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Zeitungsmarkt München: Bild größter Verlierer, Süddeutsche bleibt trotz klarer Verluste vorn

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Die Münchner Zeitungskäufer sind weiterhin etwas treuer als die in anderen Metropolen: Rund 290.000 Zeitungen werden in der bayerischen Landeshauptstadt laut Verbreitungsanalyse Tageszeitungen der IVW verkauft - ein verhaltenes Minus von 5,7%. Die Nummer 1 Münchens bleibt die Süddeutsche Zeitung, allerdings nur noch mit Mini-Vorsprung auf die tz.

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Im dritten Teil unserer Artikel zur Verbreitungsanalyse Tageszeitungen der IVW blicken wir auf die Verkaufszahlen in der Stadt München. Die bisherigen und künftigen Artikel zur VA finden Sie immer an dieser Stelle. Im Vergleich zu Berlin und Hamburg sinken die Zeitungsverkäufe in München derzeit nicht so stark. Das Minus von 5,7% im 2-Jahres-Vergleich liegt deutlich unter dem von Berlin (7,8%) und vor allem Hamburg (13,0%).

Marktführer in München bleibt die Süddeutsche Zeitung. Laut der Hochrechnung für das erste Quartal 2018 (mehr zur Methodik der VA am Ende dieses Artikels) verkaufte die Süddeutsche Zeitung 83.927 ihrer Exemplare in München. Das entspricht allerdings einem satten Minus von 11,3%, das demnach klar über dem Branchendurchschnitt liegt. Durch die deutlichen Verluste büßte die SZ ihren Vorsprung auf die tz auch fast komplett ein. Die tz verlor nur 4,2%, liegt mit 83.854 verkauften Exemplaren in München nur noch 73 Verkäufe hinter der SZ.

Neben der tz verloren auch die beiden anderen Regionalblätter, die Abendzeitung (-3,5%) und der Merkur (-4,8%) nur vergleichsweise wenig. An dieser Stelle muss allerdings – wie immer bei Betrachtungen zum Münchner Zeitungsmarkt – das Phänomen der stummen Verkäufer erwähnt werden. Diese Kästen, die überall in München stehen – und aus denen die ehrlichen Kunden Zeitungen kaufen, die unehrlichen sie aber auch klauen können, haben einen beachtlichen Anteil an den Münchner Verkaufszahlen. Die Abendzeitung nennt in ihren Media-Unterlagen beispielsweise die Zahl von rund 30% des Gesamtverkaufs durch stumme Verkäufer. Inwiefern diese Verkaufskästen die Zahlen von tz, Abendzeitung und Merkur – eventuell eben auch durch Diebstahl – positiv beeinflussen, lässt sich anhand der IVW-Daten allerdings nicht objektiv sagen.

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Der große Verlierer der Münchner Zeitungsbranche heißt unterdessen Bild: Satte 17,8% verlor Springers Boulevard-Gigant in der Stadt gegenüber 2016, verlor damit wieder den Anschluss an die Abendzeitung. Deutlich hinzu gewonnen haben in München die überregionalen Titel Handelsblatt und Frankfurter Allgemeine Zeitung. Beim Handelsblatt geht ein Großteil des Zuwachses auf die ePaper-Verkäufe. Inwiefern ansonsten eventuelle Bordexemplare oder andere sonstige Verkäufe eine Rolle gespielt haben – oder ob beide Blätter Abonnenten und Kiosk-Verkäufe hinzu gewannen, lässt sich wiederum nicht seriös beantworten, da die VA nur den Gesamtverkauf in den Städten und Kommunen ausweist – nicht aber den Verkauf in den Einzelkategorien. Das gilt auch für das Duo Stuttgarter Zeitung und Stuttgarter Nachrichten und den Tagesspiegel, die sich in München ebenfalls deutlich steigerten.

Die 15 meistverkauften Tageszeitungen in München
verkaufte Auflage vs. 2016
Platz Titel 2018 absolut in %
1 Süddeutsche Zeitung 83.927 -10.711 -11,3
2 tz 83.854 -3.685 -4,2
3 Abendzeitung 32.500 -1.171 -3,5
4 Bild 26.409 -5.725 -17,8
5 Münchner Merkur 23.927 -1.200 -4,8
6 Handelsblatt 13.291 3.152 31,1
7 Die Welt / Welt kompakt 12.533 -1.168 -8,5
8 Frankfurter Allgemeine Zeitung 11.641 2.670 29,8
9 Stuttgarter Zeitung / Stuttgarter Nachrichten 1.131 475 72,4
10 Der Tagesspiegel 371 137 58,5
11 Passauer Neue Presse Gesamt 240 -37 -13,4
12 RheinMainMedia Gesamt (Frankfurter Rundschau) 122 -20 -14,1
13 Donaukurier 85 -23 -21,3
14 Straubinger Tagblatt / Landshuter Zeitung 85 -5 -5,6
15 Oberbayerisches Volksblatt 65 -33 -33,7
Quelle: IVW-VA Tageszeitungen 2018 / Tabelle: MEEDIA

Zur Methodik: Die Verbreitungsanalyse Tageszeitungen der IVW erscheint alle zwei Jahre und enthält detaillierte Verkaufszahlen der Tageszeitungen für alle 11.054 deutschen Gemeinden, 107 kreisfreien Städte und 294 Landkreise. Ermittelt werden die Zahlen jeweils in einer Messwoche – im Fall der VA 2018 war das die Woche vom 6. bis 12. November 2017. Die in dieser Woche erhobenen Daten wurden dann auf die verkaufte Auflage des ersten Quartals 2018 umgerechnet. Die Analyse zeigt damit ein sehr spannendes Bild von Zeitungs-Deutschland. Fast alle Tageszeitungen nehmen an der VA teil. Eine Ausnahme ist die taz, deren regionale und lokale Verkaufszahlen in den Ergebnissen daher fehlen.

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