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Die Frankfurter Rundschau bekommt keine Interviews mit Volker Bouffier – und bastelt sich selbst eines zusammen

Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier verweigert der FR jegliche Interviews
Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier verweigert der FR jegliche Interviews

"Seit Jahren" verweigere Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier der Frankfurter Rundschau (FR) Interviews. Nicht einmal im derzeitigen Wahlkampf will der CDU-Mann mit dem Blatt sprechen. Der FR-Landtagskorrespondent Pitt von Bebenburg hat sich darüber nun in seiner Kolumne beschwert – und ein fiktives Interview aus seinen "brisantesten Antworten" zusammengestellt.

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“Haben Sie Fragen an Volker Bouffier? Wir hätten da einige”, beginnt Pitt von Bebenburg seine Kolumne. Aber leider gebe ihm der Ministerpräsident “seit Jahren keine Interviews”. Andere Zeitungen könnten hingegen häufig mit ihm sprechen. Der Korrespondent ergänzt: “Könnte sein, dass wir ihm zu häufig auf die Füße getreten sind”.

Doch die FR weiß sich zu helfen. Damit die Leser des Blattes “auf dem Stand” bleiben, montiert der Hesse prompt einen eigenen Frage-Antwort-Text mit dem amtierenden Ministerpräsidenten zusammen, aus seinen “brisantesten Antworten”, wie er schreibt. Gemeint sind damit Sätze, die Bouffier im Laufe seiner Amtszeit in Reden, auf Pressekonferenzen oder in Interviews gesagt hat – und die natürlich alles andere als brisant waren.

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Auf den fiktiven Interview-Einstieg “Herr Bouffier, Hessen hat ja echt ein tolles Wappentier” antwortet der CDU-Mann in dem Text zum Beispiel so: “Der Löwe ist stark, der Löwe ist mutig. Wenn man die Pranke sieht, dann sage ich immer: Damit drohen wir nie, sondern wir Hessen grüßen immer freundlich. Dann lachen die, von Afrika bis Asien.” Sätze, die Bouffier in ähnlicher Form zum Beispiel bei der Eröffnung des RheinMain Congresscenters äußerte. Und das geht nun immer so weiter. Der Leser erfährt, dass Bouffier gerne Urlaub mit seiner Familie macht und die Begeisterung für politische Farbenspiele verstehen kann, aber nicht teilt. Kurzum: Er erfährt alles, nur nichts Wichtiges.

“Man könnte natürlich auch noch kritischere Fragen stellen”, schließt von Bebenburg seine Kolumne ab. Dazu aber habe er keine Gelegenheit erhalten.

Die hessische CDU widerspricht indes diesem Eindruck. Auf MEEDIA-Nachfrage erklärte ein Pressesprecher der Partei, Bouffier habe “lediglich ein Exklusiv-Interview mit der Frankfurter Rundschau abgelehnt”. Und auch ansonsten erhalte die FR – wie alle anderen Medien auch – Antworten auf Anfragen oder in Pressekonferenzen.

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