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Mit 30 Kameras verkabelt: Vox-Format “Unsere Schule” ist Unterhaltungs-TV mit Bildungsanspruch

Neue TV-Doku “Unsere Schule” bei Vox
Neue TV-Doku "Unsere Schule" bei Vox

Schule ist ein Thema, bei dem alle oder zumindest sehr viele mitreden können und wollen. Vox hat sich des Themas nun in Form der Dokumentationsreihe "Unsere Schule" angenommen, für die eine Ganztagsschule in Sachsen-Anhalt mit Hilfe von 30 Kameras unter TV-Dauerbeobachtung gestellt wurde. Was nach "Big Brother" im Pausenhof klingt, ist vorbildliches Fernsehen geworden.

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Vermutliche jeder, der ein Kind hat, das zur Schule geht, hat sich schon mal gewünscht, dass man doch bitte mal einen Tag lang als unsichtbarer Geist über dem Gelände der Bildungseinrichtung schweben könnte. Was geschieht wirklich in dieser Black Box, in die die lieben Kleinen morgens gehen und nachmittags wieder rauskommen? Sind die Lehrer wirklich so “unfair” wie bisweilen am heimischen Küchentisch berichtet wird? Und ist der eigene Nachwuchs stets der brävste unter der Sonne? Welche Gespräche finden im Lehrerzimmer statt?

Die Vox-Doku “Unsere Schule ist auch ein Thema in der aktuellen Folge unseres Podcasts “Die Medien-Woche”:

Der TV-Sender Vox macht diesen Wunsch mit dem neuen Format “Unsere Schule” wahr, ein bisschen zumindest. Für die Adaption einer britischen Serie wurde die Albert Schweitzer Ganztagsschule in Sachsen Anhalt mit 30 Kameras verkabelt. Multi Rig Documentary nennt sich das im Fernseh-Fachchinesisch. Zusätzlich wurden Interviews mit den Protagonisten geführt. Im wesentlichen wurden zwei 5. und zwei 9. Klassen vom Fernsehteam begleitet. “Unbeteiligte” Schüler wurden jeweils unkenntlich gemacht. Das ist nicht ganz unwesentlich, denn bei so einem Format können Persönlichkeitsrechte heikel sein. 2013 wollte RTL mal für die geplante Dokureihe “Babyboom” eine Geburtsklinik in Berlin mit 24 Kameras ausstatten und die dortigen Dramen und Glücks-Momente TV-gerecht aufbereiten (auch das eine Adaption eines erfolgreichen britischen Formats). Der Berliner Senat stoppte damals die Dreharbeiten wegen Eingriffen in die Persönlichkeitsrechte der Kinder. Die Doku wurde abgeblasen, RTL stritt sich nach der Absage mit dem Klinikbetreiber Vivantes um Schadensersatz.

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Solche Probleme gab es bei “Unsere Schule” nun nicht. Die Macher sind erkennbar bemüht, das Format nicht in den Voyeurismus abgleiten zu lassen. Es geht zwar sehr ins Persönliche: Beziehungen, Ausraster, Mobbing, Selbstzweifel – all dies wird dokumentiert. Allerdings geht zumindest die erste Folge so behutsam mit diesen sensiblen Themen und den jungen Akteuren um, wie das auch nötig ist. Die Zuschauer begleiten in der ersten Folge einen Jungen, der neu in eine 5. Klasse kommt und werden Zeuge, wie ein Mädchen in der 9. mit sich und ihrem Erwachsenwerden hadert. Das ist hoch-interessant anzuschauen, emotional und auch unterhaltsam, ohne dass Trash-Knöpfe gedrückt werden. In jeder Folge sollen jeweils andere Schüler (und Lehrer) im Mittelpunkt stehen. Es gibt also keine übergreifenden Handlungs-Linien, wie etwa bei einer so genannten Dokusoap. Trotzdem haben die Macher natürlich etwas mehr als nur eine Prise Drama eingebaut, durch Schnitt, Musikauswahl und Erzählerstimme. Letztlich handelt es sich bei “Unsere Schule” ja immer noch um Unterhaltungsfernsehen, aber durchaus solches mit einem gewissen Bildungsanspruch,

In der Tat fragt man sich, warum nicht ARD oder ZDF mal den Mumm hatten, das Thema Schule in einer solchen Art aufbereitet in die Primetime zu hieven. “Unsere Schule” läuft bei Vox nunmehr montags zu besten Sendezeit um 20.15 Uhr. Der Sendung und dem Sender ist ein Erfolg zu gönnen.

“Unsere Schule” läuft ab 3. September 2018 immer montags um 20.15 Uhr bei Vox.

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