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WSJ: Twitter-CEO Jack Dorsey hat eigenmächtig entschieden, Verschwörungstheoretiker Alex Jones nicht zu sperren

Twitter-CEO Jack Dorsey (l.) hatte zur Causa Alex Jones seine Entscheidung verteidigt, die Inhalte auf Twitter zu lassen
Twitter-CEO Jack Dorsey (l.) hatte zur Causa Alex Jones seine Entscheidung verteidigt, die Inhalte auf Twitter zu lassen

Knapp einen Monat ist die Kontroverse alt, doch noch immer beschäftigt sie Twitter: Während Apple, Facebook, YouTube und Spotify dem Verschwörungstheoretiker Alex Jones ihre Plattform entzogen haben, darf sich der InfoWars-Macher weiter auf dem 280-Zeichen-Dienst verbreiten. Wie das Wall Street Journal berichtet, kam die einsame Entscheidung zum Verbleib von Jones direkt von CEO Jack Dorsey selbst, der mit seiner Direktive seine Mitarbeiter überstimmte.

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Auf Mark Zuckerberg folgt Jack Dorsey. Knapp fünf Monate, nachdem der Facebook-Chef vor den US-Kongress zitiert wurde, muss diese Woche nun Twitter-CEO Jack Dorsey Rede und Antwort stehen.

Einerseits geht es bei der Anhörung wie schon im April bei Zuckerberg um die Frage, inwieweit eine russische Einmischung bei der letzten US-Wahl auf dem Social Media-Dienst stattgefunden habe, andererseits um den zuletzt von US-Präsident Trump erhobenen Vorwurf, dass konservative Stimmen in den sozialen Medien benachteiligt bzw. zensiert würden.

Twitter-Verbleib von Alex Jones wirkt nach

Das vermutlich beste Gegenargument liefert Dorsey seit rund einem Monat mit der viel diskutierten Entscheidung, den Verschwörungstheoretiker Alex Jones (InfoWars) nicht von Twitter zu verbannen. Diese Maßnahme hatte dagegen Apple, Facebook, YouTube, Spotify und BuzzFeed getroffen.

Dorsey begründete den Verbleib von Jones seinerzeit wie folgt: “Wir wissen, dass das für einige schwer zu verstehen ist, aber der Grund ist simpel: Er hat nicht gegen unsere Regeln verstoßen.” Jones werde an denselben Maßstäben gemessen wie andere Nutzer, erläuterte Dorsey weiter.

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WSJ: Twitter-Mitarbeiter wollten Suspendierung von Alex Jones

Dass Twitter zunächst gar nicht reagierte, hatte für immer größer werdende Kritik gesorgt. Wie das Wall Street Journal heute berichtet, hatte es beim Kurznachrichtendienst offenbar Kontroversen über den Umgang mit Jones gegeben.

So soll Jack Dorsey in der Causa seine Mitarbeiter überstimmt haben, die ursprünglich eine Sperrung von Jones befürwortet hatten. Dorsey hätte die Entscheidung jedoch kassiert und den Verbleib des Verschwörungstheoretikers auf Twitter durchgesetzt.

Dorseys Aufgabenteilung mit Square erschwert Entscheidung  bei Twitter

Twitters Rechtsabteilung widerspricht der Darstellung, bei der sich das WSJ auf eine gut informierte interne Quelle stützt. “Unser Dienst kann nur fair arbeiten, wenn er konsistent nach der Einhaltung unserer Regeln überprüft wird, statt durch persönliche Meinung eines Managers, selbst wenn er CEO ist”, erklärte Twitters leitende Anwältin Vijaya Gadde.

Das Wall Street Journal berichtet allerdings weiter, dass frühere und aktuelle Mitarbeiter Dorseys Führungsstil kritisierten.  So würden Projekte und Entscheidungen – wie etwa die Längenverdopplung der Tweets von 140 auf 280 Zeichen – verschleppt, weil Dorsey seine CEO-Tätigkeit weiter zwischen Twitter und Square aufteile.

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