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Konkurrenz für Apotheken-Umschau: Wie der Wort & Bild-Verlag auf den Print-Angriff von Burda reagiert

Burda-Vorstand Philipp Welte (re.) will zusammen mit Noweda offenbar die Apotheken-Umschau vom Wort & Bild-Verlag (Chef: Andreas Arntzen) angreifen
Burda-Vorstand Philipp Welte (re.) will zusammen mit Noweda offenbar die Apotheken-Umschau vom Wort & Bild-Verlag (Chef: Andreas Arntzen) angreifen

Der Markt der Apotheken-Titel kommt in Bewegung: Der Münchener Burda-Verlag plant mit dem Essener Pharmagroßhändler Noweda ein Apotheken-Magazin auf den Markt zu bringen. Damit würde der Großverlag der Apotheken-Umschau aus dem Wort & Bild-Verlag in die Parade fahren. W&B-Geschäftsführer Dennis Ballwieser reagiert gelassen. Er sieht die Marktstellung seines Traditions-Titels mit 20 Millionen Lesern als sehr gefestigt an.

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„Zu viel Salz oder Zucker im Essen? Farbsignale auf Lebensmittel könnten warnen“ oder „Wieder in Bewegung – welche Risiken bergen neue Hüftgelenke?” – das sind nur einige Themen aus der aktuellen Apotheken-Umschau. Für den Verlag Wort & Bild nahe München ist das vor allem bei Frauen begehrte Fachblatt das wichtigste publizistischen Flaggschiff und einer der größten Erlösträger. Denn mehr als neun Millionen Exemplare (IVW 2. Quartal 2018) nehmen die Apotheken von dem Kundenmagazin ab, um ihren Verkauf zu steigern.

Jetzt bekommt der Platzhirsch allerdings Konkurrenz: Hubert Burda Media plant, mit dem Pharmagroßhändler Noweda eine eigenen Kundenzeitschrift für Apotheken herauszugeben. Dazu beabsichtigen beide Unternehmen, das geplante Print-Produkt in eine gemeinsame Gesellschaft einzubringen. Das Vorhaben haben sie vor wenigen Tagen beim Kartellamt angemeldet. Sollte die Bonner Wettbewerbshüter hierfür ihr Okay geben, könnte Burda auf einen Schlag ein gewichtiger Player auf dem Markt der Apotheken-Kundenzeitschriften werden. Mit der Folge, dass sich möglicherweise die bisherigen Marktverhältnisse verschieben würden. Denn Noweda ist ein gewichtiger Player auf dem hart umkämpften Markt. Als Genossenschaft sind rund 9.200 Apotheken Eigentümer der Gesellschaft. Damit decken die Essener fast die Hälfte der rund 20.000 Apotheken in Deutschland ab.

Fraglich ist jedoch, ob die von Noweda belieferten Apotheken weiterhin die Apotheken-Umschau in ihren Geschäften auslegen, wenn Burda mit dem Konkurrenz-Produkt antritt. Ist dies der Fall, könnten dem Wort & Bild-Verlag Absatzeinbußen drohen. Dies könnte die Vermarktung der Apotheken-Umschau erschweren, weil der traditionsreiche Titel hierdurch an Reichweite einbüßt. Wann Burda und Noweda mit der Zeitschrift kommen, ist zudem auch noch unklar. Beide Unternehmen warten zunächst die Freigabe der Kartellbehörde ab. Doch Branchenexperten gehen davon, dass die Münchener noch in diesem Jahr starten wollen.

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Burda hält sich deshalb zu den Magazin-Plänen bedeckt. „Die Noweda Apothekergenossenschaft und Hubert Burda Media planen eine strategische Allianz zur nachhaltigen Stärkung aller Vor-Ort-Apotheken in Deutschland“, erklärt eine Burda-Sprecherin auf Anfrage von MEEDIA. Dahinter stünden „ein Paket aus einem gemeinsamen Printmedienprodukt einerseits und separaten digitalen Maßnahmen der Noweda und Burda andererseits“, heißt es in München.

Wort & Bild (W&B) reagiert hingegen gelassen auf den Angriff aus München. „Die Nachricht, dass auch andere sich für die Apotheke vor Ort engagieren wollen, nehmen wir mit Interesse wahr. Diese Information ändert nichts an unserem Qualitätsanspruch: Wir bieten in Print und digital seriöse, verständliche Gesundheitsinformationen für Apothekenkunden. Die Leserinnen und Leser werden entscheiden, wem sie ihr Vertrauen schenken“, erklärt Dennis Ballwieser, Geschäftsführer Wort & Bild Verlag. Er verweist darauf, dass die Apotheken-Umschau mit monatlich fast 20 Millionen Lesern eine gefestigte Stellung im Markt besitze: „Wir glauben an die Zukunft unserer seriösen, neutralen Kundenzeitschriften in der Apotheke auch in Zeiten der Digitalisierung“, betont Ballwieser.

Andreas Arntzen, Sprecher der W&B-Geschäftsführung, sucht indessen nach neuen Erlösquellen. Er liebäugelt damit, eine übergreifende Digitalplattform für Apotheken aufzubauen. Sie soll die Bestellung und den Versand von Medikamenten ermöglichen. Damit will der Geschäftsmann in Konkurrenz zu ausländischen Versandapotheken wie DocMorris treten. Derzeit sucht Arntzen für das Angebot allerdings noch Partner unter den deutschen Apotheken und führt hierzu erste Gespräche. Doch auch Noweda ist nicht untätig. Das Großhändler will online-affinen Kunden anbieten, frei zugängliche Produkte direkt nach Hause zu schicken – allerdings im Namen und auf Rechnung der jeweiligen Apotheke vor Ort. Hierbei ist möglicherweise Burda im Spiel. Das Unternehmen könnte das Bestell-Portal auf verlagseigenen Internetseiten wie dem Gesundheitsportal MyLife bewerben und damit den Absatz von Noweda vertriebenen Produkten stärken.

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