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Wochenrückblick: Boulevardakte Ullrich, ein Ex-Bild-Chef als Rock’n’Roll-Dad in Wacken und Kachelmann in Hoch-Form

In diesem Wochenrückblick: Udo Röbel in Wacken, Ulle in den Medien, Jörg Kachelmann im Erklärmodus
In diesem Wochenrückblick: Udo Röbel in Wacken, Ulle in den Medien, Jörg Kachelmann im Erklärmodus

Die tragische(n) Geschichte(n) rund um den gefallenen Ex-Radprofi Jan Ullrich zeigen auch, dass hässliche Medien-Reflexe noch funktionieren. Ex-Bild-Chef Udo Röbel meldet sich wacker aus Wacken. Und Jörg Kachelmann war als Wetter-Kolumnist noch nie so wertvoll wie heute. Die MEEDIA-Wochenrückblick-Kolumne.

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Diese ganze Geschichten rund um Ex-Radprofi Jan Ullrich sind reichlich bizarr. Oder wie es mein Kollege Christian Meier von der Welt in unserem Podcast (siehe unten) formuliert hat: “Der feuchte Traum eines Boulevardjournalisten.” Aktuell berichtet die Bild, dass Ullrich aus einem Frankfurter Nobel-Hotel heraus verhaftet wurde. Ihm wird gefährliche Körperverletzung einer Prostituierten vorgeworfen. Jan Ullrich liefert aktuell am laufenden Band saftige Stories fürs Sommerloch. Aber wenn man sieht, wie er nach seiner Gefängnisnacht auf Mallorca von Reportern und Kamerateams bestürmt und bedrängt wurde, ist das gar nicht schön. Weder Ullrich, noch die geifernden Medienvertreter machen da eine gute Figur. Das alte Bild von der “Meute” ist wieder da, die Paparazzi-Reflexe funktionieren offensichtlich immer noch.

Übermedien hat dazu ein sehenswertes Video gemacht:

Die Medien lege bei solchen Geschichten auch mit schöner Regelmäßigkeit eine Doppelmoral an den Tag. Es wird gleichzeitig angeprangert und ausgeschlachtet. Nur ein Beispiel: Bei stern.de setzte sich Micky Beisenherz kritisch damit auseinander, wie Medien mit Ullrich umgehen: “Stets begleitet von den für so etwas besonders empfänglichen Medien gelang ihm ein lupenreiner Hattrick aus ‘Doping-Beichte’, ‘Suff-Fahrt’ und ‘Festnahme!’ Das ist nie schön und führt mitunter zu unwürdigen Szenen.” Um “unwürdige Szenen” zu sehen, mussten sich die Leser nicht groß wegbewegen. Mitten in den Beisenherz-Text hinein hat die Redaktion ein Video montiert, das die ganze Boulevard-Akte-Ullrich zu Rock-Musik nochmal genüsslich aufrollte. Man könnte sensibler vorgehen.

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A propos Rock: Was macht eigentlich Ex-Bild-Chef Udo Röbel so den lieben, langen Tag? Er besuchte zum Beispiel das legendäre Hardrock-Festival in Wacken, und zwar (auch) aus familiären Gründen. Sein Sohn trat dort nämlich mit seiner Kapelle Plainride auf. Der stolze Rock’n’Roll-Dad (nennt man das so?) ließ die Branchen-Gemeinde via Facebook teilhaben:

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Die New York Times hat diese Woche ihre aktuelle Quartalsbilanz vorgelegt und darin ist von Medienkrise wenig zu spüren. Innerhalb nur eines Quartals gewann die Zeitung 109.000 neue zahlende Digital-Abonnenten. Mittlerweile haben knapp 3 Mio. Leute die NYT Digital-only abonniert. Rechnet man jene hinzu, die Print plus Digitalabos haben, kommt man auf knapp 4 Mio. Der operative Gewinn stieg um über 50 Prozent! Für die New Yorker rechnet sich das Geschäft mit der Masse. Da die NYT als englischsprachiges Medium theoretisch die ganze Welt als Verbreitungsgebiet hat, kann sie es sich leisten, Digitalabos extrem billig anzubieten. Das Basisangebot gibt es für nur einen Dollar pro Woche! Einerseits machen diese Zahlen Hoffnung. Andererseits steckt hier auch die Gefahr, dass es irgendwann nur noch einige wenige, globale Großmedien geben könnte, für die die Logik der Digital-Ökonomie funktioniert.

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Zu Hochform läuft in diesen heißen und vor allem trockenen (!) Tagen Wetter-Experte Jörg Kachelmann auf. Der betextet bereits seit einiger Zeit eine Wetter-Kolumne bei t-online.de, die gerade in diesen Tagen des Extrem-Wetters sehr lesenswert ist. Denn: Kachelmann kennt sich nicht nur mit dem Wetter aus, er schreibt auch sehr amüsant und kurzweilig, wenn er beispielsweise mit den hartnäckigsten Hitze-Mythen der Deutschen aufräumt (“Durchzugs-Lüge”, “Mythos Mittagshitze”). So witzig war er selbst in seinen besten ARD-Tagen nicht. “Kachelmanns Donnerwetter” nennt sich die Rubrik, was ganz passend erscheint, wo doch die Kachelmann’sche Temperamentnadel öfter mal in den roten Bereich tendiert …

Entspanntes Wochenende!

PS: In der aktuellen Folge unseres Podcasts “Die Medien-Woche” sprechen mein Kollege Christian Meier von der Welt und ich über Jan Ullrich und wie die Medien mit ihm umgehen. Es geht um den obersten Verschwörungstheoretiker der USA, Alex Jones, der bei Facebook, YouTube & Co. rausgeworfen wurde. Und wir diskutieren, was deutsche Medien von den guten Abozahlen der New York Times lernen können und was eben nicht. Viel Spaß beim Reinhören!

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