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Umfrage: Jeder vierte US-Bürger würde Präsident Trump erlauben, kritische Medien zu schließen

Trumps Hass auf die Medien scheint auch in der Bevölkerung anzukommen
Trumps Hass auf die Medien scheint auch in der Bevölkerung anzukommen

Dass Donald Trump kein Freund der Medien ist, hat er immer wieder klar gemacht. Doch auch große Teile der US-Bevölkerung scheinen sich von seiner Rhetorik anstecken zu lassen. Das legt eine neue Umfrage nahe. Fast ein Viertel spricht sich dafür aus, dass der Präsident die Möglichkeit haben sollte, Medien zu schließen, die sich "nicht gut" verhalten. Etwa 29 Prozent sehen die Medien gar als "Feinde des amerikanischen Volks".

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Es sind beängstigende Ergebnisse, die das amerikanische Umfrage-Institut Ipsos präsentiert, das über 1.000 Amerikaner für die Studie befragt hat. Sie zeigen, dass auch ein großer Teil der US-Bevölkerung Misstrauen gegenüber den Zeitungen, Nachrichtenportalen und Fernsehsendern des Landes hegt – nicht nur ihr aktueller Präsident.

Zunächst die gute Nachricht: Die Mehrheit der Befragten, nämlich 85 Prozent, glauben, dass die Pressefreiheit für die amerikanische Demokratie wichtig ist. Zwei Drittel sind außerdem der Meinung, dass Reporter vor der Einflussnahme von Staat oder großen Unternehmen geschützt werden müssen.

So weit, so gut. Doch viel mehr Positives für die amerikanische Medienlandschaft bringt die Umfrage nicht hervor. Besonders erschütternd: Jeder Vierte würde dem Präsidenten erlauben, Redaktionen schließen zu dürfen, die sich schlecht verhalten (“engaged in bad behavior”). Bei den Republikanern sind sogar 43 Prozent dieser Meinung. Geht es um die großen Medienhäuser CNN, Washington Post und die New York Times, die besonders häufig im Visier von Trump stehen, befürworten aber nur 13 Prozent der Amerikaner, dass der Präsident die Redaktionen schließen dürfe – 23 Prozent der Republikaner und 8 Prozent der Demokraten.

Die politische Spaltung dieser Gruppen wird auch in einer anderen Frage sichtbar: 79 Prozent der Republikaner werfen den Medien vor, Trump unfair zu behandeln. Bei den Demokraten sind es lediglich 11 Prozent. Dennoch stimmt fast jeder Dritte der Meinung von Trump zu, die amerikanischen Medien seien Feinde des Volkes, bei Trumps Anhängern sogar jeder Zweite. 59 Prozent kritisieren, dass es den Medien mehr um Geld geht, als darum, die Wahrheit zu schreiben.

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Eine Frage des Vertrauens

Das Institut hat auch untersucht, welchen Medien die Amerikaner vertrauen. Am besten stufen die Befragten den Weather Channel ein, gefolgt von der TV-Senderkette PBS und der britischen Rundfunkanstalt BBC. Am wenigsten vertrauen die Amerikaner dem rechten Portal Breitbart sowie dem Newsangebot Daily Beast.

Zwischen den Parteien gibt es auch hier große Unterschiede: 77 Prozent der Republikaner geben an, Trumps bevorzugten TV-Sender Fox News zu vertrauen, 23 Prozent tun dies nicht – bei den Demokraten ist das genau andersherum. Die New York Times halten hingegen neun von zehn Demokraten für vertrauenswürdig, während nur 38 Prozent der Republikaner der gleichen Ansicht sind. Ähnlich sieht es bei der Washington Post und bei CNN aus.

Den Informationen von Trump selbst glauben übrigens nur 40 Prozent der Amerikaner – zwei Drittel der Republikaner und nur einer von zehn Demokraten.

(rt)

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Alle Kommentare

  1. Anhänger von Millionären, die Millionäre auf Ministersessel setzen, Millionäre auf weitere wichtige Mandate hieven und Millionären die Steuern senken, konsumieren bevorzugt Nachrichten auf privaten Sendernetzwerken, die von Millionären zur Unterstützung der politischen Agenda von Millionären ausgerichtet werden.

    Dort erfahren sie dann, dass Nordkorea, Syrien, der Iran, Putin persönlich, China, Kuba, Mexiko und Venezuela die größten Bedrohungen der Menschheit darstellen. Und dass der Bildungsministerin eine ihrer 10 Yachten weggeschwommen ist. “Haltet den Dieb!”

  2. Offensichtlich ein Übersetzungsfehler: Trump sagt, dass die “fake news media” ein Feind des amerikanischen Volkes sind.

    Unsere Anti-Trump-Medien machen daraus: Trump sagt, die amerikanischen Medien *insgesamt* seien die Feinde des amerikanischen Volkes.

    Ist der Bericht also fake news? Oder können sich die deutschen Medien gar nicht mehr vorstellen, dass Journalisten auch ehrlich und fair sein könnten?

    1. Nein, kein Übersetzungsfehler und somit auch keine „Anti-Trump-Medien“ oder „ist der Bericht also fake news“: „the news media is the enemy of the American people“! Und: Nicht „Trump sagt, dass die “fake news media” ein Feind des amerikanischen Volkes sind“, wie Sie meinen gelesen zu haben, sondern „almost a third of the American people (29%)“, wobei auch hier im Artikel steht: „stimmt fast jeder Dritte der Meinung von Trump zu, die amerikanischen Medien seien Feinde des Volkes“.

      Wie schon oft geschrieben: Artikel lesen, dann verstehen; falls nicht verstanden, nochmals lesen; falls dann verstanden, kommentieren; falls immer noch nicht verstanden, Kommentar unterlassen! Oder geht es Ihnen nur darum, überall niveaulosen braunen Senf zu hinterlassen, der zudem auch noch ein Fake-Senf ist, weil er nach nichts schmeckt?

      Ach, Sie „bilden“ sich ja mit BILD, wie Sie an anderer Stelle schrieben! Das erklärt alles …

      1. Ach Ronald. Das Trump-Zitat ist direkt vor Ihrer Nase und die wichtigsten Worte hat er (extra für Sie) sogar groß geschrieben:

        The FAKE NEWS media (failing @nytimes, @NBCNews, @ABC, @CBS, @CNN) is not my enemy, it is the enemy of the American People!

        Sogar Sie als Altlinker könnten es begreifen, wenn Sie sich bemühen würden. Die aufgelisteten Fake-News-Medien sind die Angegriffenen, nicht sämtliche Medien. Aber wie der Name schon sagt, versuchen die Fake-News-Sender und Fake-News-Zeitungen natürlich, das Zitat zu verkürzen um so von ihrer eigenen manipulativen Berichterstattung abzulenken.

      2. Ich bezog mich auf die oben unter dem Teaser im ersten Absatz verlinkte Studie und nicht auf den Tweet, der übrigens vom 17. Februar 2017 (!) datiert und im im Originalartikel, datiert vom 7. August 2018 (!), keine Verwendung findet.

        Ein Blick in den Originalartikel (und auf das jeweilige Datum!) hätte geholfen. Ansonsten: Mäßigen Sie sich in Ihrem Ton und stellen Sie hier keine Behauptungen an, die Sie nicht belegen können!, wie in Ihrem dritten Absatz!

  3. “engaged in bad behavior” heißt hierzulande Haltungsjournalismus, unterwandert tatsächlich die Pressefreiheit und stützt mit massiv tendenziöser Berichterstattung bzw. maximaler Verteufelung konservativer Positionen das linksgrüne Merkel-Regime.

  4. “…kritische Medien zu schließen…”

    Gibts da noch welche?
    Hier, außer TE und JF doch nicht mehr.

    Über was regen die sich denn da jetzt auf?

    1. Der gemeine Linksjournalist kotzt schon im Strahl wenn er das Gesicht von Donald Trump nur sieht.

      Er erinnert sie an ihre bittere Niederlage 2016, dem totalen Scheitern ihrer globalen US-Wahl-Propaganda. Daher muss Trump erbarmungslos und permanent bekämpft werden.

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