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Wochenrückblick: ZDF-Frau Dunja Hayali wird die Nebentätigkeits-Debatte so schnell nicht los

Dunja Hayali, 11 Freunde der Barbara, die Langfinger von der wuv, Klaus Brinkbäumer
Dunja Hayali, 11 Freunde der Barbara, die Langfinger von der wuv, Klaus Brinkbäumer

Beim Spiegel tauschen sie mal wieder die Chefredaktion aus. Die 11 Freunde nehmen Barbara Huckepack. Dunja Hayali wird die Nebentätigkeits-Debatte nicht los. Und die lieben Kollegen von der wuv klauen unsere schöne MEEDIA-Söder-Optik. Die Wochenrückblick-Kolumne.

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Die Mediennachricht der Woche war der neuerliche Chefwechsel beim Spiegel, auch wenn sich der Dienstantritt des neuen “Vorsitzenden der Chefredaktion”, Steffen Klusmann, zumindest offiziell noch bis zum Jahresanfang hinziehen wird. Dass Klaus Brinkbäumer abberufen wird, ist nun keine echte Überraschung, die Spekulationen schossen schon eine Weile ins Kraut. Interessant wird nun sein, wie der bisherige Manager Magazin-Chefredakteur Steffen Klusmann den Spiegel positionieren wird. Erstmals ist er Vorsitzender eines dreiköpfigen Chefredakteurs-Gremiums. Seine beiden Mitstreiter sind Barbara Hans und Ullrich Fichtner. Klusmann hat einen guten Ruf, allerdings fehlt ihm noch der Nachweis, dass er ein Medium zum wirtschaftlichen Erfolg führen kann. Die FTD wurde unter seiner Leitung eingestellt (was man ihm nicht anlasten kann). Das Manager Magazin verliert unter seiner Führung deutlich an Auflage (was man ihm vermutlich auch nicht anlasten kann). Sollte es ihm und seinen beiden Co-Chefs nicht gelingen, den Auflagenverfall beim Spiegel mindestens zu bremsen und die Print- und Online-Redaktion möglichst konfliktfrei zu verschmelzen, wird man es ihm aber vermutlich schon anlasten. Schuldzuweisungen waren im Hause Spiegel noch nie Mangelware. Auslöser der Meldung übrigens ein Tweet von Holger Stark, ehemaliger Washington-Korrespondent des Spiegel und aktuell Mitglied der Chefredaktion der Zeit. Der hatte einfach mal der namentlich nicht genannten, neuen Spiegel-Chefredaktion viel Erfolg gewünscht. Kurz danach machten dann die Namen des neuen Chef-Trios die Runde.

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Überraschung am Büdchen: Das Fußballmagazin 11 Freunde wird diesmal auch zusammen im Bündel mit dem Frauenheft Barbara vertickt. 6 Euro kostet der Doppelpack, was deutlich günstiger ist, als beide Titel einzeln zu erwerben. 11 Freunde kostet 5 Euro, Barbara normalerweise 4,20 Euro. Aber gibt es hier nicht eine gewisse Zielgruppen-Spreizung? Vermutlich denken die Vertriebsfüchse, dass Jungs, die 11 Freunde kaufen, der Dame des Hauses dann generös die Barbara auf den Tisch legen: Schau mal Schatz und gib fein acht, ich hab dir etwas mitgebracht! Oder aber die Plastikhülle wird hektisch aufgerissen und je eines der beiden Hefte entsorgt (welches nur?). So oder so: Für die Auflagen-Statistik hat der Doppel-Decker womöglich eine ähnliche straffende Wirkung wie Hyaluronsäure für die Fältchenbildung. In beiden Fällen aber gilt: Es hilft kurzfristig.

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ZDF-Journalistin Dunja Hayali hat sich diese Woche noch einmal zur Kritik an ihren Nebentätigkeiten geäußert. U.a. hatte sie Veranstaltungen der Glücksspielindustrie, der Pharmabranche und von Amazon moderiert und zunächst gemeint, das sei nix anderes als total kritischer Journalismus. Ein Shitstörmchen und ein paar Gedankenwölkchen später erklärte sie dann auf Facebook, solche Engagements künftig “noch selbstkritischer” prüfen zu wollen. Immerhin. Unterdessen hat Kai-Hinrich Renner in der Berliner Morgenpost erschnüffelt, das diese Hayali auch schon mal einen Scheck des Automaten-Herstellers Gauselmann entgegengenommen hatte. Der Scheck war eine Spende an den Verein Vita e. V. Assistenzhunde für den sich die ZDF-Frau engagiert. Angeblich sollen solche Spenden Frau Hayali dazu bewegt haben, die Moderation der Tagung des Automatenverbands anzunehmen, raunt Renner. Naja. Ich fand Dunja Hayalis ursprüngliche Äußerungen, dass ihre Moderationsjobs nix anderes seien als “kritischer Journalismus” daneben. Aber aus dem Engagement für einen gemeinnützigen Verein muss man ihr jetzt nicht auch noch einen Strick drehen. Zumal es sich in der typischen Überschriften-Verkürzung des Mediendienstes turi2 (“Dunja Hayali nahm Scheck aus Spielautomaten-Branche entgegen“) dann so liest, als habe sie die Gauselmann-Kohle selbst eingesteckt.

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A propos die lieben Kollegen: Für ein bisschen Aufsehen sorgte die Meldung, dass die Bayern-SPD den Wahlkampfslogan der CSU (“Söder macht’s”) für eine Website gekapert hatte. MEEDIA brachte die Meldung zusammen mit einer Optik, bei der wir einen Screenshot der Seite nahmen und ein Foto des bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder dazu stellten. Kein Geniestreich, zugegeben, aber ehrliche Handarbeit. Das Bild war versehen mit der Quellenangabe der Website, dem Foto-Credit des Söder-Bildes und dem Hinweis “Montage: MEEDIA”.

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Erkennen Sie den Unterschied? Oben die Original-MEEDIA-Meldung mit handgemachter Optik. Unten die die Version bei wuv.de 

Offenbar fühlten sich die Kollegen der werben & verkaufen sehr inspiriert von dieser Berichterstattung. Sie brachten die Story um den gekaperten Söder-Spruch ebenfalls und illustrierten ihre Version mit der Original-MEEDIA-Optik inklusive den im Bild verwendeten Quellen- und Montage-Hinweisen. Das von der MEEDIA-Seite geklaute Bild versahen die wuv.de-Kollegen flott mit dem Quellen-Hinweis: “Foto: Soeder-machts.de” und der Bildunterschrift: “So dreht die SPD den Wahlkampfslogan der CSU im Netz um.” Nur: Den Söder haben wir dazugestellt! Den gab es auf der SPD-Seite gar nicht zu sehen. Ei, ei, ei, wie kann denn sowas nur passieren? Eine Erklärung wäre natürlich, dass da jemand einfach eine MEEDIA-Meldung abschreibt, das dazugehörige Bild klaut und selbst gar nicht die Webseite anschaut, um die es geht. Aber das können wir uns nun wirklich ganz und gar nicht vorstellen! Ein freundlicher Hinweis auf den Bilder-Diebstahl via Twitter in Richtung wuv wurde von dort bis heute nicht kommentiert.

Die MEEDIA-Söder-Optik ziert bis heute die wuv.de-Story. Die Kollegen waren von dem Bild offenbar so begeistert, dass sie sie es sogar noch in zwei (!) Newslettern und einer Weiterdrehe verwendeten. Es ist ja schön, liebe wuv, dass Euch unsere Optik so sehr gefällt – aber beim nächsten mal macht’s dann Eure Bilder doch bitteschön wieder selbst, OK?

Schönes Wochenende!

PS: Bonus-Info, liebe wuv: Markus Söder mit “k”.

PPS: In der aktuellen Ausgabe des Podcasts “Die Medien-Woche” spreche ich mit meinem Kollegen Christian Meier von der Welt über den Wechsel an der Spiegel-Spitze, es geht um den Streit rund um den “Hutbürger” und das ZDF-Team von “Frontal 21” und wir diskutieren, wie die “Tagesschau” mit spektakulären Mordfällen umgeht. Viel Spaß beim Reinhören!

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