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„Missachtung der Beschäftigten“: DJV kritisiert Kommunikation zum Stellenabbau bei Saarbrücker Zeitung

Der DJV im Saarland kritisiert die Restrukturierungspläne von Joachim Meinhold, Geschäftsführer der Saarbrücker Zeitung

Die Saarbrücker Zeitungsgruppe hat angekündigt, in den kommenden Jahren bis zu 100 Stellen in Redaktion und Verlag streichen zu wollen. Die Arbeitnehmervertreter reagieren empört – vor allem auf die Form der Kommunikation. Der Verlag will eigenen Angaben zufolge sozialverträgliche Lösungen finden. Gewerkschaften fordern zuerst einmal zum Dialog auf.

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Über die Mitteilung, die am Donnerstagabend von der SZ-Gruppe verbreitet worden war, sei man „in höchstem Maße irritiert“, erklärt der Deutsche Journalistenverband in Saarland. Sie wirft der Geschäftsführung vor, die Belegschaft „zur selben Zeit in einer gleichlautenden Erklärung“ über die Restrukturierungsmaßnahmen informiert zu haben. Das Vorgehen zeige „von einer Missachtung der Beschäftigten und ihrer Betriebsräte“, so die Arbeitnehmervertreter.

Für sie käme der Abbau zu einem Zeitpunkt, nach dem sich die Mitarbeiter für einen digitalen Wandel stark gemacht hätten und mit der Einführung eines neuen Redaktionssystems „Pionierarbeit“ geleistet hätten. Zudem fürchtet der DJV, dass der Stellenabbau vor alle befristet Angestellte, und damit junge Mitarbeiter, treffen könnte.

Daher die Aufforderung, die Belegschaft nicht vor „vollendete Tatsachen“ zu stellen, sondern mit Arbeitnehmervertretern „zur Sicherung von Arbeitsplätzen und zur Sicherung der publizistischen Schlagkraft“ in den Diskurs zu gehen.

Geschäftsführer Joachim Meinhold hatte den Stellenabbau als „schmerzhaft“ beschrieben aber unausweichlich dargestellt. Als Grund für die Entscheidung, fast zehn Prozent der Belegschaft abzubauen, nannte er weiter steigende Kosten – vor allem in der Zustellung – sowie ein weiter sinkendes Anzeigengeschäft.

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