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Gruner + Jahrs Joko Winterscheidt-Magazin JWD pendelt sich bei 50.000 verkauften Heften ein

JWD, das “Druckerzeugnis” von und mit Joko Winterscheidt, ist das experimentellste von Gruner + Jahrs Personality-Magazinen
JWD, das "Druckerzeugnis" von und mit Joko Winterscheidt, ist das experimentellste von Gruner + Jahrs Personality-Magazinen

Nach dem Erfolg mit Barbara startete Gruner + Jahr mit JWD ein eigenwilliges Personality-Magazin mit Joko Winterscheidt als Namensgeber – und viel Mut zum Risiko, denn die Zielgruppe für eine solche Zeitschrift ist weniger klar definiert. So überrascht es nicht, dass die Heftverkäufe nicht in den Himmel wachsen. Nach vier Ausgaben scheint sich der Absatz bei rund 50.000 Exemplaren einzupendeln.

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Zum Start der ersten Ausgabe von JWD im März gab sich TV-Moderator Joko Winterscheidt noch euphorisch. „Ich möchte, dass mich das Heft bis zur Rente trägt“, sagte der Entertainer der dpa. Ein typisches Winterscheidt-Statement, bei dem sich niemand sicher sein konnte, wie hoch der Ironie-Anteil seines Selfmarketings für das neue Magazin war. Joko und Rente? Ein No-Go, schließlich war das pure (Er) Leben die DNA der jungen Zeitschrift für eine junge Zielgruppe. Damals hatte Gruner + Jahr die auf ihn zugeschnittene Printmarke mit einer Druckauflage von rund 200.000 Exemplaren auf den Markt gebracht.

Nachdem die erste Ausgabe bei einer verkauften Auflage von 70.000 Exemplaren lag, pendelt sich der Absatz des Titels derzeit bei der Marke um die 50.000 Exemplare ein. Wie eine Gruner + Jahr-Sprecherin auf MEEDIA-Anfrage erklärt, wurden von der zweiten Ausgabe 53.000 Stück verkauft. Der Absatz der Hefte 3 und 4 bewege sich in etwa „auf diesem Niveau“, betont die Verlagssprecherin.

Damit reicht der zur stern-Familie gehörende Titel JWD bei weitem nicht an den Erfolg des Präsenter-Magazins der Moderatorin Barbara Schöneberger heran. Barbara war mit einer Auflage von 250.000 Stück gestartet, die wegen der starken Nachfrage dann noch einmal um 50.000 aufgestockt wurde. Denn G+J hatte wegen des Überraschungserfolgs weitere Hefte nachgedruckt. Auch jetzt konnte die verkaufte Auflage des Frauen-Titels noch einmal zulegen. Der Heftabsatz von Barbara kletterte im 2. Quartal um 4,85 Prozent auf 110.064 Stück gegenüber dem vergleichbaren Vorjahresquartal.

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JWD und Barbara sind allerdings auch auf sehr unterschiedlichen Feldern unterwegs. Das Segment der Männer-Magazine ist deutlich kleiner und härter umkämpft. Doch der JWD-Verantwortliche und stern-Chefredakteur Christian Krug hatte zum Heftstart noch gehofft, dass sich Joko Winterscheidts Druckerzeugnis vom Männer-Segment abkoppeln könnte. “JWD ist nicht unbedingt ein Männermagazin, sondern ein Heft, das sich seine Zielgruppe selbst sucht”, sagte der stern-Chef, “vielleicht wird es ja der Männertitel mit der größten weiblichen Leserschaft.” Das war möglicherweise eine Fehleinschätzung. Der Verlag hat bislang noch keine Zahlen zur Struktur der Heftkäufer verraten.

Meike Abel, Direktorin Beratung Media bei pilot Hamburg, sah bereits zum Heftstart die Absatzentwicklung von JWD kritisch. Gegenüber MEEDIA befürchtete sie, dass der Verkauf bereits nach der ersten Ausgabe stocken könnte: „Danach könnte es aber etwas schwieriger werden, die Zielgruppe klar zu adressieren, denn so polarisierend wie Joko selbst ist, so kantig und unangepasst kommt auch das Magazin JWD daher“, urteilte die Printspezialistin. Langfristig dämpfte Abel die Zukunftsaussichten des Produkts: „Dauerhaft eine Leserschaft zu finden und zu binden, die dieses Füllhorn an Themen nachfragt, wird nicht ganz einfach sein“, betonte die Pilot-Managerin.

Die unterschiedlichen Erfahrungen, die Gruner + Jahr im Verkauf mit Barbara, dem von Eckhard von Hirschhausen revitalisierten stern Gesund leben sowie jetzt JWD macht, zeigen, wie sensibel der Markt für Personality-Heftkonzepte ist. Selbstläufer sind solche Konzepte nicht. In der von G+J unter Produkt-Chef Stephan Schäfer initiierten und maßgeblich befeuerten Zeitschriftenkategorie wird es im Oktober einen weiteren Neuzugang vom Baumwall geben: Dann kommt ein Magazin um den Designer und „Shopping Queen“-Moderator Guido Maria Kretschmer an die Kioske, produziert wie Barbara von der Brigitte-Gruppe und mit einem sicher nicht geringen Verkaufspotenzial.

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Alle Kommentare

  1. Ich gönne ihm den Erfolg. Besser als Fundraising für Schlepperschiffe im Mittelmeer und Propaganda für die SPD zu betreiben, so wie es sein siamesischer Zwillingsbruder Klaas nach der erfolgreichen Trennung mittlerweile macht.

  2. Meine Expertenmeinung zum Heft, nach langjähriger Marktbeobachtung und IVW Analyse: Das Heft hält sich maximal 2 Jahre. Danach gibts eine Online Ausgabe.

  3. “verkaufte Hefte” ist ja bei Verlagsangaben ein dehnbarer Begriff.

    Das Magazin war ein Flop mit Ansage, denn die Zielgruppe kauft keine Zeitschriften.

    Selbst wenn Joko also kein totaler Un­sym­path wäre, das Teil würde keiner kaufen.

    Partner Klaas hats im Unterschichten-TV grundsätzlich einfacher, aber die Quoten werden auch weiter einbrechen. Die Beiden sind systemkonforme Pseudorebellen.

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