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“Multiplayer at its best”: Bundeswehr wirbt auf der Gamescom im Stil von Ego-Shootern und zieht Kritik auf sich

Die Deutsche Bundeswehr provozierte mit ihren Plakaten rund um das Messegelände der Gamescom
Die Deutsche Bundeswehr provozierte mit ihren Plakaten rund um das Messegelände der Gamescom

Auf der diesjährigen Gamescom, der weltgrößten Messe für Videospiele in Köln, sorgt die Bundeswehr mit einer fragwürdigen Plakataktion für Aufsehen. Die Plakate sind im Stil von gewalttätigen Videospielen gestaltet und werben mit Sprüchen wie "Mehr Open World geht nicht!". Die Plakataktion zog massive Kritik auf sich.

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Einmal mehr ist Köln das Epizentrum der Gaming-Community, denn dort stellen derzeit die Spieleentwickler ihre neuesten Titel auf der alljährlichen Spiele-Messe Gamescom vor. Zwei der prominentesten Shooter in diesem Jahr sind dabei “Call of Duty: Black Ops 4” und “Battlefield 5”, die Spieler in unterschiedliche Kriegsszenarien versetzen.

Da verwundert es erstmal nicht, rund um das Messegelände Plakate vorzufinden, die Soldaten vor blutrotem Himmel zeigen und auf denen Slogans, wie “Multiplayer at its best!” oder “Mehr Open World geht nicht!” prangen. Nur dass diese Plakate keinen Online-Shooter bewerben, sondern die Deutsche Bundeswehr, die auf der Gamescom ebenfalls einen Stand hat. In der Rhetorik nutzt sie dabei Schlagworte aus der Gamerszene, was sich auch an den etwas unscheinbar am unteren Rand der Plakate stehenden Zusätzen erkennen lässt. Diese lauten “An deine Grenzen gehen statt in deinem Level festhängen?” und “Echte Kameradschaft statt Singleplayer-Modus?”. Beide schließen mit der Aufforderung “Mach, was wirklich zählt. Setz dich für Freiheit und Sicherheit ein und starte deine Laufbahn bei der Bundeswehr. Besuche uns auf der Gamescom oder unter www.bundeswehrkarriere.de”.

Die Bundeswehr postete die Plakate selbst auf Twitter und kommentierte, sie wolle damit “zum Nachdenken darüber anregen, was wirklich zählt: Krieg spielen oder Frieden sichern?”

Die Reaktion dazu fallen auf dem 280-Zeichen-Dienst jedoch größtenteils spöttisch und fassungslos aus.

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DeutschlandfunkNova-Reporter Thomas Ruscher meldete sich mit einem Eindruck von vor Ort.

sueddeutsche.de zitiert unterdessen den Gamescom-Standleiter der Bundeswehr, Nils Feldhoff, mit den Worten “Wir sehen das als Einladung, um darüber zu diskutieren”.

Es ist nicht das erste Mal, dass die Bundeswehr mit ihrem Gamescom-Auftritt für Furore sorgt. So stellte sie dort 2016 einen Panzer aus, ironischerweise, um auf Cyberkriege aufmerksam zu machen. Und auch bei der diesjährigen Digitalkonferenz re:publica machte die Bundeswehr von sich reden (MEEDIA berichtete). Von den Veranstaltern war sie aufgrund ihrer Uniformen ausgeladen worden und baute stattdessen einen Stand vor dem Konferenzgelände auf.

feb

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Alle Kommentare

  1. Seit die Flinten-Uschi die Bundeswehr heruntergewirtschaftet hat, passt viel besser eine Werbung für “Die Sims” als eine für Egoshooter.

    Jetzt mit superheißen neuen DLCs:
    Schwangerschafts-Accessoires
    Transen-Accessoires
    Erweiterungspaket “Reiseabenteuer” mit vielen neuen Schauplätzen in Afrika
    Grafikupdate Afghanistan-Szenario

  2. “Die Plakataktion zog massive Kritik auf sich.”

    Ständig diese Übertreibungen.
    Lediglich die üblichen linken Hetzer melden sich mal wieder zu Wort.

  3. In Zeiten, in denen deutsche Polizisten von dahergelaufenen “Bereicherern” vermöbelt werden, ohne sich zu wehren (Plauen), passt es doch, dass unsere Armee auch völlig vernichtet wird… Von der Leyen führt ihren Auftrag zu 100 Prozent aus.

  4. Ihr solltet mal daran DENKEN das Aufgrund der besonderen Politik unserer Politiker und Aufgrund unseres einmaligen niedergeschriebenem Grundgesetzes das Leben in der Bundesrepublik Deutschland gegenüber vielen anderen Ländern und Staaten sehr lebenswert ist.
    Ihr meckert alle auf ein sehr hohes Niveau. Aber denkt doch mal an die vielen Menschen die sich stark machen das IHR so leben könnt wie Ihr lebt. In Freiheit und “Wohlstand”(was selbstverständlich auch eine Definitionsangelegenheit ist). Bei uns müssen Menschen nicht um Ihr LEBEN kämpfen. Es gibt eine Absicherung (auch wenn sie zur Zeit nicht prickelnd gestaltet ist, aber daran müssen wir halt ARBEITEN- GEMEINSAM), eine Krankenversicherung, Unterkunft usw. Schaut euch Amerika oder andere Länder an. Keine Krankenversicherung, Keine Arbeitslosenversicherung, kein Hartz 4 damit -ein Mensch Leben kann-, nichts!! Schön das es noch Menschen gibt die für Ideale eintreten. Und notfalls Ihr Leben oder Ihre Gesundheit für andere OPFERN.
    Sie garantieren, dass DU in der Bundesrepublik Deutschland so leben kannst, wie du das tust.
    Schaut auf die Bundeswehr, die Polizei, die Feuerwehr, unsere Sanitäter, Ärzte und die vielen Menschen die im Katastrophenschutz und in anderweitigen Bereichen tätig sind (beruflich oder ehrenamtlich). Sie stehen ein für diese Gesellschaft und versuchen das wir gemeinsam etwas lebenswerter miteinander leben können.
    Und überhaupt immer das Gemecker auf die Bundeswehr und Ihrem “Spielzeugstand”. Andere Stände auf der Gamecom… sind mit Ihren Spielen und Darstellung viel schlimmer. DIE verherrlichen den Krieg. Was die Bundeswehr will: Das Ihr euch mal an die eigene Nase fasst und euch mal FRAGT: Wer tritt hier ein für euch im Falle eines Falles. Die Bundeswehr hat im Laufe Ihres BESTEHENS und Wirkens, innerhalb und außerhalb der Bundesrepublik Deutschland vielen Menschen das Leben gerettet. Denkt daran. WIR LEBEN In FRIEDEN. Auch DANK der Bundeswehr mit all seinen Ecken-Ösen-Kanten-Schwierigkeiten und…

    1. Ein typischer deutscher USA-Experte. Hypermoralisch, aber keine Ahnung von der Realität.

      In den USA gibt es eine Arbeitslosenversicherung. Und auch eine Art Sozialhilfe für Arbeitsunfähige (“Disability”). Und kostenlose Krankenversicherungsleistungen für Alte (“Medicare”) und Einkommensschwache (“Medicaid”). Und eine staatliche Rentenversicherung (“Social Security”). Und Sozialhilfeleistungen als Grundsicherung, allerdings zweckgebunden zur Ernährungssicherung (“Food Stamps”)

    2. Glaubst du das denn wirklich?
      Die Bundeswehr sichert in Mali die faktische Kolonialherrschaft Frankreichs. In Afghanistan hat sir nichts erreicht, hatte nicht mal einen klaren Auftrag.
      Die Bundeswehr hat eine schwere Sinnkrise. Schöne Worte hast du benutzt. Nur betreibst du eine romantische Verklärung. Uns würde es ohne BW nicht schlwchter gehen. Und mit ihr geht es uns nicht besser.

  5. So, so: „Massive Kritik“ nennt man es also, wenn auf Twitter sich die üblichen Verdächtigen in ihrer linksgrünen Echokammer austoben. rofl

  6. Ich fand die Werbung zu Beginn auch geschmacklos. Aber, wenn man sich damit auseinandersetzt und sich das Mal genauer anschaut, dann ist es eine gute Werbekampagne. Die Leute reden drüber. Sie nutzen die Sprache der gewählten Zielgruppe und demonstrieren eigentlich ihre echte Arbeit.

    Ein Multiplayer kann soviel mehr sein als ein Shooter. Rocket League, Landwirtschaftssimulator etc sind auch Multiplayer – und das Bild? Das ist eine keine Kriegsszene. Die Soldaten sind nicht in einer gefährlichen Situation.

    Natürlich sind viele Punkte schwierig zu erkennen auf den ersten Blick. Aber sie haben sich bewusst mit der Zielgruppe auseinander gesetzt und sich gezeigt, dass Werte wie Zusammenarbeit und Zusammenhalt vielleicht in beiden Gruppen vorhanden sind.

    Diese Twitterhetze ist super anstrengend geworden – weil sich keiner mehr ordentlich mit Themen auseinandersetzt.

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