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Männlich, überheblich, selbstverliebt: Studie entlarvt, was aktive Twitterer von “Normal-Onlinern” unterscheidet

Eine Studie veranschaulicht die Unterschiede inPersönlichkeit und Demografie zwischen Twitter-Nutzern und Gesamtbevölkerung
Eine Studie veranschaulicht die Unterschiede inPersönlichkeit und Demografie zwischen Twitter-Nutzern und Gesamtbevölkerung

Sascha Hölig vom Hans-Bredow-Institut für Medienforschung hat in einer Studie untersucht, inwieweit in dem sozialen Netzwerk Twitter angestoßene Debatten und abgebildete Meinungen repräsentativ für die Online-Nutzer in Deutschland sind. Die Ergebnisse zeigen deutliche Unterschiede zwischen aktiven Twitterern und Normal-Onlinern.

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Für seine Studie hat Hölig eine Stichprobe von 600 repräsentativen Internetnutzern aus Deutschland befragt, unter denen sich 46 aktive Twitterer (mehrere Tweets, Kommentare oder Replies pro Woche) befanden. Um wirklich einen Vergleich herstellen zu können, wurde in die Umfrage anschließend ein Filter verankert, der nur noch aktiven Twitterern die Teilnahme erlaubte. In der Folge gaben 163 weitere und insgesamt 209 aktive Nutzer des 280-Zeichen-Dienstes ihre Antworten ab. Anschließend hat Hölig die Antworten der aktiven Twitterer und der Onliner insgesamt verglichen.

Die Ergebnisse legen nahe, dass aktive Twitterer sich insbesondere in ihrer Persönlichkeit von der Gesamtbevölkerung unterscheiden. So ist die Gruppe der aktiven Twitterer mitteilungsbedürftiger, offener gegenüber Neuerungen und kreativer, als die Gesamtheit der Onliner. Sie weisen allerdings gleichzeitig narzisstische Tendenzen auf, neigen eher zu Angeberei und agieren häufiger überheblich oder manipulativ. Darüber hinaus übernehmen die befragten aktiven Twitterer lieber die Führung von Gruppen, sind zielorientierter und schätzen sich selbst häufig als Vorbilder für andere ein.

Besonders auffällig ist die Diskrepanz zwischen den aktiven Twitteren und allgemeinen Onlinern im Punkt Persönlichkeitsstärke. 66,3 Prozent der aktiven Twitterer schätzen sich als stark oder zumindest überdurchschnittlich ein. Bei allen Onlinern sind es nur 48,1 Prozent.

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Demografisch ergibt Höligs Studie, dass sich in der aktiven Twitter-Gemeinde mehr Männer (62 Prozent) bewegen, das Durchschnittsalter mit 40 Jahren etwas geringer und der Bildungsstand etwas höher ist, als bei allen Internetnutzern. Demnach haben 57 Prozent der aktiven Twitterer die Fachhochschulreife oder ein abgeschlossenes Studium. Bei den Onlinern insgesamt sind es 40 Prozent.

Auch das Interesse an Nachrichten ist bei den aktiv Twitternden (89 Prozent) höher als bei allen Internetnutzern (69 Prozent). Politisch neigen die aktiven Twitterer hingegen eher zu extremen Ansichten, als die Gesamtheit der Onliner, wenngleich beide Gruppen sich mehrheitlich in der politischen Mitte verorten. Auf Grundlage seiner Ergebnisse zieht Hölig den Schluss, dass die auf Twitter geführten Debatten und aufgezeigten Meinungsbilder nicht repräsentativ für die Gesamtbevölkerung in Deutschland sind. Twitter sei damit als Stimmungsbarometer, als das es von zahlreichen Journalisten und Politikern häufig genutzt wird, eher ungeeignet.

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Alle Kommentare

  1. 550 Nicht-Twitter-Nutzer und 200 Twitter-Nutzer. Wow. Eine beeindruckend große Datenbasis, die das Hans-Modrow-Institut da für seine “Studie” aufgetan hat.

    (Oder sind die 200 Twitter-Nutzer schon alle Nutzer, die es in Deutschland gibt?)

  2. “We need to constantly show that we are not adding our own bias, which I fully admit is left” (Jack Dorsey, CEO Twitter)

    “Wir müssen stets zeigen dass wir nicht unsere eigene Voreingenommenheit einbringen, und ich gebe voll zu, dass die linksgerichtet ist”, sagt Twitter-Chef Dorsey in einem CNN Interview.

  3. Und so etwas darf sich dann repräsentative Studie nennen?
    Was haben wir schon in der Schule gelernt? Trau keiner Statistik, die Du nicht eigenhändig gefälscht hast. Bei so einer mickrigen Datenbasis dürfte mindestens der Gauß’sche Fehler riesig ausfallen, wenn man denn die Studie als seriös stehen lassen möchte. Für mich persönlich habe ich allerdings die Entscheidung getroffen, dass ich diese Studie als “Unfug mit manipulativem Hintergrund” einstufe.

    [Zitat]Auf Grundlage seiner Ergebnisse zieht Hölig den Schluss, dass die auf Twitter geführten Debatten und aufgezeigten Meinungsbilder nicht repräsentativ für die Gesamtbevölkerung in Deutschland sind. Twitter sei damit als Stimmungsbarometer, als das es von zahlreichen Journalisten und Politikern häufig genutzt wird, eher ungeeignet.[Zitat Ende]

    Wenn man sich die Finanzierer des Hans-Bredow-Institutes für Medienforschung ansieht, dann erfährt man, dass zur Finanzierung des Hans-Bredow-Instituts beitragen: die Stadt Hamburg, die Werbegesellschaften des NDR und des WDR, die ARD-Werbung, das ZDF, die Medienstiftung Hamburg sowie die Landesmedienanstalten; hinzu kommen Einnahmen aus Forschungsprojekten. Dem Kuratorium der Stiftung gehören u. a. Vertreter von NDR, WDR und ZDF an.

    Mit diesem Wissen überrascht mich nicht, dass das Studienergebnis eines von diesen Medien finanzierten Institutes nicht besagt, dass Twitter als Stimmungsbarometer für politische Stimmungen geeignet ist. Wenn diese bei der eigenen Arbeit allerdings politische Stimmungen ebenfalls mit solchen Mini-Studien ermitteln und dann auf die Republik verallgemeinern, dann frage ich mich, ob diese tatsächlich als seriöser zu betrachten sind als von ihnen kritisierte Twitter. Wohl eher nicht.

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