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Panne beim ZDF: “heute journal” lässt politische Aktivität einer Protagonistin als FDP-Kandidatin unerwähnt

Anke Pöhlmann mit ihrem Sohn im ZDF-“heute journal”. Was der Zuschauer nicht weiß: Pöhlmann ist FDP-Politikerin
Anke Pöhlmann mit ihrem Sohn im ZDF-"heute journal". Was der Zuschauer nicht weiß: Pöhlmann ist FDP-Politikerin

Das "heute journal" hat vergangenen Donnerstag einen Beitrag über Alleinerziehende in Deutschland ausgestrahlt. Als Protagonistin zeigte das ZDF eine Frau mit einem kleinen Kind. Was die Zuschauer jedoch nicht erfuhren: Die Frau ist FDP-Politikerin in Bayern - und setzt sich politisch selbst für die einfache Kindererziehung ein. Redaktionsleiter Wulf Schmiese hat sich inzwischen für den Fauxpas entschuldigt.

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Der Beitrag über die schwierige finanzielle Situation von Alleinerziehenden in Deutschland (hier in der Mediathek) lässt zwei Betroffene zu Wort kommen. Eine davon: Anke Pöhlmann. Das “heute journal” stellt sie als 29 Jahre alte Mutter vor, die ihren elf Monate alten Sohn Anton großzieht. Mit der Schwangerschaft habe sie ihren Job verloren, brauchte eine neue Wohnung und “musste von Kinder-, Elterngeld und Unterhaltsvorschuss leben”. Finanziell würde sie die Situation sehr belasten. Doch seit kurzem könne die Alleinerziehende dank “eines guten Arbeitgebers” wieder in ihrem alten Beruf tätig sein, allerdings Zuhause am Schreibtisch.

Pöhlmann erzählt in dem Film ausführlich über ihre Situation – doch der Zuschauer erfährt nichts über ihren politischen Hintergrund. Aktuell tritt sie nämlich für die FDP im Kreis München-Mitte bei der bayerischen Landtagswahl an. In der Stadt ist auf mehreren Plakaten ihr Gesicht zu sehen. Eine Variante sogar mit dem Wahlspruch: “Familienzeit statt Wartenummer! Leben mit Kindern einfacher machen.”

Der Zuschauer könnte denken, dass Pöhlmann eine x-beliebige, alleinerziehende Mutter ist, die von der ZDF-Redaktion ausgewählt wurde. Einzig ein mobiler Akku mit der kaum lesbaren Aufschrift “Freie Demokraten”, der in dem Film auf dem Schreibtisch der Protagonistin liegt, deutet auf ihre Nähe zur FDP.

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Dass das “heute journal” die politische Aktivität Pöhlmanns so kurz vor der Wahl in Bayern verschweigt, ist ungewöhnlich. Zumal die zuständige Redakteurin davon gewusst haben müsste: “Es war bekannt, dass ich Landtagskandidatin bin und es sollte zumindest auf ‘politisches Engagement’ hingewiesen werden”, sagt Pöhlmann auf MEEDIA-Nachfrage. “Der Bericht sollte in seiner Aufmachung jedoch themenfokussiert und keine politische Berichterstattung oder Wahlkampfunterstützung werden. Das war der Tenor der Redaktion.”

Rückblickend muss das ZDF einen Fehler eingestehen. Dass Pöhlmann politisch aktiv ist, sei “im Redaktionsablauf verlorengegangen”, erklärte Redaktionsleiter Wulf Schmiese gegenüber der FAZ. Jedoch stecke hinter dem Fehler kein Vorsatz. Zeitgleich bat Schmiese um Entschuldigung und betont, dass sich so etwas nicht wiederholen dürfe.

Nachtrag: Auf Facebook hat sich die Politikerin mittlerweile öffentlich geäußert. Sie befürwortet die Entscheidung des ZDF, nicht die Kandidatur in den Fokus zu rücken. Dennoch bleibt die Tatsache, dass ihre politische Aktivität in dem Beitrag unerwähnt blieb, wofür sich das ZDF entschuldigt hatte.

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Alle Kommentare

  1. Das Staatsfernsehen muss ja echt verzweifelt sein wenn es jetzt schon alleinerziehende FDP-Muttis in Bayern pusht, hahahahaha!

  2. Grober Fehler, der nicht hätte passieren dürfen.
    Aber Vorsatz vermag ich beim Sender nicht zu erkennen, so gerne ich das auch täte.

    1. Keine Fehler macht nur, wer nicht arbeitet. Deshalb sind Sie fein raus und haben noch jede Menge Zeit, sich hier zu erleichtern. Glückwunsch!

  3. Fauxpas und Panne.

    Das ist wohl rücksichtsvoll untertrieben.
    Es ist ja nicht, dass erste Mal, dass die journalistischen Idioten von ARD und ZDF bei der Manipulation als Lügenpresse und Lückenpresse entlarvt wurden. Dann noch dämlich von “verloren gegangen” zu stammeln, zeigt nur die institutionalisierte Charakterschwäche, der vielleicht dem Umstand geschuldet ist, dass kein normaler Mensch sich mehr mit diesen Dilettanten einlassen will und es so immer mehr politische Berichterstattung, unmittelbar von Parteimitgliedern initiiert, gibt.
    Immerhin erfrischend mal was mit der FDP.
    Der Kampagnenjournalismus des “staatsfernen” Rundfunks für die spinnerten Grünen oder die fanatischen Sektenmitglieder der Linken hängt einem ja schon zum Hals raus.

  4. Das ZDF IST Dauerpanne. Genau wie der Staatsfunkrest nichts zur rücksichtslosen, rotgrünfeministischen Familiendekonstruktion, inklusive mediales Begleit-Framing ‘Karrierehemmnis Kind’ und A-2010-Niedriglohn.
    Alles in allem über Jahrzehnte das ganze Gegenteil von Familienzusammenführung mit dem Ergebnis: ‘solidarischer’ Single-Hedonismus in BERliner Zweiraumwohnungen.

    Man kann Politik&Medien zu der nachhaltig und mit typisch deutscher Gründlichkeit geschaffenen ‘Notwendigkeit von Zuwanderung/Clan-Wirtschaft’ wirklich nur gratulieren.

  5. Kaum macht man maaaal nicht Produktplatzierung für die Grünen fliegt einem das um die Ohren.

    Hat sich der kommende “Starke Mann” der Grünen schon geäussert? Bestimmt heute abend … live aus Kiel … vom Dienstsitz seines Neben-Amtes, dem Ministerium für Rüben und Kuhscheisse

  6. Wow, die Kommentarspalte auf Meedia besteht fast nur aus fünf Leuten, die unabhängig vom Text immer den gleichen Sermon schreiben.

    Ich bin dann mal weg.

    1. Stimmt. Und sie beleidigen Frauen siehe “Ben” oder “RTE2018” und haben alle nichts zur Sache beizutragen ausser sich zu beharken. Wie peinlich.

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