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Brides, Golf Digest und W vor dem Verkauf? US-Magazin-Riese Condé Nast kämpft gegen hohe Verluste

Condé Nast-CEO Robert A. Sauerberg
Condé Nast-CEO Robert A. Sauerberg

Der amerikanische Zeitschriftenverlag Condé Nast, zu dem renommierte Titel wie Vogue, Vanity Fair und The New Yorker gehören, will das Magazinportfolio straffen und seinen Sparkurs verstärken. Das Unternehmen erwägt laut einem Medienbericht, sich von den drei Titeln Brides, Golf Digest und W zu trennen. Denn das traditionsreiche Verlagshaus schreibt angeblich millionenschwere Verluste.

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Condé Nast kommt nicht zur Ruhe. Erst stellte das Verlagshaus die Teen Vogue ein und verringerte die Erscheinungsfrequenz von diversen Zeitschriften wie GQ, Glamour, Allure und Architectural Digest, jetzt gewinnt offenbar der Umbau des Magazinportfolios weiter an Fahrt. Nach einem Bericht der New York Times plant das Zeitschriftenhaus, sich von den Titeln Brides, Golf Digest und W zu trennen. Die Geschäftsführung wolle entsprechende Kaufangebote einholen.

Zu dem Schritt geraten hätte die Unternehmensberatung Boston Consulting Group, die das Verlagshaus wieder auf Ertragskurs bringen soll. Denn das Unternehmen schreibt hohe Verluste. Laut NYT erwirtschaftete Condé Nast 2017 einen Jahresfehlbetrag von 120 Millionen Dollar. Schuld an den Miesen seien stark rückläufige Werbeeinnahmen. Zudem nehme der Druck auf die Print-Auflagen zu. Verantwortlich hierfür ist laut NYT ein verändertes Medienkonsumverhalten durch Plattformen wie Instagram, Snapchat und YouTube. Einzelheiten zum weiteren Umbau der Gesellschaft könnten möglicherweise nächste Woche Mittwoch bekannt werden. Dann wolle Condé Nast-CEO Robert A. Sauerberg Jr. eine Ansprache vor leitenden Managern halten, heißt es.

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Um die Ertragslage des US-Unternehmens zu verbessern, verschärft die Geschäftsführung ihren Sparkurs. Geplant ist, Büroräume im One World Trade Center unterzuvermieten. Er ist seit 2015 Hauptsitz des Medienhauses. Condé Nast hatte bereits im vergangenen Jahr kräftig auf die Kostenbremse getreten. So entließ das Unternehmen 80 seiner insgesamt 3000 Mitarbeiter. Zudem wurden Foto- und Entwicklungs-Abteilungen gestrafft.

Auch die deutsche Condé Nast-Tochter blieb von diversen Maßnahmen nicht verschont. Geschäftsführer Moritz von Laffert verkaufte die Zeitschrift Myself an die Essener Funke Mediengruppe, weil sie angeblich nicht mehr ins Portfolio passte. Auch die Printausgabe des Lifestyle-Tech-Magazins Wired nahm von Laffert vom Markt. Doch das ist nicht alles. Der Unternehmenschef hatte bereits im vergangenen Jahr die Vermarktung am Standort in München konzentriert. Von der Maßnahme waren zwölf Mitarbeiter betroffen, denen er ein Jobangebot in der Zentrale unterbreitete. Zuvor hatte sich der Geschäftsführer entschlossen, die Schlussredaktion aller Magazintitel an einen externen Dienstleister um den Hamburger Verleger Jan Wickmann auszulagern.

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