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“Der echte Söder macht’s” lahm: die lasche Retourkutsche der CSU auf den PR-Streich der SPD

Die Konter-Seite Derechtesödermachts.de verlinkte nur auf das Regierungsprogramm
Die Konter-Seite Derechtesödermachts.de verlinkte nur auf das Regierungsprogramm

Die CSU ist doch noch aufgewacht: Erst verpennten die Bayern, Web-Adresse und Social-Media-Accounts zu ihrem neuen Wahlkampfslogan “Söder macht`s” zu sichern. Dann brauchten sie auch noch gut einen Tag, um die von der SPD gekaperte Internet-Aktion zu kontern. Dazu sicherte sich das Team-Söder gleich mehrere Web-Adressen, in denen der Name der SPD-Spitzenfrau Natascha Kohnen vorkommt.

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Der Schlag der SPD hat gesessen. In Bayern ist die berliner Regierungspartei längst zu einer Randerscheinung geworden. Die Meinungsforscher sehen sie derzeit mit knapp über zwölf Prozent nur noch auf Position vier, noch hinter der AfD und den Grünen. Aber mit einem kleinen PR-Lausbubenstreich gelang es dem Wahlkampf-Team um Kohnen den vermeintlich übermächtigen Gegner Markus Söder bloßzustellen und den eigenen Namen bekannter zu machen.

Mit ihrem Streich nutzte die SPD dabei vor allem die Schlafmützigkeit der CSU, die vergessen hatte die entsprechenden Internet-Adressen zu dem neuen Slogan “Söder macht`s” zu sichern.

Ähnlich verschlafen fällt nun auch die Reaktion der Wahlkampfmannschaft um CSU-Generalsekretär Markus Blume aus. Erst baffte er via Twitter: “Die @bayernspd plakatiert politischen Anstand, aber als erste wahrnehmbare Wahlkampfaktion verbreitet sie Falschmeldungen, das ist maximal unglaubwürdig. #Soedermachts”

Zudem gab es noch diese uninspirierte Twitter-Replik:

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Dann dachten sich die Bayern, was die Sozis können, mit dem Internet und so, dass können wir auch. Also schmiss man in der Wahlkampfzentrale die Rechner an und sicherte sich gleich mal mehrere Web-Adressen:

nataschakohnen.bayern
kohnen-plus.de
und – quasi als Höhepunkt des Konters – Derechtesoedermachts.de.

Hinter den Adressen findet sich dann allerdings lediglich ein Link auf das Wahlkampfprogramm. Lahmer kann man in solch einer Situation kaum reagieren. Die Regeln eines gepflegten und amtlichen Social-Media-Schlagabtausches hätten wenigstens einen Hauch von Humor und Kreativität hinter den neuen Web-Adressen verlangt.

Neben dem selbstgebastelten Tweet, drückte das Online-Team der Christsozialen auch ein paar Mal auf die Retweet-Taste – allerdings auch nicht gerade mit viel Verve. So teilte das CSU-Team gleich mehrfach den Kommentar der stellvertretenden Welt-Chefredakteurin Dagmar Rosenfeld, der zu der Schlussfolgerung kommt, dass es peinlich sei, wie sich die SPD mit der Aktion in Häme suhlen würde.

Einmal in Retweet-Laune teilte die CSU-Online-Mannschaft noch die heftigen Angriffe Abgeordneten Florian Herrmann. Er meint, dass die Bayerische SPD zur “Lügenpartei verwahrlose”. “Schlimmer als jeder Russen-Fakenews-Bot”. Er hält Soeder-machts.de für “Unterirdisch & schäbig!”. Ach Gottchen.

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Alle Kommentare

  1. Ich sehe schon, wie hier die Sympathien verteilt sind.

    Wenn die SPD dem Söder ein Furzkissen auf den Stuhl legt und der sich dann draufsetzt, dann wird das hier wahrscheinlich auch als “frecher, erfrischender Gag” und “Höhepunkt der politischen Auseinandersetzung” abgefeiert.

    1. Was soll man auch von den Schreibknechten des Medienoligarchen Holzbrinck erwarten. Wenn sie mal nicht spuren wie Gabor Steingart mit seiner Kritik an Gabriel vpr einem halben Jahr schmeißt er sie ohne viel Federlesens raus.
      Ach schade, hier wird ja zensiert, wie es sich in einem Medienmagazin gehört.

      1. Psst, naja, also ich habe die Erfahrung gemacht, dass nur die Kommentare unter einem besonders scheinheiligen Linksautoren hier regelmäßig zensiert werden.

  2. Jaaa, die CSU, pardon, “die Bayern” sollten jede dämliche Kinderkacke der Sozen (sind die keine Bayern? Viele Bayern glauben das … ) mitmachen, inkl. Pimmelskizzen.

    So gewöhnen sich die Kreisverbände auch leichter an Jamaika.

    Why is allways the Rum gone …

  3. Waum reagieren die bekloppten Christ-Sozialen überhaupt? Das ganze Theater von der SPD war so selbstentlarvend und peinlich, dass jede Replik unnötig ist. Selbst die treuesten SPD-Wähler in meinem Bekanntenkreis haben genug von dieser Partei-Attrappe.

  4. Also Herr Becker, dem Tenor Ihres Artikels entnehme ich, dass Sie offensichtlich ein Sozi und CSU-Hasser sind, oder etwa nicht?
    Aber wie kann man so objektiven Journalismus produzieren? Zum Beispiel einfach nur „Sagen, was ist?“
    Ach, ich vergaß, Journalisten haben ja jetzt alle eine „Haltung“.

  5. Ich bin immer wieder beeindruckt wie die Fanboys (und wohl das eine Fangirl) der CSU so buthurt (https://www.urbandictionary.com/define.php?term=but%20hurt) bzw. grantig hier reagieren. Das rechte und erzkonservative Leute keinen Humor haben – geschenkt. Aber hier ideologische Gräben zu ziehen, weil eine Partei der CSU mal gezeigt hat, wie weit es mit der eigenen Medienkompetenz her ist – lächerlich.

    In den USA liefern sich z.b. die Social Media Abteilungen von Konzernen teilweise über Wochen hinweg solche Battles, die oft das Highlight der Unternehmenskommunikation sind. Und in Deutschland? Schimpfen ein paar grantige Opas, weil sie das Internet nicht verstehen. Chapeau!

    1. Ha, vor 10 Jahren war das vielleicht so.

      Heutzutage kommt dann sofort eine fette “butthurt” Transe mit pinken Haaren oder eine alte verhärmte Katzenlady mit Pussyhat oder ein Vertreter von Indianerrechten, schreit “Hate-Speech” und schon ist das schöne lustige Werbebattle vorbei.

      Das Wort “Butthurt” (bitte mit Doppel-t) ist übrigens sexistisch und homophob, Sie widerlicher Hetzer: http://persephonemagazine.com/2013/01/can-we-please-stop-using-the-term-butthurt/

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