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“Versenden” statt “Teilen”: Warum Facebooks neuer Test kein gutes Zeichen für Medienmacher ist

Facebook-Moderatoren müssen sich mit belastenden und teils gewalttätigen Inhalten auseinandersetzen
Facebook-Moderatoren müssen sich mit belastenden und teils gewalttätigen Inhalten auseinandersetzen

Weil private Chat-Dienste wie WhatsApp immer beliebter werden, will Facebook womöglich seinen "Teilen"-Button durch einen "Versenden"-Button ersetzen. Das legen Tests nahe, die derzeit offenbar in kleinem Rahmen durchgeführt werden. Für das Soziale Netzwerk würde die Änderung Sinn ergeben. Medienmacher müssten sich aber auf sinkende Reichweiten ihrer Posts einstellen (mal wieder).

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Noch ist die Änderung nicht offiziell und bisher nur für wenige Nutzer sichtbar. Doch sie könnte starke Folgen für die Reichweite von Unternehmen und Nachrichten-Webseiten bei Facebook haben. Das Netzwerk überlegt derzeit, den “Teilen”-Button abzuschaffen, über den Nutzer bislang jegliche Beiträge öffentlich in ihrer Timeline verbreiten konnten. An seiner Stelle könnte in Zukunft ein “Message” (“Versenden”)-Button stehen. Posts ließen sich damit lediglich in privaten Chaträumen von WhatsApp oder dem Facebook Messenger teilen, nicht aber öffentlich.

Entdeckt hat die Änderung der Social-Media-Profi Matt Navarra, der früher bei der US-Plattform “The Next Web” gearbeitet hat. Auf Twitter teilt er ein Screenshot von dem Test:

Natürlich ist keineswegs klar, ob Facebook die Änderung bei allen Nutzern durchsetzen wird. Für das Soziale Netzwerk aber könnte ein “Message”-Button durchaus Sinn ergeben. Schon seit 2015 ist Zahl der aktiven Nutzer bei den vier größten Chat-Diensten erheblich höher als die bei den vier größten Social-Media-Plattformen. Viele Nutzer verzichten darauf, Inhalte öffentlich und damit dauerhaft auf ihrer Timeline zu teilen und verwenden dafür lieber private Chats oder Dienste wie Snapchat, wo die Inhalte nur einer ausgewählten Gruppe oder auf Zeit zugänglich sind. Der Datenskandal auf Facebook dürfte diesen Trend verstärkt haben. Denn dadurch sind die User noch mehr auf den Schutz ihrer Daten bedacht.

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Facebook dürfte erkannt haben, dass weniger Leute in dem Netzwerk aktiv Inhalte teilen, während der Trend bei privaten Messengern zunimmt. Anders wäre der mögliche Wechsel der Teilen-Option unter den Posts nicht zu erklären. Zwar ist es bislang auch möglich, Posts über den Facebook Messenger zu verbreiten, dies jedoch erst über einen zweiten Klick.

Weniger Reichweite für Facebook-Beiträge

Medienmacher dürften die getestete Änderung indes zwiespältig sehen. Wenn es so kommen sollte, dass Nutzer nunmehr keine (unkomplizierte) Möglichkeit mehr haben, Beiträge in ihre Chronik zu teilen, würde die organische Reichweite der Beiträge auf dem Sozialen Netzwerk erheblich sinken. Schließlich erhöht das manuelle Teilen von Posts auch deren Sichtbarkeit. Beiträge wären damit noch mehr von dem Facebook-Algorithmus abhängig als bislang. Anfang des Jahres hat eine Änderung dieses Algorithmus bereits die Reichweite von Seiten erheblich gesenkt und im Social Web für Empörung gesorgt.

Auf der anderen Seite könnte ein “Message”-Button die Nutzer dazu animieren, öfter Beiträge privat zu teilen. Das wiederum lässt die Reichweite der Artikel über alle Plattformen hinweg steigen. Weil Messenger allerdings nicht öffentlich sind, ist deren erreichte Gruppe im Vergleich zum Facebook-Share deutlich kleiner.

Die Facebook-Änderung ist unter Vorbehalt zu beobachten. Es ist keineswegs klar, ob und wann das Soziale Netzwerk den “Message”-Button wirklich einführt. Doch allein der Test des Sozialen Netzwerkes zeigt, dass man sich intern auf eine Neuausrichtung vorbereitet.

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