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Sparkurs beim Braunschweiger Zeitungsverlag: Funke-Tochter plant redaktionellen und kaufmännischen Pool

Funke-Manager Ove Saffe baut bei der Braunschweiger Zeitung um
Funke-Manager Ove Saffe baut bei der Braunschweiger Zeitung um

Schlankheitskur bei der BZV Medienhaus GmbH: Die Funke Mediengruppe strafft die Organisation ihrer Braunschweiger Verlagstochter. Die Geschäftsführung plant, eine Art kaufmännischen und redaktionellen Pool aufzubauen. Vorgesehen ist, Sekretariate aus allen umliegenden Lokalredaktionen, Vertrieb- und Serviceabteilungen in einer Einheit zu bündeln. Betroffen von der Maßnahme sind angeblich rund 20 Mitarbeiter.

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Die Funke Mediengruppe tritt weiter auf die Kostenbremse: Erst will der Essener Regionalzeitungsverlag den Vertrieb seiner Tochter von Hamburg bis Braunschweig in einer eigenen Einheit konzernweit ausgliedern, jetzt folgt ein Umbau im kleineren Stil bei der Braunschweiger Verlagstochter BZV Medienhaus GmbH, in der die Braunschweiger Zeitung erscheint. Die Geschäftsführung des niedersächsischen Regionalzeitungshauses will die Firmenstrukturen weiter straffen. Vorgesehen ist, die Sekretariate aus allen umliegenden Lokalredaktionen, Vertrieb- und Serviceabteilungen in einer Einheit zu bündeln. Betroffen von der Maßnahme sind angeblich rund 20 Mitarbeiter. Die Neuausrichtung soll voraussichtlich zum 1. Oktober erfolgen, heißt es. Das Zeitungshaus verfügt über diverse Lokalredaktionen – darunter in Peine und Gifhorn. Redakteure werden nicht in dem Pool ziehen.

Auslöser für die Maßnahme könnte der Umbau des Vertriebsapparats sein. Der frühere Spiegel-Geschäftsführer Ove Saffe prüft derzeit, den Vertrieb konzernweit zu zentralisieren. Dadurch würden auch Aufgaben am Standort in Braunschweig entfallen, ein Teil der hier frei werdenden Mitarbeiter könnte in dem neuen Pool unterkommen. Saffe will mit dem Umbau des Vertriebs die Personalkosten drücken, indem er den Vertriebsprozess konzernübergreifend an einem Standort bündelt. Der neue Kurs im Vertrieb ist aber nur ein Teil: die Funke Mediengruppe verfolgt derzeit eine neue Internet-Strategie. Sie testet beim Hamburger Abendblatt einen neuen Kurs, um die Digital-Abos zu steigern. Dazu will die norddeutsche Regionalzeitung, die Berichterstattung inhaltlich vertiefen.

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Die Braunschweiger Zeitung, publizistisches Flaggschiff der BZV Medienhaus GmbH, leidet wie alle Regionalzeitungen seit Jahren unter schleichenden Auflagenrückgängen. So sank die verkaufte Auflage im 2. Quartal 2018 auf 73.676 Exemplare. Das ist ein Minus von 3,35 Prozent gegenüber dem vergleichbaren Vorjahresquartal. Ein Funke-Sprecher bestätigt gegenüber MEEDIA die Maßnahme in Braunschweig. Als Grund für die Bildung des Pools nennt er „Prozessoptimierung“. Er solle aber nicht in einer eigenen Gesellschaft ausgegliedert werden. Auch sei er kein Vorbild für andere Verlagstöchter des vielverzweigten Medienhauses, in dem unter anderem das Hamburger Abendblatt, die Thüringer Allgemeine oder WAZ erscheinen.

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