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Posse um Steve Bannon: Das Magazin New Yorker lädt den früheren Trump-Berater erst zur Diskussion auf Festival ein, dann wieder aus

Darth Vader oder “Sloppy Steve”? Stephen Bannons Politik-Ausflug bleibt eine Episode
Darth Vader oder "Sloppy Steve"? Stephen Bannons Politik-Ausflug bleibt eine Episode

Eine moderne Aufstiegs-und-Fall-Geschichte in der amerikanischen Politik ist um eine weitere Episode reicher. Rund ein Jahr nach seinem Ausscheiden aus der Trump-Administration ist Steve Bannon in der US-Öffentlichkeit weiter eine Persona non grata. Das Renommeemagazin New Yorker schien dem 64-Jährigen auf seinem alljährlichen Festival im Oktober mit einer Podiumsdiskussion nun eine Bühne zu geben, doch Stunden nach der Bekanntgabe beugte sich Chefredakteur David Remnick dem Druck auf Twitter und lud den kontroversen Gast wieder aus.

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Was für einen Unterschied ein Jahr macht. Rund zwölf Monate ist es her, dass Steve Bannon, im ersten Halbjahr der Trump-Präsidentschaft strategisches Mastermind, das Weiße Haus verlassen musste.

Weitere vier Monate nach der Demission setzte sich der Abstieg von Donald Trumps ehemaligem Chefstrategen fort: Nach Michael Wolffs Enthüllungsbuch “Fire and Fury” verlor Bannon Anfang 2018 auch den Posten beim lange von ihm geführten rechtskonservativen Portal Breibart.

Es blieb der Traum von einer rechten Bewegung in Europa, die Bannon in seiner neugegründeten Stiftung The Movement einen will, und manchmal ein öffentlicher Auftritt unter Gleichgesinnten wie im März auf Einladung der rechtskonservativen Zeitung Weltwoche.

New Yorker überraschte mit Festival-Einladung von Steve Bannon

Jenseits des Atlantiks wollte der Popstar-Auftritt indes nicht mehr so recht gelingen – bis heute. Das angesehene US-Magazin The New Yorker, traditionell ein Blatt für Freigeister und Literaten, hatte für sein alljährliches Festival, das vom 5. bis zum 7. Oktober stattfindet, ausgerechnet den streitbaren Vordenker der Trump-Administration zu einer Podiumsdiskussion eingeladen – neben Gästen wie den Schauspielern Jim Carrey, Emily Blunt, Maggie Gyllenhaal oder den Starautoren Haruki Murakami, Zadie Smith oder Late-Night-Show-Gastgeber Jimmy Fallon. Als Bannon gestern als Headliner des Festivals enthüllt wurde, hyperventilierte Twitter sofort.

Schnell wurde klar: Der öffentliche Druck war zu groß.

New Yorker will nicht “”wohlmeinende Leser und Mitarbeiter” verprellen

Chefredakteur David Remnick sah sich gezwungen, zurückzurudern und lud den kontroversen Gast umgehend wieder aus. In einer bedröppelten Mail an die Belegschaft begründete Remnick den Schritt u.a. damit, er wolle nicht, dass “wohlmeinende Leser und Mitarbeiter den Eindruck haben, ich würde ihre Bedenken ignorieren.”

Der Schaden scheint indes angerichtet. Während Leser und Twitter-Nutzer weiter beklagten, was sich der New Yorker überhaupt dabei gedacht habe, Bannon einzuladen, ließ es sich der 64-Jährige nicht nehmen, David Remnick in einem Statement gegenüber der New York Times (NYT) zu filetieren.

“In diesem einschneidenden Moment hat Remnick bewiesen, dass er sich feige vom johlenden Online-Mob hat treiben lassen”, sagte Bannon gegenüber der NYT.

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