern “demokratisch” beschlossenen Gesetze. Abgesehen von diesen “demokratischen” Grenzen ist “die Presse” eben frei.

      Es gibt eine Vielzahl von Presseerzeugnissen, die unterschiedlichste Bedürfnisse abdecken. Der Linken-Wähler wird wohl seltener die FAZ lesen als der “A”fD-ler BILD oder Welt. Presseerzeugnisse allerdings, die an den Völkischen Beobachter oder den Stürmer anschliessen, dürften heute aus mehreren (guten) Gründen in Deutschland verboten sein.

      Journalisten werden “abgewählt”, wenn die Kundschaft (aka “Leser”) sich abwendet. Das ist zwar nicht exakt “demokratisch”, man könnte aber etwas ähnliches in diesen Vorgang hineininterpretieren. Anders gesagt, gibt es einen guten Grund dafür, dass die wichtigsten Tageszeitungen in Deutschland eben die üblichen Verdächtigen wie SZ oder FAZ sind, weil sie in den Augen ihrer Kunden besser als die anderen sind.

      Eine freie Presse, gekoppelt mit Meinungsfreiheit, ist in meinen Augen eine Art Vorbedingung für Demokratie. Jeder kann sich seine Meinung bilden, wie es ihm passt. Aus diesen frei gebildeten Meinungen resultieren dann demokratische Entscheidungen, üblicherweise bei Wahlen oder parlamentarischen Abstimmungen geäussert.
      Demokratische Entscheidungen können auch schwerwiegende Fehlentscheidungen sein. Ein gewisser Gefreiter aus Braunau wurde auch demokratisch gewählt, was angesichts seiner Untaten wohl getrost als der schwerwiegenste derartige Fehler aller Zeiten angesehen werden dürfte.

      Abseits der “…Schranken in den Vorschriften der allgemeinen Gesetze, den gesetzlichen Bestimmungen zum Schutze der Jugend und in dem Recht der persönlichen Ehre” ist die Presse eben frei. Sie ist frei, richtig, falsch, boshaft, freundlich usw.
      Es gibt eben KEINE staatliche Lenkung für die Presse, das ist der Grundsatz unserer Demokratie. Ich weiss ja nicht, was Sie an “der Presse” vermissen, aber es scheint mir da ein Missverständnis Ihrerseits der Pressefreiheit (und von Demokratie) vorzuliegen.

      1. @ Hafensänger.

        Die gesellschaftliche Bedeutung von Freiheit der Presse, wie im Grundgesetz angelegt besteht eigentlich nicht darin, die Bevölkerung nach Gusto manipulieren zu dürfen durch Agenda- Setting, welches dann auch noch einer Wirksamkeits-Kontrolle unterliegt.

        So wird die Aufgabe von freier Presse in einer freien Gesellschaft eigentlich nicht empfunden.

        Ich sehe jedoch, daß unsere sogenannte freie Presse genauso verfährt. Und siehe Prof. Meier: daß dies auch so gelehrt wird. Sie waren so freundlich, dies noch zu untermauern.

        Eine der Agenden besteht demnach darin, dergleichen anschließend als Demokratie zu verbraten. Zurückkommend auf ihren Hitler: der hatte vorab angekündigt, die Demokratie zu beenden. Man erkennt: Demokratie zu beenden geht eleganter. Eine Frage des Agenda- Settings.

        Wir lesen und hören zunehmend auf allen Kanälen: Freie Presse und Demokratie: dies gehöre zusammen.

        Alles lediglich Agenda, nichts anderes ist dahinter.

        Es geht um den Transport eines ganz speziellen Verständnisses von Demokratie, welche die aktive Manipulation der Bürger, der Wähler durch die Presse beinhaltet. Dies halten Sie für legitim, ich werde ihnen da wenig entgegensetzen.

        Diese Art von Verständnis, an unser Grundgesetz angelegt macht auch deutlich, warum andere Eckpfeiler unserer Demokratie nur noch als Hülle, dem Begriff nach existieren.

        Während die Geblendeten, denen unsere (schein?) demokratisch angelegte (Schein?) Verfassung eigentlich die Möglichkeit zuerkannt hatte, ihr eigenes Schicksal durch einen unblutigen, per freier und geheimer Wahl herbeigeführten Machtwechsel selbst zu bestimmen, tanzen diese Verführten jedoch tatsächlich am Nasenring, an Vorstellungen, welche ihnen durch die freie Presse vorgekaut und aufgetischt werden.

        Die demokratische Legitimation als auch Verantwortung ist ausgehebelt.

        Das ist Ihr Verständnis vom Wirken einer freien Presse in einer Demokratie, und sie meinen daß dies auch begründbar ist. Mag sein. Allerdings nicht durch einen Demokraten. Machen Sie sich nichts draus, die sind bei uns ohnehin selten.

        Ich halte dies eher für einen Machtmißbrauch, welcher sich offenbar institutionalisiert hat und möchte besser nicht fragen, wie dieser sich konstituieren konnte und vor allem, auf welche Weise er koordiniert wird.

        Von freier Presse kann keine Rede sein, sofern darunter nicht verstanden werden soll – das Grundgesetz dies also so verstanden wissen wollte – wonach die Freiheit der Presse zwingend darin bestehen muß, Presseorgane aller Meinungsrichtungen einer Gesellschaft zur Verfügung zu stellen mit dem Ziel einer umfassendst möglichen Berichterstattung dieser Gesellschaft. Die Deppen sollten sich eine Meinung selber bilden können. Das ist offenbar überholt. Es ist nicht einmal mehr der Mühe wert, die diesbezüglichen Gesetze anzugleichen.

        Gegenteiliges ginge u.a. aus der Begründung für das Vorhandensein eines Presse-Grosso hervor, also die Garantie des Vertriebes und der allgemeinen Zugänglichkeit von sämtlichen Presseerzeugnissen aus dem gesamten Meinungs-Spektrum.

        Wofür das Ganze, Hafensänger ?

        Merkel hatte vor wenigen Jahren dem Presse-Grosse diesbezügliche Existenz- Garantien zugesichert. War vielleicht kein gutes Zeichen.

        Was Sie hier beschreiben ähnelt einem Komplott von sich als frei gerierenden Medien mit der Zielsetzung der Entkernung von Demokratie. Und es funktioniert, obwohl die schlimmsten Ahnungen in der Gesellschaft langsam – aber wohl auch zu spät – erwachen. Es gibt halt keine Medien, die es wagen, Demokratie auf ihren Aufklärungszettel zu setzen.

        Dieser Komplott wirkt, wie alle anderen wohl auch – einzig und allein deswegen, weil eine koordinierte Lenkungsabsicht von allen Beteiligten bisher hoch und heilig bestritten wird.

        Das erspart uns zumindest vorerst, die Karten auf den Tisch legen zu müssen, wo die Reise hingehen soll, auf der wir uns bereits befinden. Ich hoffe, es befindet sich irgendjemand im Hintergrund, der das auf seiner Agenda hat.

        Dem treten Sie nun teilweise entgegen, indem Sie Licht spenden und das Vorgehen legitimieren. Zusammen mit der Information, wonach an unseren Universitäten im Fach Journalistik inzwischen Geheimdienst- Techniken gelehrt zu werden scheinen

        Danke für ihre Einschätzung, dessen Verbreitung auf absehbare Zeit sicherlich nicht auf der Agenda der sogenannten freien Presse steht.

        Agenda: können Sie erklären, warum man solch eine Furcht vor der AfD hat? Wollen die nicht auch die Demokratie abschaffen ?

      2. Sehe ich völlig anders. Zumindest so lange, wie Sie nicht konkret erklären, was Sie eigentlich stört. Darüber hinaus hindert Sie niemand daran, im Rahmen der Meinungsfreiheit und der vom Gesetzgeber (also von uns bzw. der Mehrheit der Deutschen)gesetzten Grenzen Ihre eigene Meinung zu äussern und zu verbreiten.

        Sie sind jederzeit frei, eine eigene Zeitung (auf welcher medialen Plattform auch immer ) zu gründen und für Aufklärung zu sorgen. Sie dürfen zur Bildung Ihrer eigenen Meinung jegliche Information verwenden, und man kann ja nicht behaupten, dass irgendetwas unterdrückt werden kann, weil selbst die abstrusesten Verschwörungstheorien noch aus finstersten Winkeln der Netzwerke kriechen. Damit sind Sie genauso frei, Ihre eigene Agenda zu verfolgen.

        Was Sie fordern, wäre in letzter Konsequenz die Abschaffung der Meinungs- und Pressefreiheit. Ohne Meinungs- und Pressefreiheit ist eine Demokratie für mich nicht denkbar. Ich hoffe nur, dass Ihnen auch klar ist, dass auch mir selbstverständlich manche journalistische Arbeit sehr missfällt. Ich nehme aber an, dass das andere als die Ihnen missfallenden sind.

        Was wollen Sie denn “demokratisch legitimiert” an der Pressefreiheit ändern? Welche Agenden passen Ihnen denn nicht? Diejenige der “Welt” oder diejenige der “TAZ”? Bevorzugen Sie die Deutsche National-Zeitung oder die Marxistischen Blätter? Welche Agenda stört Sie unter den vielen Agenden, die von den Organen der Presse verfolgt werden, und welche Agenda fehlt Ihnen? Was fehlt Ihnen in der Vielfalt? Wo und warum wird Ihre Meinung nicht verbreitet? Wo und warum wird Ihrer Meinung wiedersprochen, und weshalb ist das ein Problem?

        Was wollen Sie denn jetzt? Wenn Sie die Pressefreiheit nicht wollen, bewegen Sie sich abseits unseres Grundgesetzes. Wie wollen Sie die Presse denn dazu bringen, etwas anderes zu tun? Wie verträgt sich das mit der Meinungs- und Pressefreiheit, die im Grundgesetz doch einigermassen wichtig erscheint, so dass sie ziemlich weit vorne “erwähnt” wird?
        Fehlt Ihnen die Wiedergabe des “gesunden Volksempfindens”? Wie definieren Sie in diesem Zusammenhang “gesund”?

        Ich werde den Eindruck nicht los, dass Sie um den heissen Brei herumreden und nicht damit herauswollen, worum es Ihnen wirklich geht. Bei dem, was Sie an der Presse und am Grundgesetz zu missfallen scheint.

        PS.:
        “Unser” (vermutlich der Herr Hitler unserer Vorfahren) Herr Hitler hat alles mögliche grauenhafte Zeugs angekündigt (und später umgesetzt).
        Das war vor der Umsetz bekannt, und trotzdem wurde er demokratisch gewählt. Ein epochaler Fehler der Deutschen, finden Sie nicht?

      3. Ich möchte Willis Wahnvorstellungen hier nicht noch Vorschub leisten, indem ich thematisch einsteige.
        Nur eins:
        Dies HIER, unter dem Artikel von Fischer zu diskutieren (und nicht unter dem betreffenden Artikel), ist in der Tat ein sehr klares Agenda Setting, das ja nicht der “Lügenpresse” vorbehalten ist, sondern derzeit insbesondere – wie man hier gut sieht und worauf Prof. Meier hinwies – von den rechtspopulistischen Aktivisten praktiziert wird.
        Willi hat sichtlich weder den einen noch den anderen Artikel verstanden, sondern behauptet völlig haltlose Dinge, die in keinem der Artikel stehen, die er allerdings ausgerechnet HIER, unter einem ganz anderen Artikel diskutieren möchte, wo er des bekannten, von ihm gehassten und erfahrungsgemäß über SEINE eigenen Beiträge mitdiskutierenden Autors Fischer wegen Aufmerksamkeit für seine Agenda zu bekommen meint.
        Das ist in jeder Hinsicht so dünn wie dürftig, da der provozierten “Diskussion” bereits die sachliche Basis fehlt und lediglich eine verschwörungstheoretische Agenda offenbart wird.
        Ich bitte darum, die “Diskussion” – wenn die denn trotzdem unbedingt sein muß – jedenfalls unter dem betreffenden Artikel zu tun und nicht hier.
        Danke!

      4. PS: Eigenkorrektur war unvollständig:
        (“das… zu tun”) sollte werden:
        “Diskussion… zu FÜHREN”

    2. Sehr geehrter Herr WW, lesen Sie den Artikel des Autors doch einmal genauer und schauen Sie, was dieser zum Thema “Transparenz” der Redaktionen schreibt……….

    3. Zuerst mal:
      Sehr geehrter Herr Prof Fischer,
      zur Presseethik könnten Sie hier jemanden aktivieren:

      https://drive.google.com/file/d/1d3JYtX5F4MJQgBtd5u4SY7qJq6J6RsWq/view?usp=sharing

      Wenn der hier mitmachen würde, das wäre spannend !!!

      Denn ein Impeachment-Verfahren gegen einen deutschen Bundeskanzler kann es nicht geben, denn die Beweise werden per §99 VwGO durch, für alles geeignete, Spezialrichter richterlich weggeschlossen, so für mehr als einhundert Jahre.
      Selbstverständlich ganz öffentlich im InCamera-Verfahren, also ganz rechtsstaatlich. Dem davon nichts Erfahrende, wird dort sein Berufungsrecht gesetzlich garantiert.

      Wie ein Schriftleiter zu handeln hat, das ergab sich aus dem Gesetz!

      Der bekannten Juraprofessor Dr Willi Geiger hat darüber seine Dissertation im Jahre 1940 verfasst.

      Später war er der Architekt des Bundesverfassungsgerichtsgesetzes. Vermutliche sind beide Gesetze noch in der Erinnerung aktiver Juristen.

      Ach ja, er war der Spezialist, der zeitweise zeitgleich Richter am BGH und am BVerfG war, ein beachtenswerter und sehr fleißiger Verfechter der formalen Rechtsstaatlichkeit.

      1. Hoppala, meine Frage steht drüber.

        Nein, jetzt ist es klar, der war nicht dieser Hofrat Geiger.

  18. @ Hafensänger. 17:29

    Sie beginnen, daß sie es völlig anders sehen, und fahren fort, daß Ihnen unklar ist, was mich eigentlich stört.

    Wie kann man etwas anders sehen wollen, ohne vorherige Herbeiführung einer Vorstellung, um was es dem anderen eigentlich geht, worin also eine Andersartigkeit eigentlich bestehen soll. Damit wäre jedoch zumindest die Motivationsfrage geklärt.

    Natürlich haben Sie verstanden, daß es problematisch werden könnte, wenn Medien eine eigene, abweichende Agenda verfolgen als die der Rechtsstaatlichkeit und der Achtung unseres Grundgesetzes.

    Natürlich sind Medienkrieger vielleicht Pflichtvergessen, aber sicher nicht dumm und stellen somit ihre eigene Agenda als Bestandteil, vielleicht sogar als Förderung unserer Demokratie dar. Vor allem, wenn sie dabei in Abstimmung mit den politischen Parteien handeln. Eine kaum noch heimlich zu nennende, aber sicherlich eine selbsternannte Elite. Ein Gleichklang dieser “Eliten” wurde orchestriert in sogenannten Hintergrundgesprächen, wo beispielsweise die Neuaufstellung der BRD innerhalb der EU in Resonanz gebracht wurde, Demokratie hin, Rechtsstaat her. Die selbstgefälligen Eliten aus sich gleichschaltenden Parteien verabredeten mit den Medien, was als gemeinsame Agenda noch öffentliche Verbreitung finden durfte, und was nicht. In dem Beitrag von Prof . Meier finden sich diesbezügliche Themen-Anregungen, die er anmahnt, und die für den gesellschaftlichen Umbau an den Bürgern vorbei voranzutreiben wären.

    Sie Hafensänger, interpretieren die grundgesetzlich verankerte Freiheit der Presse dahingehend, daß ich dass Recht habe, selber eine Zeitung herausbringen zu dürfen.

    Ich nehme mir aber zusätzlich das Recht heraus, darüber hinausgehend die Medien zu kritisieren dafür – jetzt ganz flapsig – daß deren Medienverständnis sie selber an die Wand gefahren hat. Im Ergebnis haben wir keine freien Medien mehr, sofern sie redaktionelle Unabhängigkeit, wirtschaftliche Existenzfähigkeit und gesellschaftliche Verantwortung als Kriterien heranziehen.

    Ich nenne Gründe, die ich für einschlägig halte. Kollektive Agenda am Bürger, an der realität vorbei. Damit stehen Sie – Hafensänger – womöglich leicht am Abgrund.

    Zu Ihrer etwas anrüchig daherkommenden Frage, was mir am Grundgesetz nicht gefällt. Mir gefällt nicht, daß es sich nicht stärker gegen Mißbrauch durch Leute wie Sie schützen läßt, die das Grundgesetz vorhalten, um es zu zerstören. Nirgendwo im Grundgesetz findet sich eine Passage, wonach es im Geist des Grundgesetzes sei, sich als Medien heimlich zu verabreden, um den auf Information angewiesenen Bürger einerseits Dinge nahezulegen, und sie dabei gleichzeitig von abweichenden Erkenntnissen abzuschneiden, sofern letztere der verfolgtren Agenda zuwiderlaufen sollten. Nicht Tatsachen, sondern daß was die Menschen für Tatsache halten bestimmt ihr Handeln. ( Marion Gräfin Dönhoff, Herausgeberin der Zeit. ) Die Medien geben vor, was die Menschen für Tatsache halten müssen. Dieser Verantwortung entsprechen unsere Medien nicht mehr.

    Es sind Propaganda-Unternehmen für öffentlich in Umlauf zu bringende Nachrichten. Eigentlich kommt den Medien eine Verantwortung zu, sich an Wahrhaftigkeit zu orientieren. Die Nachrichten- Versorgung sollte zumindest in der Kern- Aussage zutreffend sein selbst dann, wenn sie von einer ausgeprägten Werte- Sicht eingefärbt wird.

    Dazu müssen Nachricht aber auch verbreitet werden selbst dann, wenn sie unbequem sind. Dieser Anspruch der Öffentlichkeit besteht besonders dann, wenn in irgendeiner Weise staatstragende Organe beschrieben, oder selber betroffen sind.

    Dies scheint mir eine Voraussetzung für die Sicherung der Existenz des Grundgesetzes zu sein, und demgemäßes Verhalten setzt nach meiner Auffassung unser Grundgesetz auch voraus.

    Das Gundgesetz sieht als Schutz gegen staatliches Handeln nichts vor, durch geeignete Agenden-Setzung von seinen eigenen Verfassungs-(hilfs-)Organen nicht ausgehebelt zu werden.

    Nirgendwo im Grundgesetz habe ich eine Passage finden können, wonach die Information der Öffentlichkeit gefingert, die Öffentlichkeit also getäuscht werden darf selbst dann nicht, wenn es sich um eine zwischen Staat und Medien einvernehmliche Agenda-Setzung handelt.

    Was Parteien angeht: dergleichen Verhalten wird normalerweise durch Wahlen sanktioniert. Solche Sanktionen gehen ins Leere, wenn sich die Parteien untereinander in ihrer gemeinsamen Agenden-Setzung gegen ihre Bürger verabreden.

    Noch problematischer wird es, wenn dabei Medien involviert sind, da diese nicht einmal durch demokratische Wahl zur Rechenschaft gezogen werden könnten, wenn sie ihre Macht mißbrauchen. Dies war der Kern meines Anliegens an Prof. Fischer,. Ich befürchte, daß hier nur ein Leserboykott in Frage kommt, der wohl bereits im Gange ist.

    Die Deutschen haben die Demokratie nicht drauf. Zu Recht verwiesen Sie auf Hitler, der durch eine demokratische Wahl an die Macht gelangte. Ihre diesbezüglichen Anzüglichkeiten überlese ich.

    Leider ist das Demokratie-Bewußtsein in unserer Bevölkerung weiterhin zu schwach ausgebildet, sonst wären bisher unsanktioniert gebliebene Rechtsbrüche der letzten Jahre undenkbar. Die Demokratie befindet sich bei uns weiterhin auf der roten Liste.

    Seehofer hat sich zu lange draufgesetzt, was ihm nun um die Ohren fliegt.

    Wenn nur die Hälfte der Leute, welche die Demokratie zu achten, gar zu schützen vorgeben tatsächlich sagen könnten, was eine Demokratie ausmacht und voraussetzt, dann hätten Sie Ihrem Beitrag – für den ich mich natürlich bedanke – sicherlich anders verfassen müssen.

    Gruß in den Hafen.

    1. Ich halte Ihre Meinung, dass sich “die Presse” zur Unterdrückung von Nachrichten gegen uns verschworen habe, für falsch. Die “Deutsche National-Zeitung” und die “Marxistischen Blätter” sind auch “die Presse”, wobei hier die These einer Zusammenarbeit bzw. einer gemeinschaftlichen Verschwörung guten Gewissens als grober Unfug abgetan werden kann. Zeitungen sind auf Leser bzw. Verkäufe angewiesen, und jede Zeitung ist sehr interessiert daran, öfter mal exklusive Nachrichten zu bringen bzw. diese als Erster zu publizieren.

      Wenn Sie jetzt noch mit der Sprache herausrücken würden, welche Nachrichten denn Ihrer Meinung unterdrückt würden, könnten Sie etwas mehr Klarheit in die Sache bringen.
      Es könnte aber auch sein, dass die Nachrichten bzw. Meinungen, die Sie für unterdrückt halten, für die Mehrheit der Journalisten UND Leser so irrelevant oder abwegig sind, dass man davon absieht, sie zu brigen. Ebenfalls in Betracht ziehen sollten Sie, dass diese “Nachrichten” oder Meinungen dermassen falsch sein könnten, dass niemand etwas darüber berichten mag, selbst wenn er sich nicht dagegen verschworent hat.
      Schliesslich können sie auch sehen, dass der gesammelte, z.B. von Trump abgesonderte Unfug seine Verbreitung findet, genauso wie der kleine Links- oder Rechtsradikale seinen Unsinn verbreiten kann, elektronisch, am Stammtisch oder per Flugblatt.

      Jetzt aber raus mit der Sprache: Welche Meldungen/Meinungen/Nachrichten werden von der Verschwörung der Presse unterdrückt? Weshalb werden sie unterdrückt? Weshalb ist die im Grundgesetz verbriefte Meinungsfreiheit und Pressefreiheit schlecht? Gerade, wo wir sowohl einen demokratisch kontrollierten Teil der Medien haben (ÖR-Rundfunk/Fernsehen) und einen privat kontrollierten Teil?

      Wie und warum sollte man freie Meinungen “demokratisch” einschränken? Wie stellen Sie sich das vor? So wie in der Demokratischen Republik Nordkorea?

      Grüsse aus dem Hafen

      PS.: Apropos Anzüglichkeiten und “unser” Herr Hitler: wenn Sie Deutscher sind, ist die Wahrscheinlichkeit sehr gross, dass auch unter Ihren Vorfahren mindestens ein NSDAP-Wähler zu finden ist, genauso wie das unter meinen Vorfahren der Fall ist. Zumindest unter meinen Vorfahren finden sie derartige Leute.
      Die Deutschen können mittlerweile sehr wohl Demokratie. Sie konnten es ja auch damals, wobei die demokratische Abstimmung zu einer groben Fehlentscheidung geführt hat. Aus dieser Erfahrung heraus gibt es ja gerade das Grundgesetz. Man darf auf dieses Grundgesetz sehr wohl stolz sein.

      1. @Hafensänger,

        Ich beginne mit einer mir von ihnen unterstellten Klamotte: “Weshalb ist die im Grundgesetz verbriefte Meinungsfreiheit und Pressefreiheit schlecht ? ”

        Mein Beitrag lautete: unsere Medien erfüllen nicht ihre Aufgabe, vor allem mißbrauchen sie ihr Privileg durch angewendete Pädagogik, anstelle der möglichst umfassenden Verfügbarmachung unverfälschter, ungefärbter Information.

        Das ist etwas anderes als das, was Sie mir hier unterstellen.

        Leider stellt der Schutz und die Verteidigung des Grundgesetzes nicht die alleinige Agenda dar, welcher sich unsere Medien ausschließlich zu widmen hätten.

        Unterlassen Sie also bitte Unterstellungen, denn Sie tragen damit nicht zur gegenseitigen Meinungsbildung durch Diskussion bei.

        Ich verweise nochmals auf meine vorangegangene Bitte, oder Anregung an Herrn Prof. Fischer, sich mit dem Aufsatz des Journalistik- Prof. Meier zu befassen, der eine konsensuale Agenden-Setzung als Aufgabe der Medien ansieht, und auch anmahnt.

        Daraus ergibt sich zwangsläufig, daß Themen gepuscht werden – Prof Meier bietet dafür die uns geläufigen Beispiele auf – und zeigt damit zwangsläufig, daß außerhalb der Agenden liegende Themen demnach eher unbehandelt bleiben sollten. Auch dafür hat er Beispiele.

        Für Sie nun, verehrter @Hafensänger. Es ist nicht meine Aufgabe, ihnen unbehandelte Themen aufzuzeigen. Wenn Sie keine solchen Themen kennen: Das macht Sie einschätzbar.

        Mein Punkt war: es ist eine offenbar im Raum stehende Aufgabe der sich als frei bezeichnenden Medien, in einer durch diese Medien als frei bezeichneten Gesellschaft Agenden setzen zu wollen.

        Ich dagegen halte dies für ein gegen den Geist des Grundgesetzes gerichtetes Verhalten einer durch das Grundgesetz privilegierten Gruppe. Mithin scheint es sich um einen – leider nicht ahnbaren – Mißbrauch handeln zu können. Denn die Ahndung bleibt der freien Gesellschaft überlassen, deren Freiheit freilich durch die Medien kontrolliert, und damit ausgelöscht wurde.

        Konsensual sich vollziehende Agendenbildung der Medien gehört also in die Abteilung Volkserziehung und Propaganda.

        Somit fallen Behandlungen kritischer Themen unter den Tisch, werden erschwert, tatsächlich sogar offen bekämpft.

        Demokratie benötigt jedoch den Diskurs. Dies ist dermaßen banal, das man mit einem Demokraten darüber schlichtweg nicht streiten kann.

        Dies sollte von Ihnen nun eingesehen werden, sonst hat jeder weitere Diskurs keinen Wert.

        Ich müßte Sie kennen, um Ihre Fragen nach offenen Themen überhaupt beantworten zu wollen. Ich befrage stattdessen mich: haben Sie keine offenen Fragen ? Oder geben Sie nur vor, keine zu haben ? Oder wollen Sie ihre offenen Fragen nicht diskutieren? Das wäre alles in Ordnung.

        Dergleichen machte es jedoch grundsätzlich unmöglich, meinerseits Themen offenzulegen. Denn: es kann hier nicht darum gehen, daß ich den Medien unbehandelte Themen aufzeige, damit diese Medien den aufgezeigten Themen dann nachgehen könnten.

        Vielmehr wollen Sie lediglich wissen, welche Themen ich als Beispiele für die Nichtbefassung durch Medien aufzählen würde, damit Sie mich besser einschätzen können. Dafür bauen Sie auch einen gewissen Druck auf.

        Ich frage Sie, wem das wohl dienen könnte?

        Es handelt sich um die Anwendung bekannter Techniken, um vorhandenes Wissen abzufischen, in diesem Fall noch gestützt durch eine etwas entwürdigende Strategie, dazu das Nazireich zu instrumentalisieren, um womöglich irgendwelche Bekenntnisse auszulösen.

        Dergleichen darf doch für Sie keine Rolle spielen dürfen, fühlen Sie sich frei in der Vergabe von Etikettierungen.

        Wir sind schließlich ein freies Land.

      2. Ich habe immer noch nicht verstanden, wo “die Presse” unangemessen belehrend sein sollte. Bisher ist das alles sehr theoretisch, was Sie schreiben. Bringen Sie doch endlich ein konkretes Beispiel, wo “die Presse” in ihrer vielfältigen Gesamtheit grundgesetzwidrig oder antidemokratisch agiert. Ein Beispiel für ein Thema, das in der gesamten Presse online wie offline vollständig unterdrückt wird.
        So kann ich Ihnen nicht folgen, und es drängt sich der Eindruck fortgesetzten grundlosen Gejammers auf.

        Bisher kann ich nur feststellen, dass ich anderer Meinung bin, weil ich Ihre Vorwürfe nicht nachvollziehen kann.

        Immer noch freundliche Grüsse
        Hafensänger

  19. Haha @fotobiene, 20:00

    also meine Agenda:

    außer etwas übermotivierte, weil im Schutzmodus befindliche Frauen gibt es niemanden, der von mir etwas zu befürchten hätte. Selbst damit unterscheide ich mich womöglich nicht von anderen.

    Ich habe Hoffnung, daß Herr Fischer sich nicht als von mir gehasst empfindet.

  20. Sie sprechen mir wieder aus der Selle, Herr Fischer. Diese stets wiederverwendeten Phrasen vieler Journalisten und Politiker sind ein wirkliches Ärgernis. Mir drängt sich der Gedanke auf, daß einige Funktionstasten der jeweiligen Textschreibertastaturen mit diesen immer wiederkehrenden Worten oder Wortverbindungen belegt sind. Es wird “ganz viel” “hinterfragt”, “geschaut” und “am Ende des Tages” häufig “gekuckt”. Meist ist die “Grünen-Politikerin Claudia Roth” schuld und die “Plastik”, die normalerweise im Park steht, verseucht als “Matrial” verkleidet, die Meere.

  21. Der freundliche @Hafensänger 14:52 muß seine abweichende Meinung haben dürfen, zumal diese tatsächlich ohnehin der Mehrheits-Meinung entspricht.

    Sie finden keine Themen, die bei uns unterschlagen werden?

    Das ist genau das Problem. Wenn kritische Themen nicht mehr behandelt werden, dann tauchen die Probleme in der Meinungbildung nicht mehr auf, die Mehrheitsmeinung wird dann zwangläufig dazu neigen, es gäbe keine unterschlagenen Themen.

    Kennen Sie noch irgendjemanden mit einer von der Ihrer abweichenden Meinung, der diese auch öffentlich ohne anschließende Pöbeleien vortragen kann? Ich wäre an Namensnennungen interessiert.

    Nach meiner Einschätzung liegt es dem Deutschen offenbar nicht, sich mit abweichenden Meinungen arrangieren zu können. Sollte es sich so verhalten, dann ist es mit unserer Demokratie wohl Essig, aus und vorbei. Dann sind wir seit den 20iger Jahren nicht wirklich weitergekommen, auch weil heutzutage die objektiven, durch die Wirtschaft vorgegebenen Rahmenbedingungen, sich eine abweichende Meinung leisten zu können sehr viel besser sei dürften als damals.

    Es zeigt sich jedoch, daß es sich gerade für den Deutschen immer noch anzubieten scheint, eine sich bildende Mehrheitsmeinung zunächst zu identifzieren, sich dieser dann anzuschließen, um für diese dann mit Feuer und Schwert einzutreten. Das letzte Mal endeten wir dabei in Sommerkleidung im russischen Winter, nachdem wir unsere fähigsten Leute ins Gas geschickt haben.

    Veranlagungen lassen sich zur Lenkung ausnutzen. Auch kollabierte Veranlagungen. Ist das neu für Sie? Ich bin nicht derjenige, der dies entdeckt hat, es scheint schon anderen aufgefallen zu sein.

    Wenn es sich so verhalten sollte, dann haben wir die Weichen unseres Bildungssystems falsch gestellt. Demokratie jedenfalls war nicht auf dem Lehrplan. Das weltweit teuerste Bildungssystem, das die Deutschen sich bisher geleistet haben wurde offenbar falsch programmiert. Von wem ? Und warum? Unkenntnis? Desinteresse ?

    Auf sowas bauen wir nun unser Europa auf.

    Wen also würden Sie nennen als denjenigen, (und sorry, natürlich: als diejenige) welcher oder welche ohne persönliche Attacke, ohne anschließende Bedrohungen, Diffamierungen und Delegitimierungen den gemeinsam durch Medien und Politik vorgegebenen Agenden entgegenzutreten wagt.

    Ihre rhetorische Verlockung, bei uns offen seine Meinung äußern zu können ist hochgradig vergiftet. Denn dies gilt nur, wenn es sich um die vorgeprägte Mehrheitsmeinung handelt. Das hatte schon Gerhard Polt – in allerdings besseren Zeiten – so vorgetragen.

    Denn selbst die-, oder derjenige, die/der für eine Möglichkeit zur freien Meinungsäußerung zugunsten irgendeines Dissidenten oder Dissidentin eintritt sieht sich augenblicklich – keineswegs auf Sozialmedien beschränkte – Beschuldigungen und Angriffen ausgesetzt, mit diesem gemeinsame Sache zu machen, folglich also mindestens ein Nazi zu sein. Das geht hoch bis in die Spitzen unseres Staates. Wie wird das problematisiert, oder ist dies Agendamäßig garnicht problematisch ?

    Fallen ihnen hierzu keine Namen ein? Selbst potentielle Demokraten wagen als Verteidiger nicht mehr, das Recht auf Meinung für Abweichler einzufordern.

    Das Respektieren des Rechts auf Meinungsäußerung wird nur in Foren von Leuten rausgehängt, welche die Meinung vertreten, unsere Medien würden ihrer im Grundgesetz angelegten Rolle gerecht werden, indem sie behaupten, bei uns würde das grundgesetzlich garantierte Recht auf freie Meinungsäußerung gepflegt.

    Das erinnert schon eher an die treuherzige Versicherung eines Erich Mielke, die Menschen doch zu lieben.

    1. Sie sind lustig. Ihre mehrfache Meinungsäusserung spricht doch klar gegen Ihre Behauptung, dass Ihre Meinung unterdrückt wird; es sei denn, dass das, was Sie hier äussern, nicht ihre “eigentliche” Meinung darstellt. Ich habe Sie sogar explizit um konkrete Meinungsäusserungen gebeten, schon vergessen?

      Das Recht auf Meinungsfreiheit gilt ja eben nicht nur für eine bzw. Ihre Meinung, es gilt für eine grosse Vielzahl von Meinungen.
      Es bleibt jedem frei, sich Ihrer Meinung anzuschliessen oder Ihrer Meinung zu wiedersprechen. Damit ist auch klar, dass auch Ihre Meinung nicht unwiedersprochen dastehen kann, wenn jemand anderes eben anderer Meinung ist.

      Ob man für die eigene Meinung respektiert wird, hängt auch von der eigenen Meinung ab. Mit Wiederspruch muss man aber umgehen können.
      Da Sie anscheinend nicht bereit sind, Klartext zu reden, weiss ich nicht, was Sie eigentlich beklagen. Ihre Meinung scheint mir jedenfalls nicht “unterdrückt” zu sein, es handelt sich eher um eine “Selbstunterdrückung”.

      1. Wissen das eigentlich auch alle Journalisten und Journalistinnen, dass das Recht auf Meinungsfreiheit für eine große Vielzahl von Meinungen gilt, also nicht nur für deren aus deren Sicht hochheiligen und für unwidersprochen zu geltenden Meinungen?

        Natürlich braucht sich niemand unterdrücken lassen, aber wenn es dann doch passiert und man keine Möglichkeit hat sich zu wehren, ist das keine Selbstunterdrückung.

        Ich sage es ganz klar, mir hat das rechthaberische Getue und die boshaften Unterstellungen von Presseleuten nie gefallen. Ob es konkret darum ging die seriöse und unterbezahlte Arbeit von Mitarbeitern in Beratungsstellen zu diffamieren, oder schlichte Meinungen als Hassbotschaften, Sexismus pauschal zu entwerten, sich als Allwissende aufzuspielen, immer ging es darum sich drüberzustellen und sich als elitär aufzuspielen.
        Presseleute und Moderatorinnen (ebenso Politiker und Schauspieler) dürfen alles und ihr seid nur kleine Würschteln – das brauch ich nicht mehr, und es interessiert mich auch nicht mehr.

      2. Ich bin mir ziemlich sicher, dass “die Journalisten” über Meinungsfreiheit Bescheid wissen. Ich glaube sogar, dass “die Journalisten” die Meinungsfreiheit weitestgehend respektieren.

        Genauso sicher bin ich mir auch, dass “die Journalisten”, ohne das Recht auf Meinungsfreiheit zu verletzen, nicht jede Meinung auf ihrer Plattform tolerieren müssen und auch nicht jede Meinung weiterverbreiten müssen, eben auch deshalb, weil auch sie frei in ihrer Meinung sind.

        Wenn die eigene Meinung auf einer bestimmten Plattform nicht weiterverbreitet wird, weil “der Journalist” sein Hausrecht wahrt und der Meinung ist, dass er diesen Beitrag nicht weiterverbreiten will, ist das in meinen Augen völlig normal. Ich hab mich da selber auch schon geärgert, aber si ist das nunmal. Wenn bei mir zu Hause jemand rumoxidieren will, und mir das nicht passt, hat er etweder Sendepause oder geht nach Hause.

        Die Presseleute sind ziemlich sicher auch oft der Meinung, dass ihnen unsere Wichtigtuereien und unsere Rechthabereien missfallen und au die Nerven gehen. Wir machen das zum Spass, die müssen ihr Geld damit verdienen.

        Ich finde nebenbei bemerkt auch viele Meinungen der Presse unsäglich und amüsiere mich köstlich, wenn Herr Fischer den Mädels und Jungs mal wieder die Leviten liest. Heimlich bin ich aber froh, dass er nicht mein eigenes Geschwafel seziert, und ich bin mir ziemlich sicher, dass es Ihnen da gleich ergeht.

      3. @Hafensänger, Sie werfen Nebelkerzen. Es ging hier nicht um meine, oder die allgemeine Meinungsfreiheit, und es stimmt auch nicht, daß die Akzeptanz von Meinung davon abhängig sein kann, wonach eine Meinung mehrheitsfähig sein muß.

        Ich nehme, an, das haben Sie in großer Eile formuliert, denn es gibt weder den Kern von Meinungsfreiheit wieder, noch hat es mit unserem Thema zu tun: eine konsensuale Agendenbildung durch Medien in einer dennoch als frei proklamierten Gesellschaft, die sich durch diese Medien informieren muß.

        Es geht darum, daß Presse-Profis für eine Meinungsbildung in einer freien Gesellschaft weder in Anspruch nehmen dürfen, Agenden zu formieren noch zu verfolgen, die Gesellschaft zu entführen, zu täuschen, zu lenken. Denn – soviel sollte klar sein – auch eine dazu sich formierende, selbst ernennende Elite von Medienschaffenden ist, wie alle anderen Eliten auch, zunächst von Selbstüberschätzung geplagt.

        Was immer Eliten sch ausgedacht hatten, um ihr Volk zu beglücken ist schief gelaufen. Wir haben ein paar ruhige Zwischenphasen erlebt, sogenannte Demokratien, in Europa für ca 70 Jahre, die USA etwa zwei Jahrhunderte. Das wird sich nun wieder ändern.

        Es hat hat mit dem unausrottbaren Irrtum zu tun, wonach menschlichem Handeln naturgesetzlich herleitbaren Gewißheiten zueigen wären, und nicht Intuition und Emotion jedes menschliche werten, handeln und urteilen prägt. Dies wissen unsere eitlen, dabei größtenteils ungebildeten Politiker nicht, und deren journalistische Kolaborateure noch weniger. Angehörige beider Gruppen ringen um persönliches Ansehen und Bedeutung, bisher offenbar um jeden Preis.

        Wie immer handelt es sich um Eliten, die einen Brei zunächst anrühren, den die einfache Leute anschließend auszulöffeln haben. Niemals war es umgekehrt.

        Das gilt dann auch für die Medien-Elite, die im Einklang mit Politikern sich aus der Kontrolle durch den Souverän entwunden haben. Dies verbirgt sich hinter einer Agendenbildung, die unserem Grundgesetz in diesem Kontext wohl fremd ist.

        Ein Blick in die Zukunft. Wo wird dies enden? Keine Ahnung ?

        In einem Gottesbeweis kann man nicht sagen, was Gott ist. Man kann lediglich aufzählen, was Gott nicht sein kann um dann durch die dabei übrigbleibenden Merkmale einen Blick auf die Antwort zu erhaschen suchen.

        Somit kann man auch hier aneinanderreihen, womit es eher nicht enden dürfte.

        Es wird keine Demokratie sein, mit der wir herauskommen.

      4. @Wahnsinn: ich bin mir ziemlich sicher, dass wir uns hier nicht einig werden. Auf meine Fragen können oder wollen Sie nicht antworten. Das macht ja nichts. Alles Gute.

      5. Ach was, verehrter Hafensänger, jeder, selbstverständlich auch Herr Fischer kann jegliches Geschwafel (von mir, von Ihnen, vom wem auch immer) sezieren solange und soviel er will. Da geht es ja auch nicht immer nur um allgemein anerkannte Glaubenssätze, was halt so common sense ist, sondern durchaus sicher auch um ein Argumentieren in noch nicht verseuchten Gewässern.
        Wen interessieren schon die ewig gleichen Phrasendreschereien, das ewig gleiche Gesülze, die Vorbetereien, die medien, die immer das ewig gleiche schreiben bis zum Erbrechen, die ewig gleichen politischen Wunschvorstellungen uswusf.
        Ich denke mir, es könnte ja in der Tat alles immer ganz anders sein, und da bin ich eben flexibler und hab nicht den Druck, dem oftmals Journalisten aufgrund ihrer Verflechtungen ausgeliefert sind und dann eine Wirklichkeit konstruieren, die mit der Realität nicht stimmig ist.

        Ob jemandem meine Meinung gefällt, das kann doch nicht primär wichtig sein, ob er sich damit auseinandersetzen will, das ist doch relevant. Gut finde ich allemal befruchtende Gespräche, das kann manchmal vorkommen, oftmals geht es nicht. Ich nehm es locker. Und wenn der Hausbrauch so oder anders ist, dann ist er halt so.

        Mir persönlich sind jedenfalls jene Journalisten lieb, die sich nicht davor scheuen, sich mit den Mächtigen und Korrupten anzulegen, anstatt mit denen Champagner zu saufen.

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