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Britische Studie: Facebook spielt eine Rolle als Brandbeschleuniger für Gewalt gegen Flüchtlinge

Die New York Times berichtet aktuell über eine hoch-interessante Studie der britischen University of Warwick. In der Studie stellen die Autoren einen kausalen Zusammenhang zwischen verstärkter rechtspopulistischer Facebook-Aktivität und tatsächlichen Gewalttaten gegen Flüchtlinge her. Die Studie wurde im Mai 2018 zuletzt aktualisiert.

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Die beiden Wissenschaftler Karsten Müller und Carlo Schwarz haben für die Studie „Fanning the Flames of Hate: Social Media and Hate Crime“ über 3.000 Gewalttaten gegen Flüchtlinge in Deutschland zwischen 2015 und Anfang 2017 untersucht und mit umfangreichen demografischen Daten und Daten zur Internet- und Facebook-Nutzung verbunden.

Dabei haben die Wissenschaftler herausgefunden, dass die Anzahl an Gewalttaten gegen Flüchtlinge überproportional anstieg, wenn es eine vorherrschende Anti-Flüchtlings-Stimmung in den sozialen Medien gab und eine Gegend eine überdurchschnittlich hohe Facebook-Nutzung aufwies. Interessanterweise konnte auch der umgekehrte Effekt nachgewiesen werden. Bei Internet- oder Facebook-Ausfällen sank die Zahl der durch Hass motivierten Gewalttaten statistisch nachweisbar ab. Die Zahl der Gewalttaten sank ebenso ab, wenn andere Groß-Nachrichtenlagen die Anti-Flüchtlingsstimmung in den Sozialen Medien überlagerten.

Hieraus schließen die Wissenschaftler, dass es sich nicht nur um eine bloße Korrelation – also ein bloßes Nebeneinander von Phänomen – handelt, sondern um eine Kausalität, eine tatsächliche Folge. Dies bedeutet, dass eine verstärkte Anti-Flüchtlings-Stimmung auf Facebook tatsächlich mit dafür verantwortlich ist, dass mehr Gewalttaten im echten Leben verübt werden. Die Forscher gehen dabei nicht soweit zu sagen, dass Social Media allein Gewalt gegen Flüchtlinge erzeugt. Hass motivierte Gewalt-Delikte hätten viele Ursachen und Verstärker. Allerdings sehen es die Wissenschaftler als erwiesen an, dass speziell Facebook als „Propaganda-Mechanismus“ und damit quasi als Brandbeschleuniger für Hass motivierte Gewalt funktioniert.

Eine Verbindung zwischen „normaler“ Facebook-Nutzung, also solcher, die keine Anti-Flüchtlings-Stimmung transportierte, und „normaler“ Internetnutzung jenseits von Social Media zu Gewalttaten, ließ sich nicht belegen.

Der New-York-Times-Artikel zur Studie.

Die komplette Studie zum Runterladen.

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