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Die 10-Jahres-Bilanz des Internets: 21,6 Mio. mehr Nutzer, dreimal so viele IVW-Visits, Mobile überholt stationär

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Als MEEDIA vor zehn Jahren startete, nutzten erst 62,7% der Deutschen das Internet. Zehn Jahre später ist das Netz zum großen Massenmedium geworden, rund 90% nutzen es hierzulande. Die Zahl der Visits auf IVW-geprüfte Angebote hat sich in den vergangenen zehn Jahren von 2,5 Milliarden auf 8,1 Milliarden mehr als verdreifacht. Einige Web-Giganten von damals sind aber auch verschwunden. MEEDIA blickt auf die Entwicklung.

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Seinen großen Durchbruch erlebte das Internet in Deutschland zu Beginn des 21. Jahrhunderts. So steigerte sich die Zahl der Nutzer laut ARD/ZDF-Online-Studie zwischen 1999 und 2003 in nur vier Jahren von 17,7% auf 53,5%. 2007 waren es dann mit 62,7% erstmals mehr als 60%. 2007, also zehn Jahre später weist die Studie, die die Entwicklungen im Netz seit Mitte der 1990er-Jahre begleitet, inzwischen 89,8% Nutzer unter den Deutschen ab 14 Jahren aus. Das entspricht 62,4 Mio. Menschen und damit 21,6 Mio. mehr als 2007 (40,8 Mio.).

Größere Lücken gibt es in der Bevölkerung einzig noch bei den Über-60-Jährigen. Hier zählen sich 74,2% zu den Internet-Nutzern. In allen anderen Altersgruppen liegt der Anteil bei über 90%, bei den 14- bis 29-Jährigen bei glatten 100%. Kein Wunder, dass insbesondere in dieser jungen Altersgruppe der TV-Konsum rückläufig ist und Print zum Nischen-Medium geworden ist. Auch hier der 10-Jahres-Vergleich: 2007 nutzten nur 25,1% der Über-60-Jährigen das Netz, bei den 14- bis 29-Jährigen waren es schon rund 95%.

Das Plus von 21,6 Mio. Nutzern mit gleichzeitig deutlich gesteigerter Nutzungsintensität – zum Beispiel auch durch das mobile Internet, das vor zehn Jahren erst langsam in Fahrt kam (das erste iPhone kam im November 2007 in den Handel) – schlägt sich auch in den Zahlen der populärsten Internet-Angebote nieder. So reichten laut AGOF im zweiten Quartal 2008 T-Online 14,34 Mio. Unique User für den Spitzenplatz. Zehn Jahre später – im Juni 2018 – würde das nur noch für den 14. Platz reichen. Ganz vorn erreichen ebay Kleinanzeigen und T-Online inzwischen 28,54 Mio. und 27,55 Mio. Unique User.

Auch Focus Online, Bild, Spiegel Online und Welt erreichen mittlerweile mehr als 20 Mio. Nutzer pro Monat. Vor zehn Jahren war Spiegel Online noch mit 5,28 Mio. Unique Usern pro Monat die Nummer 1 im Online-Nachrichtengeschäft, Bild erreichte 4,41 Mio., die Welt 3,72 Mio. und Focus Online 3,06 Mio. Das entspricht gigantischen Zuwachsraten im 10-Jahres-Vergleich der News-Branche:

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  1. Focus Online / 23,85 Mio. Unique User im Juni 2018 / +679% im Vergleich zum Durchschnittsmonat des zweiten Quartals 2008
  2. Bild / 21,69 Mio. / +392%
  3. Spiegel Online / 20,95 Mio. / +296%
  4. Welt / 20,89 Mio. / +462%
  5. n-tv / 13,59 Mio. / +1.124%

Gerade den Online-Nachrichtenanbietern half dabei das mobile Netz, das im Verlauf der zehn Jahre die stationären Rechner als Traffic-Bringer Nummer 1 in der Branche abgelöst hat. So macht Spiegel Online beispielsweise nur noch 34,7% seiner Visits mit der herkömmlichen Website, der Rest entfällt auf die mobile Website und Apps. Bei Bild beträgt der stationäre Anteil gar nur noch 32,3%.

Der Blick auf die AGOF- und IVW-Rankings von vor zehn Jahren ist im Übrigen ein Wiedersehen mit einer Reihe von längst vergessenen ehemaligen Netz-Giganten. So belegten StudiVZ und schülerVZ im Juni 2008 mit 161,2 Mio. und 125,1 Mio. Visits die Ränge 4 und 5 der IVW-Charts. Später übernahmen sie zusammengefasst unter dem Label “VZ Netzwerke” sogar die Tabellenspitze – mit bis zu 466 Mio. Visits. Doch im Sommer 2010 setzte dann der unvergleichbare Abstieg der Netzwerke ein, verbunden mit dem unvergleichbaren Aufstieg von Facebook.

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