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Zeitungsmarkt Hamburg: Bild und Mopo im freien Fall, Abendblatt baut Vorsprung trotz Minus aus

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In Hamburg werden noch 250.000 Tageszeitungen pro Tag verkauft. Ein Minus von 13% gegenüber 2016. Vor zehn Jahren waren es noch fast 430.000. Besonders leidet die Auflage der beiden Boulevardblätter Bild und Morgenpost, die im 2-Jahres-Vergleich mehr als 20% einbüßten. Dadurch baute das Abendblatt seinen Vorsprung sogar noch aus, obwohl es ebenfalls im Minus liegt.

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Nach Berlin blickt MEEDIA im Rahmen der Artikel zur Verbreitungsanalyse Tageszeitungen der IVW auf Hamburg. Dort kämpfen zwei Regionalzeitungen (Abendblatt und Morgenpost) vor allem mit den traditionell starken Titeln Bild und Welt, die einst in Hamburg gegründet wurden und auch Jahrzehnte lang ihren Sitz dort hatten.

Die größten Verlierer sind – wie auch schon in Berlin – die Boulevardzeitungen. Bild büßte 20,8% seiner verkauften Auflage von vor zwei Jahren ein, die Mopo sogar dramatische 22,0%. 63.052 bzw. 37.947 Exemplare verkaufen die beiden Blätter in Hamburg noch, zusammen also gerade mal noch etwas mehr als 100.000 Stück. Vor zehn Jahren waren es gemeinsam noch mehr als doppelt so viele.

Profiteur ist das Hamburger Abendblatt, das innerhalb von zwei Jahren zwar ebenfalls 8,6% einbüßte und mit 98.754 Verkäufen erstmals unter die 100.000er-Marke rutschte, durch das noch dickere Minus der Bild aber seinen Vorsprung an der Spitze deutlich ausbaute.

Das Feld der überregionalen Abo-Zeitungen führt die Welt an, die ihre verkaufte Auflage nach dem dicken Minus in 2016 diesmal weitgehend stabil halten konnte. Inwiefern hier eventuell auch Bordexemplare oder sonstige Verkäufe eine Rolle spielen, lässt sich wie bei allen anderen Titeln nicht sagen, da sich die Daten der IVW-VA auf den Gesamtverkauf beschränken und keine Einzelzahlen für Abos, Einzelverkauf, etc. veröffentlicht werden.

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Die Süddeutsche Zeitung verlor in Hamburg unterdessen fast 10%, die F.A.Z. 6%. Auf Platz 7 gewann das Handelsblatt fast 10% hinzu. Es wächst vor allem wegen ePaper-Abos. Das Plus der Kieler Nachrichten auf Rang 8 lässt sich anhand der Daten nicht erklären, zumal es vor allem durch die Lokalausgabe Eckernförder Nachrichten zustande gekommen sein soll. Warum aber ausgerechnet in Hamburg 861 Exemplare der Eckernförder Nachrichten verkauft werden – ein kleines Rätsel.

Zu den Gewinnern in Hamburg zählt zudem Der Tagesspiegel aus Berlin (ebenfalls wegen ePaper-Abos), die Berliner Zeitung, die 25 Exemplare mehr verkauft als 2016, sowie die Landeszeitung Lüneburg mit einem Plus von einer Zeitung. Verluste von mehr als 10% verzeichnen hingegen noch die Frankfurter Rundschau, die Sächsische Zeitung, der Berliner Kurier, das Duo HAZ und NP aus Hannover, der Express aus Köln und die Schweriner Volkszeitung.

Die 20 meistverkauften Tageszeitungen in Hamburg
verkaufte Auflage vs. 2016
Platz Titel 2018 absolut in %
1 Hamburger Abendblatt 98.754 -9.336 -8,6
2 Bild 63.052 -16.565 -20,8
3 Hamburger Morgenpost 37.947 -10.704 -22,0
4 Die Welt / Welt kompakt 22.191 -137 -0,6
5 Süddeutsche Zeitung 9.703 -1.054 -9,8
6 Frankfurter Allgemeine Zeitung 7.640 -486 -6,0
7 Handelsblatt 6.769 608 9,9
8 Kieler Nachrichten / Eckernförder Nachrichten 1.026 470 84,5
9 RheinMainMedia [Frankfurter Rundschau] 986 -171 -14,8
10 Der Tagesspiegel 702 248 54,6
11 Berliner Zeitung 271 25 10,2
12 Sächsische Zeitung 235 -121 -34,0
13 Neues Deutschland 219 -3 -1,4
14 Buxtehuder Tageblatt / Altländer Tageblatt 212 -12 -5,4
15 Berliner Kurier 175 -29 -14,2
16 HAZ/NP Hannover 126 -18 -12,5
17 Stuttgarter Zeitung / Stuttgarter Nachrichten 45 -1 -2,2
18 Express Köln/Bonn 41 -20 -32,8
19 Niedersächsisches Tageblatt / Landeszeitung Lüneburg 38 1 2,7
20 Schweriner Volkszeitung 29 -15 -34,1
Quelle: IVW-VA Tageszeitungen 2018 / Tabelle: MEEDIA

Zur Methodik: Die Verbreitungsanalyse Tageszeitungen der IVW erscheint alle zwei Jahre und enthält detaillierte Verkaufszahlen der Tageszeitungen für alle 11.054 deutschen Gemeinden, 107 kreisfreien Städte und 294 Landkreise. Ermittelt werden die Zahlen jeweils in einer Messwoche – im Fall der VA 2018 war das die Woche vom 6. bis 12. November 2017. Die in dieser Woche erhobenen Daten wurden dann auf die verkaufte Auflage des ersten Quartals 2018 umgerechnet. Die Analyse zeigt damit ein sehr spannendes Bild von Zeitungs-Deutschland. Fast alle Tageszeitungen nehmen an der VA teil. Eine Ausnahme ist die taz, deren regionale und lokale Verkaufszahlen in den Ergebnissen daher fehlen.

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Alle Kommentare

  1. Ich habe vor zwei Jahren (nach 30 Jahren) aufgehört die Mopo zu lesen. Diese Zeitung will die Leser nicht informieren, sondern erziehen. Den Stecker gezogen hab ich, als die Krawallbrüder aus der Flora als “Linke Aktivisten” betitelt wurden. Ganz unmöglich.

    1. Seine Kunden für dumm verkaufen zu wollen, ist niemals ein langfristig tragfähiges Geschäftsmodell. Mal sehen ob die Mopo es merkt, bevor sie pleite ist.

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