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Anstiftung zum Mord? Gefallener Internetunternehmer Alexander Falk verhaftet

Festnahme vor dem Firmensitz: Alexander Falk
Festnahme vor dem Firmensitz: Alexander Falk

Er ist einer der schillerndsten Figuren des Dotcom-Booms: Der ehemalige Internetunternehmer Alexander Falk. Mehrere Jahre musste der Stadtplan-Erbe wegen Bilanzmanipulationen ins Gefängnis. Jetzt wurde der Unternehmer erneut verhaftet. Der Vorwurf: Anstiftung zum Mord. Er soll heute noch dem Haftrichter vorgeführt werden.

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Einst galt Alexander Falk als Shootingstar des Neuen Marktes. Der Unternehmer mit dem leicht gekräuselten Haar brachte im März 2000, auf dem Höhepunkt des Internet-Booms, die Ision AG an den Neuen Markt. Von den Anlegern kassiert er knapp 230 Millionen Euro. Doch dann kommt der Absturz. Der Geschäftsmann wird wegen Bilanzmanipulationen verurteilt. Mehrere Jahre sitzt er dafür im Gefängnis.

Jetzt holen ihn die Schatten der Vergangenheit offenbar wieder ein. Wie die Bild-Zeitung online berichtet, wurde Alexander Falk am heutigen Dienstagmorgen vor dem Sitz seiner Firma an der Palmaille im Hamburger Stadtteil Altona festgenommen. Auf Anfrage von MEEDIA teilt die Staatsanwaltschaft Frankfurt mit, dass „heute ein 49 Jahre alter in Hamburg wohnhafter Beschuldigter aufgrund eines Haftbefehls des Amtsgerichts Frankfurt am Main” festgenommen wurde. Die Festnahme erfolgte unter anderem wegen des Vorwurfes der versuchten Anstiftung zu einem Tötungsdelikt. Der Vorwurf stünde im Zusammenhang mit „der Schussabgabe auf einen Rechtsanwalt in Frankfurt am Main im Jahre 2010“, teilt die Staatsanwaltschaft mit. Der Beschuldigte solle noch heute dem zuständigen Haftrichter vorgeführt werden.

Laut Bild Online soll es sich bei dem Opfer des Mordversuchs um den Frankfurter Anwalt Dr. Wolfgang J. handeln, der schwerverletzt ins Krankenhaus kam. Dieser sei damals mit einer Zivilklage gegen Alexander Falk betraut gewesen, bei der es um Schadenersatzforderungen gegen den Internetunternehmer in Höhe von bis zu 200 Millionen Euro ging.

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Falk hatte den gleichnamigen Stadtplan-Verlag von seinem Vater Gerhard geerbt, der die patentierten Falk-Pläne herstellte. 1995 veräußerte der Geschäftsmann das Unternehmen (ohne die digitale Kartographie) an den Gütersloher Medienriesen Bertelsmann und kassierte dafür rund 25 Millionen Euro. Mit dem Geld begann er in verschiedene Webunternehmen – darunter Mobilfunk, Software und Informationstechnik – zu investieren. Im Jahr 1997 steigt Falk mit zunächst 35 Prozent bei der börsennotierten Schweizer Distefora AG ein. Einige Zeit später stockt er seinen Anteil zu einer Mehrheit auf und baute das Unternehmen zu einer Holding für seine unternehmerischen Aktivitäten um.

Über die Distefora kauft er dann zwei Jahre später zum Preis von mehr als 30 Millionen Euro vom ThyssenKrupp-Konzern die Internet-Firma Ision. Zum Höhepunkt des Internetbooms bringt die Holding die Ision AG an die Börse. Er kassiert von den Anlegern rund 230 Millionen Euro. 2001 erwirbt die britische Energis-Gruppe die Gesellschaft für 812 Millionen Euro. Doch vor dem Verkauf hat er die Umsätze der Ision AG in die Höhe getrieben, um einen höheren Verkaufserlös zu erzielen. Das brach ihm jedoch das Genick. Ein Gericht verurteilte ihn deshalb später zu vier Jahren Haft.

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