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Smart-Speaker-Boom: Sonos startet erfolgreich an der Börse – dennoch droht das Schicksal von GoPro und FitBit

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Der Lautsprecher-Spezialist Sonos ist in der vergangenen Woche erfolgreich an der US-Technologiebörse Nasdaq debütiert. Die Kalifornier konnten ihren im Vorfeld reduzierten Ausgabekurs deutlich überbieten und werden nach zwei Handelstagen mit Kurszuwächsen von in der Spitze über 50 Prozent bereits mit mehr als zwei Milliarden Dollar bewertet. Doch ist der Pionier von vernetzten Lautsprechern langfristig der stimmgesteuerten Speaker-Offensive der Tech- und Internetriesen Amazon, Google und Apple gewachsen?

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Sonos hatte bei seinen Börsenplänen auf den letzten Metern durch die schwachen Quartalsergebnisse von Internetschwergewichten wie Facebook, Netflix und Twitter Abstriche hinnehmen müssen.

Ende Juli legte der bereits 2002  gegründete Lautsprecher-Spezialist aus Kalifornien die Preisspanne für seine Aktie auf 17 bis 19 Dollar fest, auf deren Basis Sonos einen Börsenwert von 1,9 Milliarden Dollar aufrufen konnte. Ursprünglich hatte Sonos eine Bewertung von 2,5 bis 3 Milliarden Dollar angestrebt.

Sonos-Aktie startet mit 33-Prozent-Sprung

Doch Sonos-Aktien wurden noch billiger. Wegen der wachsenden Ausverkaufsstimmung bei Internet- und Technologieaktien in den vergangenen zwei Wochen teilte CEO Patrick Spence die Anteilsscheine zeichnungswilligen Anlegern tatsächlich zu Kursen von nur 15 Dollar zu, um den Börsengang nicht zu gefährden.

Nach zwei Tagen an der Wall Street wird nun klar, dass Sonos doch beim ursprünglichen Pricing hätte bleiben können und Geld auf dem Tisch liegen ließ. Gegenüber dem Ausgabekurs legte die Sonos-Aktie, die an der Technologiebörse Nasdaq  unter dem Tickersymbol SONO geführt wird, am vergangenen Donnerstag zum Börsendebüt gleich um mehr als 30 Prozent auf knapp 20 Dollar zu.  Am Freitag legten die Anteilsscheine des Lautsprecher-Anbieters um weitere 6 Prozent auf 21 Dollar zu. Sonos wird damit bereits mit einer Marktkapitalisierung von mehr als 2 Milliarden Dollar bewertet.

Kann sich Sonos langfristig gegen Amazon, Google und Apple behaupten?

Trotz des erfolgreichen Börsengangs hängt eine Wolke der Skepsis über dem kalifornischen Hardware-Unternehmen. Zwar hat sich Sonos durch seine vernetzten Lautsprecher im Haushalt einen Namen gemacht (mehr als 61 Prozent  der Haushalte besitzen mehr als eine Box, 27 Prozent sogar mehr oder mehr Sonos-Produkte), ist auf den Trend der smarten Speaker mit Stimmsteuerung allerdings spät aufgesprungen – und steht mit Amazon, Google und nun auch Apple schier übermächtigen Tech-Rivalen auf dem wachsenden Lautsprechermarkt gegenüber.

Im Gespräch mit dem Finanzportal Marketwatch streicht Finanzchef Mike Groeninger die Langlebigkeit der Sonos-Lautsprecher von einer Dekade und mehr als Alleinstellungsmerkmal heraus, doch bereits andere hoch gewettete Nischenplayer im Hardware-Segment mussten in den vergangenen Jahren eine spektakuläre Aufstiegs-und-Fall-Geschichte verkraften.

Schatten von GoPro und FitBit
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Sowohl der Actioncam-Anbieter GoPro entwickelte sich zum Börsendebüt 2014 zunächst zum Überflieger als auch 2015 Wearables-Platzhirsch FitBit. Beide Aktien sind heute indes nur noch einen Bruchteil der einstigen Höchstkurse wert, während der Börsenwert jeweils auf rund eine Milliarde Dollar zusammengeschrumpft ist. Sonos wird sich in den kommenden Quartalen und Jahren anschicken müssen, ein ähnliches Schicksal zu vermeiden.

Wie aus dem im Juli veröffentlichten Börsenprospekt hervorgeht, haben die Kalifornier bis Ende März 19 Millionen Produkte verkauft, die weltweit in 6,9 Millionen Haushalten im Einsatz sind, was einer Verwendung von drei Produkten pro Haushalt entspricht.

Im vergangenen Geschäftsjahr  konnten die Kalifornier allein 4,6 Millionen Lautsprecher verkaufen und insgesamt immerhin bereits 992,5 Millionen Dollar umsetzen. In den sechs Monaten von Anfang Oktober 2017 bis Ende März 2018 zogen die Erlöse bereits auf 655,7 Millionen an – Sonos konnte zudem einen Nettogewinn von 13,1 Millionen Dollar ausweisen.

Boomender SmartSpeaker-Markt wird von Amazon und Google dominiert

Nach Erhebungen des Marktforscher Strategy Analytics wird der boomende Smart Speaker-Markt jedoch weiter von Amazon und Google dominiert. Der nach Apple zweitwertvollste Konzern der Welt hat nach Angaben von Strategy Analytics allein im ersten Quartal  4 Millionen Echo-Lautsprecher verkauft und bringt es damit auf einen Marktanteil von 43,6 Prozent.

Auch Google hat mit seinem Smart Speaker Home deutlich zugelegt und bringt es auf 2,4 Millionen verkaufte Einheiten bzw. einen Marktanteil von immerhin schon 26,5 Prozent. Chinas E-Commerce-Gigant Alibaba kommt auf 700.000 verkaufte intelligente Lautsprecher, während Apple mit 600.000 verkauften HomePod  im Auftaktquartal debütiert sein soll. Sonos selbst bietet erst seit Kurzem einen SmartSpeaker (One) und eine smarte Soundbar (Beam) an, die auf Amazons Sprachssistentin Alexa basieren.

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