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“YouTube scheißt auf geistiges Eigentum”: Tele 5-Chef Blasberg kehrt Videoplattform den Rücken und fordert staatliche Regulierung

Gemeinsam gegen YouTube: Willy Karma (l.) und Tele 5-Chef Kai Blasberg verlassen die Videoplattform
Gemeinsam gegen YouTube: Willy Karma (l.) und Tele 5-Chef Kai Blasberg verlassen die Videoplattform

Tele 5-Chef Kai Blasberg will sich heute mit seinem Sender mit großer Geste von YouTube verabschieden. Von der US-Plattform gehe eine große Gefahr für die Meinungsfreiheit aus, sagt er im Exklusiv-Interview mit MEEDIA. Konkreter Anlass ist eine Verwarnung wegen eines Trailers, in dem für zwei Sekunden eine nackte, weibliche Brust zu sehen war. Von den Landesmedienanstalten und der Politik erwartet Blasberg künftig mehr Gegenwehr. „Wir müssen YouTube unter Gesetze stellen."

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Tele 5 wird heute Abend seinen Kanal auf YouTube einstellen und verbreitet dort künftig keine Inhalte mehr. Warum stehen Sie mit der Videoplattform auf Kriegsfuß?
Kai Blasberg:
Ich stehe mit denen überhaupt nicht auf dem Kriegsfuß, sondern YouTube mit der Welt.

Welchen „Krieg“ führt YouTube gegen die Welt?
Gegen alles, was uns Medienmachern heilig ist. Es fängt an mit der Urheberschaft geistigen Eigentums, da scheißt YouTube drauf. Sie scheißen auf alles, was wir gelernt haben und was uns wichtig ist. Wir sind ja Gott sei Dank noch geschützt durch die deutsche Sprache, dadurch sind sie hier nicht ganz so erfolgreich und können nicht ganz so tief eingreifen wie in anderen Ländern. Trotzdem tun sie den Medienmachern sehr weh. Ich arbeite seit 30 Jahren beim deutschen Fernsehen, dem durch 16 Landesmedienanstalten am stärksten reguliertem Medium. Da YouTube gesagt hat, dass es kein Medium sei, wird es auch nicht geprüft. Deshalb verbreiten sie allen Schrott dieser Welt – außer nackte, weibliche Brüste.

Sie sprechen damit die Verwarnung von YouTube wegen eines Tele 5-Inhalts an. Worum geht’s da konkret?
Wir haben einen Trailer geschaltet, den wir bei uns im Programm gesendet haben, FSK 16 natürlich und da war eine weibliche Brust für zwei Sekunden zu sehen. YouTube hat gesagt, das verstößt gegen die Richtlinien und damit war die Aufforderung verbunden, was man tut, sein zu lassen. Das ist mir nonchalant in einer Sitzung von einem meiner Mitarbeiter mitgeteilt worden und da habe ich direkt gesagt: “Stopp!” Dann habe ich einen meiner seltenen Komplett-Kotzanfälle bekommen und den Schlussstrich gezogen. Ich habe mich seit Jahren innerhalb meiner eigenen Firma dagegen gewehrt und haben denen immer gesagt: „Wir gehören da nicht hin. Wir haben nichts mit YouTube zu tun und wir brauchen die auch für gar nichts.“ Denn unser Erfolg kommt sicher nicht aus der Verbreitung, sondern aus dem Inhalt, den wir machen. Und YouTube ist eine reine Verbreitungsmaschine, der die Inhalte egal sind. Mit solchen Partnern kann man nicht zusammen arbeiten. Das wäre so, als wäre einem Chefredakteur egal, was die Redaktion veröffentlicht.

Und die eine Verwarnung hat das Fass zum Überlaufen gebracht?
Eine weibliche Brust ist in etwa so verstörend wie eine männliche Brust. Nämlich gar nicht. Wenn jemandem eine männliche Brust gezeigt wird, sagt kein Mensch bei Youtube was. Das heißt, das System besteht aus Sexismus, Frauen- und Menschenverachtung. Da ist mir der Kragen geplatzt und es ist eine Schande, dass ich das System nicht längst verlassen habe und noch da bin. Deshalb gehen wir und werden nie wiederkommen. Das wollte ich aber nicht lautlos tun. Ich möchte es mit einer Botschaft verbinden.

Welche Botschaft ist das?
Dass es in diesem Land keinen selbst ernannten Moralwächter geben darf, der sich über alle unsere Gesetze und Regeln erhebt, an die wir uns halten müssen. Außer jene großen US-Unternehmen, weil sie vorgeben, irgendwo angesiedelt zu sein, wo sie nicht kontrolliert werden können oder weil sie vorgeben, nicht das zu sein, was sie de facto sind. Sie verbreiten elektronische Medien. Facebook-Chef Mark Zuckerberg hat vor zwei Wochen gesagt, dass der Holocaust im Netzwerk geleugnet werden kann. Wenn ich das hier sage, gehe ich zu Recht ins Gefängnis.

Wann nimmt Ihr Sender die Facebook-Seite offline und verlässt das Netzwerk?
Am liebsten sofort. Aber meine Mitarbeiter wehren sich noch. Ich bin ja kein Diktator. Vielleicht sollten wir da mal ein Nacktvideo posten.

Welche Rolle spielt der Satiriker Willy Karma bei der Aktion auf YouTube?
Er hat mit uns letztes Jahr die Metabohème gemacht (eine Latenight-Sendung, Anm. d. Red.) und ist ein ganz wilder, wacher Geist. Er hat als Künstler rund 80.000 Follower auf YouTube, was für so einen Mann recht viel ist. Sein Kanal wurde sogar gesperrt. Wir haben uns unterhalten und dann ist ziemlich schnell das Musikvideo “Youtube, du Hure” entstanden.

Willy Karmas Kanal ist wegen eines Satire-Videos gegen rechte Hetze gesperrt worden. In diversen Videos hat er das immer wieder bemängelt und spricht von der Einschränkung der Meinungsvielfalt…
Da sind wir an einem Punkt, der eine Perversion in sich darstellt. Denn diejenigen, die für etwas Gutes eintreten, im Sinne eines links-liberalen Bürgertums, werden von den Algorithmen falsch verstanden, weil sie nicht so intelligent sind, wie viele gerne tun. Sie nutzen nämlich Schlagworte. Diejenigen, die das, was gerade untergeht, retten wollen, werden in besonderem Maße bestraft. Wenn wir uns diesen Dingen in Zukunft ausliefern wollen und nichts dagegen tun, sind wir alle verloren. So dramatisch sehe ich das.

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Für Tele 5 ist es kein Drama, YouTube zu verlassen. Sie haben dort nur 56.000 Abonnenten. Die Zeiten, in denen die Videos in der Spitze bis zu 2,5 Millionen Zuschauer erreicht haben, sind längst vorbei. Zuletzt waren die Abrufzahlen im niedrigen vier- oder fünfstelligen Bereich. Ihr letzter YouTube-Content wird das von Ihnen angesprochene Musikvideo sein, das eine Signalwirkung haben soll und heute veröffentlicht wird. Wen wollen Sie damit erreichen?
Alle erwachsenen Menschen, die denken können, eine gewisse Reife haben und links von der Mitte sind können durchaus mal zielgeführt nachdenken, was sie da eigentlich wollen. Dann erledigt sich das von selbst.

Viele Geschäftsmodelle basieren darauf, die Inhalte auf YouTube zu verbreiten. Was würde damit passieren? Dort besteht eine Abhängigkeit und kein Kanal auf YouTube wäre gleichbedeutend mit kein Geschäft.
Wenn jemand von Heroin abhängig ist, kommt er in eine Suchtklinik. Wenn jemand von Medien abhängig ist, weil er sein Geschäftsmodell darauf aufbaut, ist er eben abhängig. Damit habe ich ja nichts zu tun. Aber alle, die es nicht sind und es trotzdem nutzen, sind angesprochen. Die Hälfte der YouTube-Contents sind schlichtweg geklaute Inhalte, die von privaten Personen einfach hochgeladen werden. Wogegen man sich angeblich auch nicht wehren kann. Das ist ja noch lässlich zu dem, was sie bei uns machen wollen, nämlich Zensur ausüben. Dafür haben sie keinerlei Auftrag. Ich darf das doch auch nicht und bin ein privates Medienunternehmen. Halt! Stopp! Sie sind ja gar kein privates Medienunternehmen, sondern sie sind YouTube. Das ist Präfaschismus.

Was befürchten Sie langfristig für die Presse- und Meinungsfreiheit?
Wenn Macht so einseitig verteilt ist wie hier, ohne Regulierung durch den Gesetzgeber, versammelt sich Geld auch einseitig. Und wenn Geld und Macht so einseitig verteilt sind, ist es nicht mehr Präfaschismus, es ist Faschismus. Diese Macht wird immer missbraucht, denn es gibt keine Macht in den Händen weniger, die nicht allein für die Machthabenden eingesetzt wird.

Welche lösungsorientierten Möglichkeiten sehen Sie für die Medienpraxis?
Ein gemeinsames deutsches Portal. Wir haben uns auf kleinster Ebene den Arbeitstitel „YouTubeRefugeesWelcome!“ gegeben. Leute wie Willy Karma können zu uns kommen und wir können die auch bezahlen, anders als YouTube, wo man als erwachsener Künstler überwiegend kein Geld verdienen kann und ohne Kuration eh untergeht.

Und auf einer höheren Ebene: Wie könnte eine gemeinsame Plattform verschiedener Sender als Gegenwicht zu YouTube aussehen?
Das hat das deutsche Kartellamt lange verboten. Jetzt langsam, glaube ich, haben sie es begriffen, dass man auch mal Protektionismus braucht in einer Welt der Erdogans, Putins und Orbans. Dafür muss man vielleicht mal Angela Merkel und Peter Altmaier zur Seite schieben, um Leute ranzulassen, die eine Vorstellung davon haben, wie eine Gesellschaft in Zukunft aussehen sollte. Die Politik rennt seit Jahren den 20 Prozent Hoffnungslosen hinterher und die 80 Prozent der Vernünftigen haben überhaupt keine Stimme mehr.

Aber wie sähe die Plattform im Idealfall aus?
Sie würde im Wesentlichen von Öffentlich-Rechtlichen bestimmt sein, weil sie die besten und meisten Inhalte haben. Die Inhalte werden in vielen Markenwelten verteilt und kuratiert. Branding ist das, worüber du erkannt wirst und in Zukunft verkaufst. Das ist realisierbar. Aber nur, wenn Partikularinteressen hintan gestellt werden und das große Ganze eine Rolle spielt.

Und wie verdienen die Sender?
Durch eine Ausschüttung nach einem Verteilungsschlüssel. Der Nutzer zahlt einen Preis dafür. Ist also privatrechtlich organisiert. Als Produzent kann ich mich der Plattform anschließen und meine Inhalte dort hochladen. Dafür sind die öffentlich-rechtlichen Sender sehr geeignet, weil sie uns gehören und der Allgemeinheit dienen – aber private Sender sind natürlich auch erwünscht.

Was erwarten Sie von der Politik, die Sie gerade in Person von Kanzlerin Merkel und Wirtschaftsminister Altmaier angesprochen haben?
Das Unrecht, das zu diesem Interview hier führt, eindringlich bekämpfen und nicht von Neuland faseln.

Wie soll die Politik konkret vorgehen?
Sie überprüfen! Und unter ganz klare Mediengesetze stellen und auf die Inhalte verweisen, die verboten sind. Genauso wie es gerade aus anderem Grund passiert ist, dass Google 4,3 Milliarden Euro von einer dänischen Wirtschaftskommissarin auferlegt bekommt, sollte das in Deutschland geschehen. Da muss sich aber jemand für zuständig erklären und Gesetze erlassen. Und nicht wie jetzt, nichts tun!

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Alle Kommentare

  1. Die Youtube-Hure scheißt auch auf Menschlichkeit, Anstand und Respekt vor unserem eigenen Präsidenten!

    Das widerliche Erdogan-Gedicht von diesem Böhmermann kann man dort immer noch finden. Ich melde es jeden Tag aber es hift nichts!!

    1. In Zeiten wie diesen weiß man bei solchen Kommentaren immer nicht, ob es sich um Ironie oder Ernst handelt.

      Ich hoffe das Beste und wünsche mir ersteres.

      1. Nein, RTE2018 meint das völlig ernst: Er ist hier für ähnliche Kommentare bekannt, eine Art AfDler mit möglichem türkischen Migrationshintergrund. Allerdings lässt sich bei ihm/ihr häufig nicht gleich erkennen, „ob es sich um Ironie oder Ernst handelt“; das erschließt sich aber mit der Zeit.

      2. AfDler?? Sag mal Suhaj, tickst du noch richtig, Alter?

        Unsere Leute sind in der SPD. Ich würde niemals AfD wählen!

      3. So wie du hier auf meedia.de auftrittst, liegt dieser Verdacht sehr nahe! Es sei denn, all deine Beiträge sind satirisch gemeint …

      4. Suhaj (wenn das dein richtiger Name ist?), du musst entweder weltfremd sein oder bezahlt. Mann Mann Mann.

        Die AfD ist ja berühmt dafür soooo wohlwollend zur ganzen Umma zu stehen, deswegen ist sie bei Muslims so wahnsinnig beliebt. Glaubst du das echt? Wie blöd kann man eigentlich sein?

        Du bist wahrscheinlich so ein typischer Alman-Linker der sich gerne ein paar Haustürken hält und dann erwartet dass wir aus ewiger “Dankbarkeit” auf euer Kommando für die Schwulen und die Transen und die PKK-Terroristen und den Özdemir klatschen und sogar unseren Präsidenten verleugnen! Du wirst dich noch wundern, warts nur ab.

    2. Dein Präsident ist ein Diktator und Islamist, der noch immer 154 Journalisten und zigtausend andere zu unrecht in
      Gefängnissen ihrer Freiheit beraubt.
      Er ist ein übler und ehrloser Verbrecher der nicht den geringsten Respekt verdient hat. Den Böhmermann mag ich wie Bauchweh, aber das Gedicht hat Erdogan so richtig aus der Fassung gebracht, von daher hat es seinen Zweck erfüllt.
      Wenn alle Türken den Kotzbrocken für so was tolles halten,
      verstehe ich nicht warum sie nicht in dem Land leben wollen
      welches er regiert, sondern immer noch uns auf der Tasche liegen, ab nach Hause zum Diktator und raus aus unserem Sozialsystem ihr Türken, das Anwerbeabkommen, welches uns die USA aufgezwungen hat ist seit 45 Jahren ausgelaufen.

  2. Der Artikel strotzt vor Doppelmoral.
    Löschen ja, aber dann nur die “Richtigen”?

    “Welche lösungsorientierten Möglichkeiten sehen Sie für die Medienpraxis?
    Ein gemeinsames deutsches Portal. Wir haben uns auf kleinster Ebene den Arbeitstitel „YouTubeRefugeesWelcome!“ gegeben. ”

    Und was ist mit der großen Mehrheit der Deutschen, die noch nie irgendwelche Refugees” bei sich in den Straßen haben wollen?
    Minderheitenkasperei mit Majoritätsanspruch?
    Für mich billigster Agitprop.
    Wie kann man mit einer so schmalen intellektuellen Aufstellung, die nur der eigenen Ansicht huldigt, in eine solche berufliche Position kommen wie Herr Blasberg?
    Da läuft doch was grundsätzlich falsch in Deutschland und seinen Journalistenschulen.

    Wobei ich die Meinung, das YT nach merkwürdigen Standards entscheidet, durchaus mittrage.
    Aber wie anders sollte das auch gehen?
    Deutsche Standards (inkl. dem “nur links ist edel”-Wahn)?
    Internationale Standards?
    Haben wir nicht und werden wir auch in Jahrzehnten nicht haben.

    Blasberg sollte sich einfach nur freuen, daß die Besitzer von YT nicht die arabischen Emirate sind.

    1. “Und was ist mit der großen Mehrheit der Deutschen, die noch nie irgendwelche Refugees” bei sich in den Straßen haben wollen?
      Minderheitenkasperei mit Majoritätsanspruch?
      Für mich billigster Agitprop.”

      Sorry, die “kaspernde Minderheit mit Majoritätsanspruch” sind noch immer die gut vernetzten Lautsprecher der gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit.

      Steter Tropfen mag einige Hirne höhlen, aber dem Rückfall in die Barbarei sind noch immer hohe Grenzen gesetzt. Die ergeben sich ganz einfach aus dem Erleben im Alltag. Bevor ihr das Netz mit Bots geflutet habt, gab’s nämlich schon Jahrzehnte mit Einwanderung, persönlichen Kontakten, familiärer Vermischung (igittigitt) und Freundschaft und am Rand eine in genau derselben Hetz-Sprache vor sich hinrumpelnde NPD. Man kennt den Sound bis zum Abwinken.

      1. Nur zur Information:

        “Mehrheit” heißen die, die mehr sind und “Minderheit” die, die weniger sind, aber gerne mehr, als die Mehrheit wären.

        Und da wissen alle mit Hirn, wie die wirklichen Verhältnisse in Deutschland liegen.
        Oder weshalb blockieren Lefties jede Volksabstimmung zu dem Thema, während sie von angeblichen und echten Rechten immer wieder gefordert wird?

        Das ist schon genau so, wie ich das geschrieben habe.

      2. Die Arroganz dieses/dieser“ Ben wird ja immer unerträglicher! Sie und Ihresgleichen die einzigen mit Hirn? Wenn Sie tatsächlich welches hätten, würden Sie nicht seit heute Morgen hier am Nörgeln und Hetzen sein, sondern mit Ihrem Hirn etwas Produktiveres anstellen! Und wenn es nur die Tätigkeit ist, nachzuzählen, ob Ihre Gartenzwerge noch vollständig vorhanden sind!

        Sie zählen nach Ihrer eigenen Definition selbst zur Minderheit, die gern mehr wäre als nur eine Minderheit, aber Ihr M… ist so groß, als wären Sie die schon!

      3. Ach, Ben, jetzt waren es auf einmal die Linken, die „das Netz mit Bots geflutet“ haben? Nenne er doch mal ein einziges linkes Bot-Netzwerk! Was die aus der rechten Ecke angeht, wüssten wir wenigstens eins: Reconquista Germanica.

        Das ist eben NICHT genauso, wie er’s geschrieben hat. Lügen, Verdrehen, falsche Fakten, falsche Zitate – ihr könnt ja echt mal gar nichts!

    1. Wieso sollte man den auch führen? Wofür?

      Wenn ich YouTube und seine Entscheidungen nicht mag, dann gehe ich zu einer anderen Videoplattform. Es gibt genügend davon, allein man will von der Beliebtheit YouTubes profitieren und wenn ein bisschen Werbegeld reinkommt, nimmt man das natürlich auch gerne mit.

      Das YouTube im Gegenzug die Regeln aufstellt ist aber echt unfair und so…

    2. Da gebe ich Ihnen Recht.
      Aber der Laden ist nun mal amerikanisch und die geben da nun mal die Hausordnung vor.
      Das YT international bedeutend und erreichbar ist, ändert da ja nichts dran.

      Was kann man also machen außer ggfs. ignorieren?

      Man sollte sich auch die Frage stellen, wieso deutsche “Journalisten mit Haltung” nichts Ähnliches auf die Beine stellen konnten.
      Weils immer irgendwie der Staat machen und finanzieren soll?
      Weil die Initiatoren fehlen, der die Sache “Videoportal” wichtig ist und nicht irgendwelche damit verbundenen politischen Botschaften?

      Das jetzt von Blasberg angedachte Projekt pendelt doch auf “Bento”- und “Krautreporter”-Niveau und man sieht doch, auf welchem Aktzeptanzniveau die seit Jahren herumkriechen.

  3. „Denn diejenigen, die für etwas Gutes eintreten, im Sinne eine links-liberalen Bürgertums, werden von den Algorithmen falsch verstanden, weil sie nicht so intelligent sind, wie viele gerne tun.“

    Wer per se der Meinung ist, dass seine Ideologie „das Gute“ ist, ist vielmehr nicht so intelligent, wie er tut. Da „verstehen“ ihn die Algorithmen besser, als er denkt.

    1. Unabhängig Ihrer politischen Ausrichtung:
      Möchten Sie in einer Gesellschaft leben, in der der Diskurs von Algorithmen diktiert wird?

      Wer stellt sie auf? Wer kontrolliert sie? Wer passt sie gesellschaftlichen Entwicklungen an?

      Für mich kein Wunschziel.
      Dann lieber analoges Pöbeltum mit zwangsläufigem analogem Prozess und analoger Strafe, wenn sich überhaupt jemand dafür interessiert.
      Von Angesicht zu Angesicht und in jedem Einzelfall aufs Neue entschieden.

      Bei einigen Menschen habe ich das Gefühl, sie hätten gerne einen Schalter, mit dem sie den jeweiligen politischen Kontrahenten einfach dauerhaft so abschalten können, als hätte es ihn nie gegeben.
      Totale Vernichtung quasi.

      1. Nein. Das ist nicht der Punkt meiner Kritik. Natürlich hat er recht, wenn er sagt, dass Algorithmen – oder wie es Journalisten heute nennen: künstliche Intelligenz – dumm sind.
        Wenn er sich jedoch darüber beklagt, dass nur die von ihm im Sinne seiner Ideologie als „gut“ eingestuften Beiträge von den Algorithmen in Ruhe zu lassen sind, dann ist er genauso totalitär wie die Algorithmen.

  4. Kai Blasberg “scheißt” auf Logik.
    Bei seinem fachmedienwirksamen YouTube-“Watchmego” von TELE 5 wirft er fröhlich alles durcheinander.

    Zuerst beschwert er sich, dass Google nicht reguliert sei, wie Sender das seien, um dann im gleichen Atemzug zu behaupten, “YouTube ist eine reine Verbreitungsmaschine”.

    Und “Verbreitung” bräuchte man nicht, “denn unser Erfolg kommt sicher nicht aus der Verbreitung, sondern aus dem Inhalt, den wir machen”. Hä? Und was ist ein TV-Sender? Keine Verbreitungsmaschine?
    In dem Vergleich “Das wäre so, als wäre einem Chefredakteur egal, was die Redaktion veröffentlicht” ist dann die Redaktion die Verbreitungsmaschine? Puh, soviel Gequirle macht Kopfschmerzen.

    “Regulierung von Youtube und FB” und die Frage “wie organisieren wir Meinungsvielfalt und -freiheit in digitalen Umwelten?” finde ich ja der wichtigsten Debatten unserer Zeit. Dann aber als Heilung eine “deutsche Plattform” zu fordern, bei der die “öff. Rechtlichen” den meisten Content liefern und die “privatrechtlich” organisiert sein soll, sorry, das ist Bullshit!

    Blasberg schadet hier einfach nicht nur sich selbst. ;(

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